Neuartige Lichtemitter sind billiger als OLEDs

08. Februar 2010 15:52
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Kohlenstoff ermöglicht vollständig recycelbare Beleuchtungslösung

Ein schwedisch-amerikanisches Forscherteam hat mithilfe des Kohlenstoff-Materials Graphen eine lichtemittierende elektrochemische Zelle (LEC) entwickelt, die gänzlich auf die Nutzung von Metallen verzichtet. Dadurch kann der Lichtemitter leicht als Ganzes recycelt werden, was ihn zu einer besonders umweltfreundlichen Alternative zu OLEDs und anderen Beleuchtungslösungen macht. So könnten etwa leuchtende Tapeten, die rein aus organischem Material bestehen, Realität werden.

"Eine LEC in einem Druckverfahren herzustellen ist einfacher als eine OLED zu fertigen, da eine LEC robuster ist und es ermöglicht, beide Elektroden mittels Lösung zu verarbeiten", betonen Nathaniel Robinson, Chemiker an der Linköping University h, und Ludvig Edman, Physikprofessor an der Umeå University, auf Nachfrage von pressetext. Das macht LECs besonders günstig in der Herstellung.

Organischer als OLEDs

OLEDs und auch bisherige LECs nutzen Indiumzinnoxid (ITO) für transparente Elektroden. Speziell Indium ist selten, somit teuer und gilt als potenzieller Bremsklotz für die Technologieentwicklung. Es ist auch relativ schwer zu recyceln. Die Wissenschaftler beschreiben nun in der Fachzeitschrift ACS Nano, wie sie dank Graphen als Elektrodenmaterial günstige und effiziente Lichtemitter ganz ohne das Metall realisieren können.

"Das ist ein großer Schritt vorwärts in der Entwicklung organischer Beleuchtungslösungen, sowohl aus technischer wie aus Umweltperspektive", betont Robinson. Da alle Komponenten der LEC mittels Lösungen hergestellt werden können, ist sie auch für die Herstellung mittels Rolle-zu-Rolle-Druckverfahren geeignet. Das ermöglicht eine kosteneffiziente Fertigung der organischen LECs.

Schnelle Marktreife

Während OLEDs konzeptionell bis in die 60er zurückgehen, aber bislang hauptsächlich für kleine Displays etwa bei Smartphones genutzt werden, glauben die Forscher an eine relativ schnelle Durchsetzung der LECs. "Da sie leichter herzustellen und somit billiger sind, werden sie breitere Märkte ansprechen", geben sich Robinson und Edman gegenüber pressetext überzeugt. Als Beispiel nennen sie die sogenannte elektrolumineszente Beleuchtung.

Ferner profitiert die neue Technologie von den Jahrzehnten der OLED-Entwicklung. "Lichtemittierende Polymere, die für OLEDs entwickelt wurden, funktionieren üblicherweise gut für LECs", erklären die Wissenschaftler. Daher sind sie überzeugt, dass organische LECs schnell den Massenmarkt erreichen können, vermutlich innerhalb von fünf bis zehn Jahren. (pte)

 

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24 Postings
Erleuchter
16.02.2010 11:14
Eine Displaytapete und ich werde ein zufriedenes Frauchen haben.

Jeden Tag eine neue Einrichtung auf der Tapete - kein Einkaufsstreß - wo werde ich den Adrelaninstoß hernehmen?

beinstein
18.02.2010 08:17
SOLANGE DU DIR KEIN ZWEITFRAUCHEN..

auf die tapete holst .. ;-)
allerdings beschreibt der text hier beleuchtungslösungen und nicht displaytechnologie.

chem
09.02.2010 10:31
Klingt irgenwie wie die Kohlefadenlampe von Edison. Also Zurück in die Zukunft !!

digibiz
09.02.2010 09:20
billiger - leichter herzustellen - besser wiederverwertbar -- trotzdem teurere endgeräte

Raschtulla
15.02.2010 17:45
Ja genau?

Deswegen werden Fernseher immer Teurer!?

Leech
09.02.2010 10:56
Günstig, leichter, besser

Tja das widerspricht aber dem Willen der Industrie...

McBlau
08.02.2010 23:03
Klingt gut,

auch ein bisschen nach "back to the roots",
Edison hat ja bekanntich auch mit einem Kohlefaden angefangen... ;-)

gutartiger Bösmensch
09.02.2010 08:31
Edison

hat mit gar nix angefangen, sondern nur böse kopiert ;-)

Herr Franz Strobel
08.02.2010 19:08
dass organische LECs schnell den Massenmarkt erreichen können

schnell also... da sind ja glühlampen schon früher verboten... :-(

Heimwerkerkönig
 
08.02.2010 17:08
"Graphen"

Komischer Name, auch wenn mir klar ist, worauf der fußen dürfte.
Da würde mich interessieren, wie man sich das namensrechtlich hat patentieren lassen.
Mit Google danach zu suchen, dürfte jedenfalls ein wenig mühsam ausfallen.

Die Technik dahinter hört sich erst mal spannend an.
Allerdings, ich habe in den letzten 10 Jahren so viele "Zukunfts-Technologien" gesehen, die vor sich hin schlummern, dass ich mich über so etwas erst richtig freue, wenn man es für kleines Geld kaufen kann.

Roland Schweiger
10.02.2010 10:46
ich korrigiere mich - Graphen gibt es :)

Es heisst doch so schön man solle vor Inbetriebnahme des Mundwerks (oder Tastenwerks) das Hirn einschalten also muss ich mich korrigieren weil ich mich hinterher schlau gemacht habe: Graphen gibt es und wenn ich es richtig verstanden habe bezeichnet man damit eine Form des Kristallgitters von Graphit,Graphen ist also sozusagen weniger amorph und genauer strukturiert. Gebe es aber zu, habe diese Endung heute zum ersten Mal gehört.

Roland Schweiger
10.02.2010 10:42
welche Nomenklatur hat Graphen?

Ja, mir schoß das auch gleich durch den Kopf und ich fragte mich (bei mir ist Chemie allerdings lange her) ob die Endong -en irgendwo in der (Genfer) Nomenklatur verankert ist und ob also Graphen eine andere Eigenschaft hat als Graphit aber es wird wohl eher was namensrechtliches sein. Die Sache klingt auf den ersten Blick gut aber mit Beleuchtungstechnik hat man uns schon so oft verarscht (da gehört das Glühbirnenverbot dazu) dass ich erstmal recht zurückhaltend bin. Auch die OLEDs sind in keinster Weise der Weisheit letzter Schluss... aber auf dem Gebiet der Polymere gibts in der Tat noch viel zu entdecken!

Michael Bakunin
08.02.2010 21:01

das ist kein namensrechtliches patent, sondern der name eines stoffes.

Cpt Caveman
08.02.2010 19:59

So schwierig zu finden ist es auch wieder nicht.

http://de.wikipedia.org/wiki/Graphen

phaidros
08.02.2010 19:58

google tut sich nicht schwer damit. da kommt schon das richtige. wenn man dann noch den englischsprachigen ausdruck sucht (graphene), dann siehts noch einfacher aus.

Leech
08.02.2010 16:30
Gogogo!!1

Nachdem meine Hoffnung in OLED Tapetten bereits am verschwinden war bekommt die Tapetten Idee jetzt wieder neuen schwung.

also GOGOGO wir wollen Tapetten :D

repent
 
08.02.2010 21:11

So eine Display-Tapete könnte der Innenarchitektur, die eben irgendwo zwischen den 60iger und 70iger gefangen ist, neue Impulse geben ^^

Der Eierbär
08.02.2010 19:31

HD-Tapete!

will haben!

*gg*

The Alien
 
09.02.2010 09:54

Auch für Decke und ggf., unter einer durchsichtigen Schutzschicht, für den Boden wäre sowas genial.

Das ganze natürlich als "Touchscreen" mit entsprechenden Sensoren.

Und dann eine Next-Next Generation Konsole anschliessen - das wär' Home Entertainment.

Aber auch verstaubungsfreies, farbvariables Beleuchtungssystem eine nette Sache! Wozu eine Wand "bunt" streichen, wenn man die Farbe nach Lust&Laune einstellen kann? ;-)

Roland Schweiger
10.02.2010 10:48
ich würde es eher KICK-SCREEN nennen! ;-)

The Alien
 
10.02.2010 10:57
Können wir uns auf "contact screen" einigen? ;-)

Roland Schweiger
10.02.2010 11:03
na gut ok, aber dann mit variabler Druckempfindlichkeit

... für Erwachsene und den "Krabbel-Modus" für Kleinkinder ;-)

moejoe187
08.02.2010 19:07

Tapetten? Tapeten würde ich meinen....

Romschbomsch
08.02.2010 16:15
Klingt interessant!

Bin mal gespannt wie sich dieser Ansatz weiterentwickelt.

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