Künstliches Soja-Hühnchen beißt sich wie das Original
8. Februar 2010, 17:39
foto: university of missouri
Das Soja-Huhn soll nicht nur so schmecken, wie das Original - es soll sich auch so beißen.
Nahrungsprodukte mit Hühnergeschmack, -farbe und -konsistenz soll dem Vorbild recht nahe kommen
Columbia/Wien - Eine Hühnchen-Imitation aus Soja, die dem Original sehr nahe kommen soll, haben Forscher der University of Missouri präsentiert. Dank einer speziellen Verarbeitungstechnik gelang es ihnen, eine Hühnerbrust aus Sojamehl herzustellen, die - was Geschmack, Konsistenz und Aussehen betrifft - einem echten Stück Hühnerfleisch zu verwechseln ähnlich sein soll.
Sojaprodukte mit Hühnergeschmack und -farbe gab es schon bisher. Ziel der Forscher war es, auch Aufbau und Bissqualität des Hühnerfleisches zu imitieren. "Um eine bessere Nachahmung zu erreichen, entwickelten wir einen Prozess, der faserartige Konsistenz verleiht, was dem Soja ein zähes Bisserlebnis wie beim Huhn gibt. Man kann es nun wie beim Original in unregelmäßige, grobfasrige Stücke zerteilen", berichtet Forschungsleiter Fu-Hung Hsieh.
Dazu entnahmen die Forscher dem Sojamehl Proteine und pressten diese im kochenden Zustand durch einen Zylinder mit zwei Bohrern, während gleichzeitig Wasser zugegeben wurde. Anders als bei üblichen Sojaprodukten belaufe sich der Wassergehalt somit auf bis zu 75 Prozent. "Dieser hohe Flüssigkeitsanteil verleiht dem Soja eine sehr ähnliche Beschaffenheit wie das Huhn - zusätzlich zum ähnlichen Aussehen", so Hsieh.
Die Vorteile der Erfindung für den Konsumenten sind laut den Aussagen der Forscher gesundheitlicher Natur. "Soja enthält wichtige Nahrungsbestandteile, die das Cholesterol senken, den Knochen stärken oder Prostata- Brust- und Kolorektaltumor vorbeugen können. Soja ist auch eine gute Quelle für essenzielle Fettsäuren." Einer Vermarktung des Erzeugnisses stehe nur noch die Feinabstimmung des Geschmacks im Weg.
Kritischer Blick
Ernährungswissenschaftlerin Alexa Meyer von der Universität Wien sieht das Produkt allerdings kritischer. "Bei der Verarbeitung dürften wertvolle Phytoöstrogene und Vitamine der Sojabohne verloren gehen. Man fragt sich, wie gesund dieses Sojafleisch dann wirklich ist", so die Expertin. Die für den Geschmack notwendigen Aromen schätzt Meyer als unbedenklich ein. "Allerdings ist es ein künstliches Produkt. Manche Menschen vertragen gewisse Zusatzstoffe nicht, viele besitzen auch eine Allergie gegen Sojaprodukte."
Nützlich könnte die Erfindung freilich für Vegetarier sein, sind doch die Sojaprodukte erst infolge der Vegetarismus-Welle gesellschaftsfähig geworden. "Isst man aus ethischen Gründen kein Fleisch, ist das eine willkommene Alternative", so Meyer. Aus dem ökologischen Blickwinkel betrachtet, verbrauche die Herstellung von Hühnerfleisch zwar weniger Ressourcen als Rind- oder Schweinefleisch, dennoch ginge auch in der Hühnerhaltung viel Getreide verloren. "Zudem verwenden konventionelle Hühnerfarmen oft viele Medikamente", so Meyer. (red/pte)
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Warum kann man das nicht Soja Schnitzel nennen. Kriegt es jetzt auch das Ausehen eines toten Huhnes? Klingt ein bisschen nach Ersatzfleisch für ehemalige Fleischesser die auf Vegatarier umgesattelt sind und nun Entzugserscheinungen haben.
der grund warum ich kaum noch fleisch esse ist der ertrag. seinen nahrungsbedarf durch pflanzliche produkte zu decken ist 10 mal effektiver im wasser und landflächenverbrauch - dann könnten wir die so eingesparte fläche für mehr nahrung oder energiepflanzen etc. nutzen. die ethische komponente ist da noch eine draufgabe :)
dass nun "tierprodukte" aus pflanzen hergestellt werden kommt wohl daher, dass die konsumenten sonst nicht wüssten was essen - oder kennen sie eine jause wo kein fleisch oder milchprodukte drin sind?
wenn der prophet nicht zum berg kommt - menschen essen weniger fleisch
kommt der berg zum propheten - das fleisch das die menschen essen wird pflanze
ein auskenner wie mir scheint. phytoöstrogene haben wir früher mal in rauen mengen aufgenommen, mit der heutigen nahrung aber nicht mehr. es ist also ein wesentlicher bestandteil unser ernährung gewesen und unserem körper tut es gut.
Haben wir zu keiner Zeit unserer Entwicklungsgeschichte. Keine unserer üblichen Nahrungspflanzen enthält das Zeugs in nennenswerten Mengen, und selbst in Südostasien wird Soja in der Regel als ERGÄNZUNG zur normalen (auch Fleisch beinhaltenden) Ernährung verwendet.
Und ich hab was für dich:
,,Sojahaltige Lebensmittel können eine abwechslungsreiche und vielseitige Ernährung bereichern. Sie sind aufgrund der in Sojabohnen enthaltenen Isoflavone und Allergene jedoch nicht als alleinige oder überwiegende Nahrung geeignet.''
alles schön und gut, aber die menschheit hat früher trotzdem deutlich mehr sekundäre pflanzenstoffe zu sich genommen als heute, man vergleiche mal die zusammenstellung unserer nahrung mit jener vor 200 jahren, ganz zu schweigen von vor 2000 jahren. und ebenso selbstverständlich war soja natürlich KEIN tragender bestandteil dieser ernährung. den schmäh mit den allergenen find ich besonders lustig, wenn gleichzeitig milchkonsum durch lobbying propagiert wird und unser mastfleisch mit antibiotika und hormonen verseucht ist.
Früher sind die Leute auch nur 30 Jahre alt geworden.
Und wenn sich in Fleisch tatsächlich Antibiotika oder Hormone finden, riskiert der entsprechende Unternehmer, dass man ihm die Firma zusperrt, es GIBT KEIN verseuchtes Fleisch, solches würde umgehend aus dem Verkehr gezogen werden, weil man schon seit Längerem erkannt hat, wie gefährlich das ist, ähnliches gilt übrigens für solche Sachen wie Nitrate oder Pestizide im Gemüse.
,,Pythoöstrogene haben wir früher in rauhen Mengen aufgenommen'' - ich zeige, dass das falsch ist.
,,Aber... Fleisch ist kann verseucht sein!'' - Gemüse auch.
,,Aber... nur in Österreich nicht!''
... und was jetzt? Wenn ich daraufhinweise, dass in Ländern mit schlechten Lebensmittelkontrollen wohl auch pflanzliche Lebensmittel schlecht kontrolliert werden (Pestizide und Umweltgifte lassen grüßen!) kommt wieder irgendeine Flucht vor der einfachen Tatsache, dass Pythoöstrogene in Soja NICHT GESUND SIND.
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