Jugend geht naiv mit Privatsphäre um

8. Februar 2010, 13:37

Aufklärung über Online-Gefahren als Teil des Lehrplans gefordert

Jugendliche legen in Bezug auf das Internet zu wenig Gefahrenbewusstsein an den Tag. Obwohl sie Online-Communitys wie Facebook und Co bereits als fixen Bestandteil ihres Alltags verstehen, haben nur die Wenigsten eine Ahnung von den Sicherheitseinstellungen der von ihnen genutzten Plattformen. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die Saferinternet.at  gemeinsam mit dem Institut für Jugendkulturforschung durchgeführt hat und die heute, Montag, anlässlich des morgigen EU-weiten Safer Internet Day 2010 der Öffentlichkeit präsentiert worden ist.

Wie die Untersuchung zeigt, ist den Jugendlichen der Schutz der Privatsphäre zwar wichtig. Was das eigene Wissen bezüglich der notwenigen Sicherheitsvorkehrungen betrifft, gibt es aber durchaus Aufholbedarf. So geben nur 14 Prozent der Befragten im Alter zwischen elf und 19 Jahren an, sich mit den Privatsphäre-Einstellungen auf den von ihnen genutzten Internet-Plattformen auszukennen. Rund 35 Prozent haben dort ein Profil angelegt, das für alle übrigen Community-Mitglieder völlig frei einsehbar ist.

Jugend kann Risiken schwer abschätzen

Den Saferinternet.at-Koordinator Bernhard Jungwirth stimmen die zu Tage geförderten Ergebnisse nachdenklich. "Die Jugend ist sehr naiv, was den Umgang mit der Privatsphäre im Internet betrifft. Oft ist ihnen nicht bewusst, wie offen all ihre Einträge oder Fotos bei Facebook und Co zugänglich sind", so der Jugendschutzexperte. Hier sei definitiv bessere Aufklärung notwendig, damit die Nutzer in der Lage sind, ihre Privatsphäre wirksam zu schützen.

"Jugendliche können oft schwer einschätzen, welche Inhalte ihnen später einmal zum Verhängnis werden können. Genau hier setzt Saferinternet an, indem wir gezielt daran arbeiten, das Bewusstsein zu schärfen, welche Informationen im Netz nichts verloren haben", betont Jungwirth. In diesem Zusammenhang seien aber nicht nur die jungen User selbst, sondern auch die Eltern und Lehrer gefordert. "Wir fordern, dass diese Thematik endlich in den Lehrplänen Einzug hält", ergänzt Jungwirth.

Unangenehme Spätfolgen

Dass das mangelnde Gefahrenbewusstsein in späterer Folge zu unangenehmen Erfahrungen der jungen User führt, beweisen die Studienresultate. So geben 34 Prozent der Befragten an, dass Freunde in Communitys schon einmal beschimpft worden sind. Rund 23 Prozent wurden "blöd angemacht" oder haben erlebt, dass Unwahrheiten über sie verbreitet wurden. Jeder Fünfte hat bereits zumindest einmal Fotos von sich im Web entdeckt, deren Veröffentlichung ihm unangenehm ist. Weitere zwölf Prozent haben bereits Nacktfotos geschickt bekommen. (pte)

Ringweltler
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Tolle Idee

Finde ich sehr gut, dass die Kinder hier mal aufgeklärt werden (wenn es schon die Eltern nicht tun) - weil was viele da ins Internet reinstellen und von sich preis geben ist wirklich nimma normal.

1komma144729886
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na, typisch

jeder schmonzes muss in den lehrplan ... habt's es nix besseres zu tun?

nebenbei: diese dinge werden bereits thematisiert, nur leider kommen sie nicht immer an, denn vielen jungen leutchen ist die geschützte privatsphäre schlicht wurscht, da ausprobiert, frei und zügig, was sich bietet. jene, die ohren haben und bereit sind nachzudenken können sehr wohl mit der software so umgehen, dass nicht jeder dahergelaufene ihre daten erhält, und das betrifft nicht nur facebook, sondern auch in den schulen propagierte software wie moodle.

und die trottel unter ihnen, die am liebsten halbnackt rumlaufen haben eben ein anderes grundverständnis davon

Skaidi
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Fehlende Kultur im Umgang mit moderner Technik

Ein mangelndes Bewußtsein gegenüber den Gefahren der Informationstechnologien ist ein Fingerzeig darauf, daß unsere Gesellschaft noch keine Kultur im Umgang mit diesen Werkzeugen entwickelt hat.

Kultur wurde/wird meist von einer Generation auf die nächste weitergegeben. Das fängt beim Essen und Trinken an, der passenden/angemessenen Kleidung, dem zwischenmenschlichen Umgang ... und endet bei den neuesten Technologien. Der älteren Generation mangelt es an tieferem Wissen und tw. auch Interesse, viele Junge springen begeistert (und naiv) auf den Zug auf und lernen durch (bittere) Erfahrung. Auf das Wissen von Fachgurus zurückzugreifen, wäre sicher vernünftig, allerdings müßte deren Wissen den Jungen erst zugänglich gemacht werden.

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