Ex-Präsident unterzog sich Notoperation - Ehemann der amtierenden Staatschefin an Halsschlagader operiert
Buenos Aires - Drei Tage nach einer Notoperation an der
Halsschlagader hat der frühere argentinische Präsident Néstor
Kirchner das Krankenhaus wieder verlassen. Fernsehbilder zeigten, wie
sich Kirchner am Mittwochmorgen mit einem Wagen vom Klinikgelände
fahren ließ. Vor Reportern sagte der 59-Jährige, er fühle sich "sehr
gut, 100 Prozent".
Kirchner war nach Angaben der Ärzte bei Bewusstsein gewesen, als er am Sonntag mit seiner Frau, der amtierenden Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner, in die Privatklinik gekommen sei. Der Zustand des Ex-Präsidenten war jedoch offenbar besorgniserregend. Der Erzbischof von Buenos Aires, Jorge Bergoglio, schickte einen Priester, der Kirchner das Sakrament der Krankensalbung spenden sollte.
Kirchner war von 2003 bis 2007 argentinischer Staatspräsident. Nachdem seine Peronistische Partei bei den Kongresswahlen im Juni die Mehrheit in beiden Parlamentskammern verloren hatte, reichte er seinen Rücktritt als Parteichef ein. Da das Demissionsgesuch aber nicht angenommen wurde, blieb Kirchner de facto Parteichef. Der Ex-Präsident gilt immer noch als äußerst einflussreich. Er will im kommenden Jahr
erneut für das Amt kandidieren und seine derzeit amtierende Frau
Cristina Fernandez ablösen.
Am Mittwoch hatten mehrere Abgeordnete eine Klage gegen das Ehepaar Kirchner angekündigt. Sie sollen sich demnach während der Finanzkrise mit illegalen Dollar-Spekulationsgeschäften bereichert haben. Kirchner hatte am Dienstag erklärt, er habe 2008 zwei Millionen Dollar (1,46 Mio. Euro) erworben, um mit dem Geld ein Hotel im Süden des Landes zu kaufen. (APA/AFP/apn)