Wechsel

SAP-Chef Apotheker tritt überraschend zurück

8. Februar 2010, 08:19

Rückkehr zu Doppelspitze beim Softwarehersteller - Produktinnovationen soll näher mit Kundenanforderungen zusammengebracht werden

 Europas größter Softwarehersteller SAP kommt nicht zur Ruhe. Nach mehrfachen Vorstandswechseln in kurzer Folge wird die Chefetage abermals radikal umgebaut: Statt des Vorstandssprechers Leo Apotheker, der am Sonntagabend überraschend zurücktrat, wird nun wieder eine Doppelspitze installiert. Wie die SAP AG in einer knappen Pflichtmitteilung bekanntgab, werden die Vorstände für Vertrieb und Produktentwicklung, Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe künftig gleichberechtigte Vorstandschefs.

Weitere Informationen zum überraschenden Abgang Apothekers will SAP heute, Montag, in einer Telefonkonferenz am frühen Nachmittag geben. Der Aufsichtsrat dankte Apotheker laut Mitteilung "für seinen enormen Beitrag zum Erfolg der SAP", den er seit seinem Eintritt in das Unternehmen vor mehr als 20 Jahren geleistet habe.

Innovation

Ausdrücklich verspricht sich der Aufsichtsratschef Hasso Plattner vom Umbau des Vorstandes, dass "die Produktinnovationen näher mit den Kundenanforderungen" zusammengebracht werden.

In der Mitteilung heißt es, der Aufsichtsrat habe sich mit Vorstandssprecher Leo Apotheker einvernehmlich darauf verständigt, dessen Vertrag als Vorstandsmitglied nicht zu verlängern. Daraufhin habe Apotheker sein Vorstandsmandat mit sofortiger Wirkung niedergelegt.

Geschichte

Der Vertriebsexperte Apotheker stand erst seit April 2008 an der SAP-Spitze - zunächst gleichberechtigt neben dem Physiker Henning Kagermann und seit Mai 2009 allein. Bis dahin führte er den Softwarekonzern gemeinsam mit den Physiker Henning Kagermann. Die beiden neuen SAP-Chefs gehören dem Vorstand seit Juli 2008 an.

Der erneute Umbau an der Konzernspitze erfolgt in einer für SAP schwierigen Phase. Das lange Jahre erfolgsverwöhnte Unternehmen musste im abgelaufenen Geschäftsjahr wegen der weltweiten Finanzkrise und der daraus resultierenden Investitionszurückhaltung der Kunden einen Rückgang beim operativen Gewinn von 3,3 Mrd. auf 2,9 Mrd. Euro verbuchen. Unter dem Strich fiel der Gewinn bei SAP 2009 von 2,2 auf 2,0 Mrd. Euro. Der Umsatz ging um 9 Prozent auf 10,7 Mrd. Euro zurück und die Erlöse aus dem Geschäft mit Software sackten um 28 Prozent auf rund 2,6 Mrd. Euro ab. (APA)

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SAP

vnikey
 
00
10.2.2010, 17:00

Hoffentlich ist es bald aus mit 'Schrei, Angst und Panik', aka 'Submit And Pray'

Heimwerkerkönig
 
10
Haha...

... "Apotheker".

Es geht aber noch besser.
Meine Nachbarin, Verkäuferin bei Bipa, heißt "Dokter".
Überall als "Frau Dokter" angesprochen zu werden, muss ein erhebendes Gefühls sein...
Andererseits, "Herr Apotheker", klingt auch ganz nett :-)


Elef
00
Besser...

... als wenn man als Frau von einem Doktor immer mit "Frau Dokter" angesprochen wird.

Heimwerkerkönig
 
00
In der Tat.

Oder z.B. die Frau vom Bürgermeister, als "Frau Bürgermeister" ansprechen (am Land noch gerne so gehandhabt).

Aber Österreich ist eben das Land der Titel-Kasperln.
Daran konnte selbst Bachelor und Master wenig ändern.
Was tut man schließlich nicht alles, nur um der eigenen Eitelkeit zu schmeicheln...


hitower
00
Mit dem Namen hat mans sicher nicht leicht...

Hab mich schon sehr gewundert wieso SAP einen Chef-Apotheker braucht, aber beim lesen des ganzen Artikels is es mir dann klarer geworden ;-)

Sophist1
00
Mitnichten eine Überraschung. Der Herr Apotheker war für dieses.....

...Geschäft viel zu hölzern und phantasielos.

MarcoMadre
02
Richtig harte Zeiten,

der operative Gewinn ging von 3.3 Mrd. auf 2.9 Mrd. zurück. Richtig hart!

Vergesst das Spenden für Haiti! Spenden für SAP!!!

Der Lord
 
00
Stimmt!

... spendet den SAP Mitarbeitern!!!

;-)

markusM.
20

vielleicht war das doch nicht die finanzkrise, sondern die leute haben bemerkt, was das für eine sch... software ist.
aber wenn man trotz allem nur einen gewinn(!) von 2 mrd. (statt 2,2) hat, dann is schon was im argen...

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