Desolates Heer

Untauglich

7. Februar 2010, 17:41

Norbert Darabos ist mehrfach betroffen: Als Verteidigungs- und Sportminister

Das österreichische Bundesheer scheint sich in einem katastrophalen Zustand zu befinden, quasi innen wie außen.

Außen: Die Kasernen sind zum Teil vollkommen desolat. Es ist eine Zumutung, wie Grundwehrdiener untergebracht sind, das ist fast schon gefährlich.

Innen: Es werden immer weniger Soldaten. Immer mehr junge Männer sind nämlich "untauglich". Viele sind einfach zu dick. Der Anteil derjenigen, die mehr als 100 Kilogramm wiegen, hat sich in zehn Jahren verdoppelt.

Und dann gibt es noch diejenigen, die gar nicht zum Bundesheer wollen, die lieber Zivildienst machen. Sie müssen sich noch darauf ausreden, dass sie Gewalt und somit den Dienst an der Waffe ablehnen. Gegen diese "Gewissensklausel" wird jetzt geklagt, damit könnten dem Bundesheer weitere Rekruten abhanden kommen.

Norbert Darabos ist mehrfach betroffen: Als Verteidigungsminister muss er bangen, zu wenige Soldaten zu haben. Und diese kann er nicht einmal adäquat unterbringen. Geld für die Sanierung der Kasernen ist offensichtlich nicht vorhanden. Hauptsache, es gibt sündteure Eurofighter. Dafür fallen bald die alten Trainingsmaschinen vom Himmel.

Als Sportminister wäre Darabos für die Prävention zuständig: So gehen auch die vielen Dicken politisch gesehen auf seine Kappe. Da kann sich der Verteidigungsminister schlecht auf den Sportminister ausreden. (Michael Völker, DER STANDARD, Printausgabe, 8.2.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 105
1 2 3
standardniveau
00
19.4.2010, 16:35
Der Anteil derjenigen, die mehr als 100 Kilogramm wiegen, hat sich in zehn Jahren verdoppelt....

......

Als Sportminister wäre Darabos für die Prävention zuständig: So gehen auch die vielen Dicken politisch gesehen auf seine Kappe......

Michael Völker, DER STANDARD


noch Fragen zu diesen Schreiberling ?

1116er
22
der eine ist zu dick,

der andere mag nicht.

bleiben dem bh also nur diejenigen, die gern saufen...(ist eh von vorteil, weil im vollrausch bekommt man wenigstens den zustand der kasernen nicht mit!)

Heavyweather
01

Tja..
Die leisten auch nix. Erwirtschaften nix. Faulenzen nur.
Ist gut dass hier nicht mehr investiert wird.

cerberos69
 
20
Desolat, desolater, am ...

Dass das österr. Bundesheer ein Stiefkind des Finanzministeriums ist, ist eine alt bekannte Tatsache und war immer schon so. Mit dem, was der Finanzminister 'rausrückt, kann man kein modernes Heer mit intakten Bauten und Gerätschaften erhalten.

Dem Vorschlag, statt des unzureichend ausgerüsteten und ausgebildeten Milizheeres ein stehendes Berufsheer mit gut ausgebildeten Berufssoldaten und entsprechender Ausrüstung sowohl hinsichtlich Gerätschaften als auch Gebäuden etc. einzuführen, ist grundsätzlich nicht von der Hand zu weisen, wäre jedoch noch teurer, als das Milizheer zu behalten und den Bestand zu sanieren. Das kriegt kein Verteidigungsminister jemals durch.

Lazarus Long
01
Das Problem ist nur das sie bei einer Berufsarmee

nur minderqualifizierte Leute bekommen, keine Ausbildung das ändern kann, dadurch die Qualität generell schlecht ist und das bei deutlich höheren Kosten. Außerdem geht dadurch sehr viel an "zivilen" Fähigkeiten, die die Miliz mit einbringt verloren, und gerade diese Fähigkeiten sind für einen erfolgreichen PS-Einsatz absolut notwendig.
Die bisherigen Erfahrungen bei einer Umstellung auf Berufsarmee zeigten klar, das man es ein schwerer Fehler ist auf Berufsarmee um zu stellen.

Schubiak
22

Als mein Hr. Papa beim Heer war war schon alles desolat.
Als ich beim Heer war war alles desolat.
Wenn mein Kind einmal beim Heer sein wird (müssen) wird immer noch alles desolat sein.

ABSCHAFFEN und VERKAUFEN den ganzen MIST.

BH23
25

unglaublich wie viele Jahre ein Land den Eurofightern sinnlos nachjammern kann - ändern tuts nichts und halbwegs vernüftige Gegenvorschläge habe ich auch kaum vernommen (es kommen fast ausschließlich die Extreme von BH-abschaffen bis hin zu einem mehrfach teuereren Berufsheer). Ich gebe der Jammerei noch lockere 10 Jahre ... .

That's Austria, bebrühmt für Musik, Kultur, und Jammerei.

Zinnmo
 
22
Systemumstellung!

Weg mit der Wehrpflicht. Dann braucht es höchstens noch 20% der Kasernen. Die kann man dann richtig umbauen und nutzen.

systemfehler1
21
Ich warte auf:

Die Roten sind schuld!

Nachdem der derzeitige Minister ja ein Roter ist, die letzten 40Jahre aber zu 90% nur Schwarze dieses Ressort innehatten, darf ein Aufruf in diese Richtung seitens des Standards ja nicht fehlen .

Hauptsach´ wir haben dies teuren Flieger und ein paar Faßlabend-Panzer rosten auch nocj irgendwo vor sich hin.

Schmal, lieber Zensi, dass man so etwas hier nicht schreiben darf.
Naja, vielleicht erscheint´s jetzt.

derzustand.at
01

Ganz kommt das mit den 40 Jahren schwarze Minister aber nicht hin, siehe:

http://de.wikipedia.org/wiki/Vert... 6sterreich

Bauliche Mängel sind grundsätzlich keine Frage, wer das Ressort leitet, sondern wofür das vorhandene Budget verwendet wird (Gerät, Infrastruktur, etc.). Und gerade dabei hat der Minister oft weniger Einfluss als man denkt, da er zumeist den Wünschen der hohen Militärs nachkommt.

okami
21
Schnell kündigen ...

... die Feuerversicherung! Hat ja eh noch nicht gebrannt und um das Geld könnten wir uns 'irgendwas Schönes' kaufen.

angus1
00

ein halbes Jahr armenbekaempfung und dann loesen wir das schweizer heer auf... gggg

werwolfi
00

eine gewichtsangabe ist aber ein holler - immerhin werden die jugendlichen im schnitt auch größer.

wie wärs stattdessen mit dem BMI? (body mass index, nicht bundesministerium für inneres ;o)

Calimero22
01

wenn ich das damals nur gewußt hätte ... ;-)

hugotintifax
110
Chronische Austriazitis

1.) Heer tothungern und dann aufregen, dass es "dürr" ist.
2.) Unsere blade Jugend zu einem Problem des Heeres machen.

Da hilft nur Lagavulin!
20
Aber Hunderttausende in die Sanierung von Offizierskasinos investieren - siehe Stiftskaserne. Luxus pur!!!

zkk
 
07
eh klar, die ef sind schuld, dass die kasernen so desolat sind ...

als ich meinen "dienst am vaterland" ableistete, wurde meine kaserne gerade renoviert (um nicht zu sagen restauriert), nur um wenige jahre später komplett abgerissen zu werden um einem wohnungsneubau zu weichen (carlskaserne 1220 wien). sinnvoll geld investieren war damals schon beim heer unbekannt.

die ausrede ef muss bei herrn darabos wohl für alles herhalten, hauptsache er verlängert den sinnfreien aber kostenintensiven assistenzeinsatz im burgenland (als vorleistung für den späteren lh-posten, der tiefe asylantenabwehrkampf im burgenland verbindet ihn ja schon mit dem aktuellen), für das geld könnten einige kasernen modernisiert werden.

herr darabos ist seit über 3 jahren im amt, die schlimmsten erwartungen hat er übererfüllt ...

Emiliano Zapata
 
03
darabos hat als verteidigungsminister einiges von seinen vorgängern geerbt 2/2 postings

und die zivildiener: für die habe ich volle hochachtung, da der zivildienst bekanntlich länger dauert als der präsenzdienst. und die tätigkeiten im krankentransport, pflegeheim etc. sind auch nicht immer lustig.
lösung wäre in meinen augen: umgestaltung des heeres richtung mehr katastrophenschutz und luftraumüberwachung. berufsheer, mit klar definierten auslandseinsätzen im rahmen von uno-truppen und klar definierten verteidigungsaufgaben. mit dem winzigen problem, dass es dann auch keinen zivildienst mehr gibt und viele trägerorganisationen sich die entsprechenden hilfskräfte nicht leisten könnten. hier eine lösung zu finden ist der knackpunkt.

Emiliano Zapata
 
02
darabos hat als verteidigungsminister einiges von seinen vorgängern geerbt 1/2 postings

die kasernen fallen ja nicht erst zusammen, seit darabos im amt ist und die eurofighter hat auch ursprünglich wer anderer bestellt. und dass dem bundesheer nicht mehr budget zugestanden wird ist sowieso eine andere frage.
und die untaugliche jugend? auch das sind versäumnisse, die ich nicht unbedingt dem verteidigungsminister anlasten würde, viel eher wohl der unterrichtsministerium - denn die 18jährigen waren ja wohl zumindest bis 15 in der schule - und haben sie dort ausreichend turnunterricht bekommen? wurden sie von der schule/ dem elternhaus ausreichend auf gesunde lebensweise hinerzogen, oder sind wir inzwischen nicht sowieso eine fastfood-gesellschaft, die sport v.a. passiv konsumiert?

Londo Mollari
 
04
schon vor 20 jahren waren die kasernen desolat

und, nonanet, ist auch die letzten 20 jahre nichts gemacht worden. die zustände sind unter allem borstenvieh, aber das war ja schon immer so. typisch österreich, diktatur der "warschonimmerso, hammanochniandersgmacht, könntajedakommen" diktatur der pensionisten

Sophist1
23
Die Denke, wenn schon z.B. Costa Rica ohne Armee auskommt,

...dann geht es bei uns doch genauso, ist gefährlich. Dass Costa Rica eine Polizei vorhält, die jegliche sonst übliche Dimension sprengt, einen Ettikettenschwindel darstellt und die Nachbarn auch solche Operetten-Armeen vorhält, dadurch verbietet sich z.B. dieses Refernzbeispiel. Wir sind von hochgerüsteten Länder umgeben - auf deren Friedfertigkeit wir uns verlassen - das macht uns für einen Tag X erpressbar. Die kriegsauslösenden Motive früherer Zeiten haben sich verschoben, hin zu unberechenbaren assymetrischen Ursachen. Dieses Aushungern des Miltärs kann einmal uns ganz blöd aus der Wäsche schauen lassen.

Paul Dresten
00
Costa Rica hat eine armee

Duck of Death
11

Wenn sich die Tschechen unseren Erzberg holen kommen, dann sind wir froh über unser Heer!


/ Sarkasmus off

Harald Katzengruber
12
richtig,

..hin zu unberechenbaren assymetrischen Ursachen.

Darum in Frieden investieren und nicht in Rüstung. Wäre unser Heer spezialisiert auf Katastrophenschutz/-bergung/-prävention udgl. und würde dahingehend investieren (allg. Ausbildung, Hubschrauber, Räumfahrzeuge, Ortungsgeräte ...) sowie international diese nicht vorhandenen Stärken/Kernkompetenzen einsetzen, könnten unsere Reputation einen Aggressor davon abhalten, bei uns einzufallen.

Abgesehen davon, innerhalb der EU sind die Leute hoffentlich noch auf Jahrhunderte hin kriegsmüde, nachdem es Jahrhunderte lang nie einen längeren friedlichen Zeitraum gab. Somit mache ich mir keine Sorgen, dass Deutschland oder Ungarn oder gar die Schweiz jetzt einen Angriff starten.

Harald Katzengruber
12
und noch was:


was verspricht sich ein Angreifer von Österreich? Wir haben keine wirklichen Ressourcen, die aktuell benötigt werden (Öl, Kupfer, Gold, Silber ...). Und die Länder rund um uns haben auch noch genug Wasser, falls dieser "Rohstoff" einmal Thema sein sollte.

Wichtiger ist es da schon, einem potentiellen "Ausverkauf" der heimischen Wasserbestände zu verhindern bzw. unsere Natur so gut wie möglich zu erhalten. Dazu sollte jeder Cent vom Heer abgezogen werden.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 105
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.