Hilfreiches Gadget statt "sinnloser Ablenkung" - Android-Treiber langfristig wieder im Kernel
Linux-"Erfinder" und Kernel-Maintainer Linus Torvalds ist nicht gerade für seine Zurückhaltung bekannt, wenn es darum geht seine Meinung zu äußern. Gerade wenn ihm mal etwas nicht in den Kram passt, kann er schon mal einen recht vernichtenden Flame über die Mailing-Listen der Kernel-Community jagen. Dass seine Ansichten dabei nicht immer massenkompatibel sind, ist Torvalds durchaus bewusst - und herzlich egal.
Begeisterung
Etwas ungewöhnlicher ist es da schon, wenn Torvalds einmal lobende Worte findet, so zeigt er sich in einem aktuellen Blog-Eintrag von Googles Android-basiertem "Nexus One" geradezu begeistert. Es sei das erste Mobiltelefon, das er nicht hasse, so der Kernel-Entwickler. Bisher habe er entsprechende Geräte immer für eine unerfreuliche Ablenkung gehalten, das Nexus One sei aber ein echter "Gewinner".
Möglichkeiten
Dies allerdings weniger wegen der Telefoniemöglichkeiten, diese seien für ihn nur sekundär, sondern weil es einfach ein tolles Linux-basiertes Gadget sei. Den Ausschlag für seinen Kauf habe letztendlich die Ankündigung von Pinch-to-Zoom-Support gegeben, so Torvalds. Auch die - derzeit den USA vorbehaltenen - Navigationsfähigkeiten seien ein echter Gewinn, immerhin wollte er ohnehin ein GPS-Gerät für sein Auto haben.
Einsatz
Auch wenn er die Idee eines Linux-basierten Mobiltelefons schon immer faszinierend gefunden habe, und sich entsprechend einige entsprechende Geräte angeschafft hat, habe er diese doch nie wirklich benutzt. Ein von Google zur Verfügung gestelltes T-Mobile G1 sei so schlussendlich nur für Solitaire und Galaga auf langen Flugreisen zum Einsatz gekommen.
Kernel-Entwicklung
Auf Nachfragen zu Googles umstrittener Android-Kernel-Entwicklungspolitik - die entsprechenden Treiber sind gerade wieder aus dem offiziellen Kernel geflogen - zeigt er sich in einem späteren Kommentar gelassen: Es sei nicht ungewöhnlich, dass Unternehmen einige Zeit brauchen, bis sie wirklich produktiv in der Upstream-Kernel -Entwicklung mitarbeiten, innerhalb der nächsten Jahre werde das schon früher oder später klappen. (apo, derStandard.at, 07.02.10)