Die erste Präsidentin der "Schweiz Mittelamerikas"

8. Februar 2010, 16:10
  • Artikelbild
    foto: apa/epa/jeffrey arguedas

    Laura Chinchilla, erste Präsidentin Costa Ricas.

  • Das Kampagnen-Video über das Leben von Laura Chinchilla.

  • Die Hymne als patriotischer Wahlkampf-Song: Auch in Costa Rica werden die Söhne geehrt, die Töchter kommen nur als "Mutter der Liebe" vor.

Laura Chinchilla übernimmt das Amt von Friedensnobelpreis­träger Oscar Arias - Sie kämpft gegen den Drogenhandel und die Ehe von Homosexuellen

"Gracias Costa Rica, gracias twitteros!!!!" schreibt Laura Chinchilla auf Twitter, nachdem sie zur ersten Präsidentin Costa Ricas gewählt wurde. Die 50-jährige Politologin tritt in die Fußstapfen von Friedensnobelpreisträger Oscar Arias, dessen Vizepräsidentin und Justizministerin sie seit 2006 war. Beide gehören der sozialdemokratischen Partei der nationale Befreiung (PLN) an.

Moderne Konservative

Chinchilla ist verheiratet und hat einen Sohn im Teenager-Alter. Sie studierte Politikwissenschaften in Costa Rica und hat einen Master in "Öffentliche Politik" der US-Universität Georgetown. Als Anhängerin der römisch-katholischen Staatsreligion spricht sich Chinchilla gegen die Heirat Homosexueller und Abtreibungen aus.

Moderner gab sich die Kandidatin im Wahlkampf. Ihre obamaeske Kampagne wurde per Homepage, Blog, Twitter, Flickr und Facebook begleitet. Pressekonferenzen werden live im Netz gezeigt, auf einem eigenen youtube-Kanal (Beispiele siehe links) verkaufte sie sich schon seit 2008 als staatstragende und volksnahe Politikerin.

Kampf dem Drogenhandel

Wirtschaftspolitisch ist von Chinchilla eine Fortsetzung des Kurses von Arias zu erwarten: Eine weitere Liberalisierung des Marktes und die Ausweitung von Handelsvereinbarungen. Die Präsidentin hat sich auch für den (Teil-)Verkauf des staatseigenen Elektrizitäts- und Telekommunikations-Sektors ausgesprochen. Wichtigstes Thema des Wahlkampfes war die zunehmende Gewalt in Costa Rica, wo im vergangenen Jahr fast 1.000 Menschen ermordet worden sind. Meist standen die Gewalttaten im Zusammenhang mit dem Drogenhandel, dabei ist Costa Rica ein Transitland auf dem Weg von Süd- nach Nordamerika. Im Rahmen ihres Plans bis 2014 verspricht sie auch eine Erhöhung der Ausgaben für Bildung um acht Prozent.

"Schweiz" ohne Armee

Chinchilla wird die Präsidentin der "Schweiz Mittelamerikas", wie Costa Rica auf Grund des relativen Wohlstands und  der Neutralität genannt wird. Im Land gibt es seit 1949 kein Militär. Wirtschaftlich zählen vor allem der Tourismus und der High-Tech-Sektor zu großen Einnahmequellen. Und natürlich Bananen: Cost Rica ist der zweitgrößte Bananen-Exporteur weltweit, 2,7 Millionen Tonnen werden jährlich produziert. (rasch, derStandard.at, 8.2.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 102
1 2 3
Dirty Sanchez
 
01
15.2.2010, 13:14
a fesche Katz'!

menf
41
10.2.2010, 08:56
hurra..

die Gringos haben sich wieder durchgesetzt - C.R. bleibt eine gringo-kolonie.. liberalisierung und ausverkauf geht weiter - danke amerika.

Freude schöner Götterfunken
01
15.2.2010, 02:54
durften die gringos da auch waehlen?

unglaublich, erzaehlen sie bite mehr.

Michael Bakunin
13

römisch katholische staatsreligion?
was ist denn das für ein verrücktes land?

cupertino
00
pura vida!

ein schoenes land.

Der Oley
00
Bin da zwei mal überfallen und ausgeraubt worden

Allerdings is schon nett da

jinglebells
00
wann und wo?

leonid
10

heisst die tatsächlich chinchilla??!!?
sorry finds um die zeit nur "tiiiiierisch" lustig :-)

kelchstein
00

Chinchilla klingt aber besser als Cucaracha. Als Nachname schreibt man , glaube ich, Kukaracha.

pauljoe
10
ob sie wohl

auch den friedensnobelpreis bekommt ?

Honzoo
51
Costa Rica - bald ein Schurkenstaat?

Da sie gegen die Homo-Ehe auftritt, wird sie von manchen sogenannten Menschenrechtsorganisationen vermutlich bald attackiert werden.

pauljoe
00

sie meinen aber nicht die UNO ?!

El Clandestino ****
12

wenn sie genug dafür bezahlt, klar, warum nicht.

Ein Stein2
00

Tolle Frau, ich wünsche ihr viel Glück und Erfolg!

byron sully
13

ihre homophobe positionierung ist ganz klar ein minuspunkt, damit liegt sie aber im mittelamerikanischen vergleich leider wohl klar im mainstream (südamerika ist da tendenziell bereits ein wenig fortschrittlicher, kommt mir vor).

ansonsten find ich diesen wahlsieg von chinchilla weder toll noch schrecklich, sondern es wird wohl eine fortsetzung des status quo. solis (positiv) und guevara (negativ) wären signale für veränderung gewesen - richtung links-fortschrittlich oder rechts-reaktionär. schade, daß der eine nicht gewonnen hat, aber gut, daß der andere nicht gewonnen hat.

Araquin
01
Also schöne Nachnamen haben sie dort, dass muss man ihnen neidlos lassen...!

Mein Hund, die arme Sau, heißt Hojac.
02
Jo,

in Südamerika haben auch die Nagetiere schöne Namen.

bro
01

CR liegt in Mittelamerika...

Mein Hund, die arme Sau, heißt Hojac.
00

Chinchillas sind soweit ich weiß in Chile beheimatet.

triplehead2go
00

ein hund namens hojac...na heiß ich aber dann auch lieber wie ein nagetier! taufen sie das arme hündlein um!
by the way: costa rica ist nicht südamerika...

Mein Hund, die arme Sau, heißt Hojac.
00
Lateinamerika.

So, jetzt ist wieder ein jedes Ding wohlgeordnet an seinem Platz wie es sich auch gehört.

Fisch^^Fisch
12
Die Schweiz Mittelamerikas...

Costa Rica hat keine Armee, richtig. Dafür aber eine schwer bewaffnete Küstenwache und Polizeieinheiten. Die haben das gleiche Equipment wie Armeen vergleichbarer Staaten. Wo jetzt genau der Unterschied liegt darf man mir gerne erklären.

Krokodilgott Offler
02

Ein Costa Ricaner hat mir im Bezug auf die nicht vorhandene Costa Ricanische Armee einmal gesagt das diese Situation nur funktioniert weil die USA als Schutzmacht vorhanden sind. Grenzstreitigkeiten mit dem Nachbarn Nicaragua und damit Konfliktpotential wäre vorhanden.

triplehead2go
00

um nicht zu sagen costa rica ist die PUTA der usa, das sieht man schon an der herkunft der touristen.

jinglebells
00
mittlerweile leider ja.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 102
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.