Patientenakte des Nazi-Diktators ausgewertet: "Er hat sich sehr schlecht ernährt und litt unter Parodontose"
Hamburg/Berlin - Neuen Untersuchungen zufolge
hatte Adolf Hitler schlechte Zähne und Angst vor dem Zahnarzt. "Hitler war wohl sehr
schmerzempfindlich", folgert die Krefelder Zahnärztin Menevse Deprem-Hennen,
nachdem sie die Patientenakte des Nazi-Diktators auswertete. In ihrer Doktorarbeit mit dem Titel "Dentist des Teufels"
äußert die Fachfrau eine Reihe von Mutmaßungen über das Gebiss des sogenannten
Führers: "Es ist sehr wahrscheinlich, dass Adolf Hitler starken Mundgeruch
gehabt hat. Er hat sich sehr schlecht ernährt und litt unter Parodontose
(Zahnbettschwund)."
Deprem-Hennen sichtete dem Bericht zufolge die lange verschollen geglaubten
Unterlagen des Zahnarztes und SS-Generals Hugo Johannes Blaschke (1881-1960),
der jahrelang Hitler und andere Nazi-Größen behandelte. "Wahrscheinlich hatte
Hitler, wie viele Menschen, Angst vor dem Zahnarzt", stellt die 39-Jährige fest.
Acht Termine für eine Wurzelbehandlung
Der Diktator habe sich wohl vor Schmerzen gefürchtet: "So leistete er sich den
Luxus, seinen Leibzahnarzt Johannes Blaschke für eine Wurzelbehandlung achtmal
in die Reichskanzlei zu befehlen, normalerweise wird das in ein bis zwei
Sitzungen erledigt." Zur Parodontose sei 1944 eine Vereiterung am Oberkiefer
hinzugekommen, weshalb ihm ein Backenzahn gezogen wurde. (red/APA)