Fundament der lange gesuchten Kirche St. Georg entdeckt

8. Februar 2010, 14:57
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    foto: freunde der kirche st. georg auf dem göttweiger berg

    Gräbermulden an Südmauer der früheren Kirche St. Georg.

Gotteshaus auf dem Predigtstuhl wurde vermutlich während erster Türkenbelagerung zerstört

Krems - Bei Ausgrabungen ist das Fundament der mittelalterlichen Kirche St. Georg entdeckt worden. Das lange gesuchte und in vielen Quellen erwähnte Gotteshaus auf dem Predigtstuhl war vermutlich während der ersten Türkenbelagerung zerstört worden.

Die Grabungen wurden vom Bundesdenkmalamt (BDA), dem Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien sowie dem Verein "Freunde der Kirche St. Georg auf dem Göttweiger Berg" vorgenommen  und fanden  im Rahmen eines Forschungsprojektes zur Geschichte des Göttweiger Berges statt.

Estrichboden aus Kalkmörtel

Zwei Steinmauern seien "eindeutig als Fundament einer kleinen mittelalterlichen Kirche identifiziert" worden. Im Innenraum sei ein Estrichboden aus Kalkmörtel freigelegt worden, aus dem eine Silbermünze, ein sogenannter Wiener Pfennig, aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts stamme. Dieser Fund passt laut BDA gut zur historisch überlieferten letzten Neuweihung der Georgskirche im Jahr 1463, der eine Renovierung des Baus vorangegangen sein dürfte.

Traufbestattungen

In einem Traufgraben seien Überreste mehrere Säuglinge bzw. Frühgeburten geborgen worden. Es habe sich wohl um sogenannte Traufbestattungen ungetaufter Kinder gehandelt, so das BDA. Das Grab eines Erwachsenen sei ebenfalls freigelegt worden. Ob sich neben der Kirche auch ein regulärer Friedhof befunden hatte, sei noch nicht geklärt.

Der Göttweiger Berg sei bereits in der Urgeschichte ein prominenter Siedlungsplatz gewesen und heute vor allem durch den weitläufigen Stiftskomplex bekannt. Die lange "vorklösterliche" Geschichte des historischen Ortes gilt aber als bisher kaum erforscht. Im Rahmen eines Kooperationsprojektes zwischen dem BDA, dem Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien und dem Verein "Freunde der Kirche St. Georg auf dem Göttweiger Berg" werden bereits seit mehreren Jahren archäologische Ausgrabungen auf dem südlichen Gipfel, dem Predigtstuhl, durchgeführt. (red/APA)

Georg Chytil
00
ahnt, ist sich aber nicht sicher ...

Was ist eine Traufbestattung ?

Redaktion derStandard.at/Wissenschaft
013
Traufkinder

Ungetaufte, kurz nach der Geburt verstorbene Kinder, insbesondere Frühgeburten, wurden in früheren Jahrhunderten (nach christlichem Glauben) oft längs des Kirchengemäuers beerdigt. Man hoffte, dass das "gesegnete" Wasser, das bei Regen von der Dachkannt der Kirche (= Traufe) auf die Gräber floss, die Dahingeschiedenen nachträglich allmählich taufen würde (Link: http://www.rowane.de/html/body... kinder.htm ).
Mfg derStandard.at/Wissenschaft

Nick Tameer
03

Und das alles nur, weil Evas Ernährungsberater zufällig eine Schlange war (Ist das auch gesund? - Das, gnä' Frau, ist wie ich ohne weiteres sagen kann, die gesündigste Frucht im ganzen Garten!).

Kiembeni
00
Hat das auch mit

dem Spruch "Vom Regen in die Traufe kommen" zu tun?

eilis
02

Mit Traufe bezeichnet man eine Tropfkante am Dach eines Gebäudes. Hier fließt während eines Regens das gesammelte Wasser des Daches ab. Es ist also noch schlimmer, als im direkten Regen zu stehen

==McMurphy==
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suchen sie im nächsten regen eine "traufe" und stellen sie sich drunter....

(das wäre heute der auslass jenes rohres, der das in der dachrinne gesammelte wasser ausspeit)
;-)

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