MAG: World of Counter-Strike

Zsolt Wilhelm, 7. Februar 2010, 12:36

Ein Online-Krieg, drei Fraktionen, 256 Spieler - Zipper Interactives neuester Streich ist ohne Frage massiv

Die Ankündigung, einen vollwertigen Online-Shooter mit 256 Spielern realisieren zu wollen, klang 2008 wie ein zu hoch gestecktes Ziel. Zwei Jahre später hat Zipper Interactive, die Erfinder der "Socom"-Serie sein Versprechen nun eingelöst. Tatsächlich ist es gelungen, auf der PlayStation 3 ein Kriegsspiel mit den Ausmaßen eines MMORPGs auf die Beine zu stellen. Seit Ende Jänner laufen die Server heiß und bis auf wenige anfängliche Zwischenfälle hat "MAG" bewiesen, dass es technisch und verzögerungsfrei möglich ist. Aber garantiert allein die Anzahl der Spieler für gute Unterhaltung? Steckt mehr dahinter, als ein Proof-of-Concept? Der WebStandard warf sich in die Schlacht.

Schattenkrieg

MAG greift ein naheliegendes und bedrohliches Zukunftszenario auf. 2025 herrscht oberflächlich der Weltfrieden, doch im Schatten der gespielten Heiterkeit führen die Staaten einen Schattenkrieg gegeneinander. Anstelle staatlicher Militärs kommen Privatarmeen (PMU) zum Einsatz - irgendwie muss ja die Wirtschaft am Leben gehalten werden. Drei Unternehmen bieten ihre Dienste an. Die US-Gesellschaft VALOR, die Tschetschenische SVER und die Wiener GmbH RAVEN. Jede der drei PMUs hat ihre eigenen Stärken. So verkörpert etwa SVER den Stolz der Widerstandskämpfer und die österreichische RAVEN setzt auf modernste Technologien und Waffensysteme.

CounterStrike lässt grüßen

Als reiner Online-Shooter hält sich MAG nicht lange mit Hintergrundinformationen auf. Man wählt eine Fraktion und einen Charakter und wirft sich ins erste Training. Beim Zielschießen kommt ein vertrautes Gefühl auf. Obwohl mit Controller statt Maus steuert sich der Soldat so direkt und sicher wie die Räuber und Gendarmen aus dem Klassiker Counter-Strike. Sehr solide und ohne Überraschungen. Nach der kurzen Einführungsrunde wird man taktisch leider komplett ungeschult an die Front geschickt und nach einigen hoffnungslosen Anläufen wird einem die enorme Tiefe des Konzepts bewusst. Mit bloßem Geballere kommt man nicht weit, die schieren Ausmaße erfordern Teamspiel und konsequente Spezialisierung.

Truppenzugehörigkeit und Rollenspiel

Nachdem bis zu 128 Spieler auf einer Seite kämpfen, werden die Einheiten in vier Platoons und 16 Squads unterteilt. Zu Beginn läuft man also unter dem Kommando eines Squadleaders und versucht so präzise wie möglich dessen Anweisungen Folge zu leisten. Strategische Ziele wie Stützpunkte müssen gemeinsam eingenommen werden, zieht man nicht an einem Strang, zerfällt die Sturmlinie gewiss. Um Neueinsteiger nicht komplett zu überfordern, darf man als Frischling zunächst nur kleineren Schlachten mit 64 Team-Mitgliedern beitreten und die Komplexität der Spielmodi hält sich in Grenzen.
Mit jedem Abschuss, jeder Wiederbelebung eines Team-Kameraden und jeder Reparatur eines Geschützes sammelt man Erfahrungspunkte und kann so allmählich seine Fähigkeiten und Eigenschaften verfeinern. Man darf sich für spezielle Waffenkategorien entscheiden, als Sanitäter, Späher oder Techniker ausbilden und in all diesen Bereichen noch Schwerpunkte setzen. Wie in einem Rollenspiel baut man einen Charakter auf und wird zunehmend nicht nur stärker, sondern auch wichtiger für die anfangs gewählte Fraktion.

Tiefgang

Erreicht man höhere Level, bewirbt man sich für strategisch tragende Rollen wie den Squad-Leader und nimmt im Laufe seiner Karriere dann die Leitung eines Platoons und schließlich den Posten des Leitenden Offiziers ins Visier. Geht es in dieser Hierarchie von unten gesehen zu Beginn nur um die Anweisung einzelner Soldaten, ist man später für die Ausführung des Schlachtplans verantwortlich. Squad-Leader dürfen Unterstützung in Form von Panzerfahrzeugen anfordern oder Granatschläge anordnen und Offiziere haben gar die Möglichkeit, Spiel entscheidende Züge wie die Störung der feindlichen Kommunikation auszuführen.
Alledem vorausgesetzt ist die ständige Kommunikation mit den Kameraden. Das optional oder im Bundle erhältliche Bluetooth-Headset und die Online-Sprachqualität lassen dabei kaum etwas zu Wünschen übrig. Scheue Persönlichkeiten müssen sich allerdings über die Hürde wagen, die Kommunikation mit Fremden aufzunehmen. Idealer weise packt man ein paar Freunde in den eigenen Trupp.

Reibungslose Technik

Während die für auf Call of Duty-konditionierten Spieler vielleicht überraschende Tiefe ein Hindernis darstellt, klappt die Technik von Beginn an wie am Schnürchen. MAGs riesige Schlachtfelder glänzen zwar nicht mit der Detailschärfe und Effektfreudigkeit eines Killzone 2, doch die abwechslungsreichen Wüsten-, Wald- und Industriegelände können sich allemal sehen lassen. Die Darstellungstiefe überzeugt genauso wie die konstante Bildwiederholungsrate. Die Waffen-Sounds und Kriegsgeräusche klingen überzeugend.
Wie Anfangs bereits erwähnt, wurde allerdings bei der Präsentation gespart. Gerade einmal je ein Intro-Video zu den einzelnen Fraktionen erläutert die Hintergründe. Wer sich in eine Illusion, ein "Second-Life" hineinfallen lassen möchte, braucht schon etwas Fantasie. Dem eigentlichen Spielgeschehen schadet dies jedoch nicht.

Fazit

Ohne Einzelspieler-Komponente und der Zwang zum Teamplay machen MAG nicht gerade zum Spiel für Jedermann. Wer sich auf den 256-Spieler-Krieg einlassen möchte, sollte eine Leidenschaft für Taktik mit sich bringen. Die Eigene Leistung kommt in der Anfangsphase nicht unmittelbar zum Tragen, man spürt bei der Menge an Kombattanten nur ein Zahnrad in der Maschine zu sein. Wem dies zusagt, findet eine mächtige und hoffentlich wachsende Online-Welt vor sich, die ambitionierte Hobby-Soldaten konsequent belohnt. Mit der Übernahme leitender Positionen wandelt sich das Spiel schlagartig von einem Shooter in ein Strategiespiel, das viel Gespür für Timing und Mitspieler erfordert. Und wie in einem Rollenspiel darf man sich den Krieger nach Maß bauen und komplettieren, um eines Tages dann womöglich unter der Flagge einer anderen Fraktion ganz von neuem durchzustarten. MAG ist ohne Frage ein sehr spezielles, aber in jeder Hinsicht massives Erlebnis.

(Zsolt Wilhelm, derStandard.at, 7.2.2010)

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MAG

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primitivling
00
13.2.2010, 11:31
BF 2

mir klingt es ja so, als ob man später mal commander spielen kann wie bei BF2.
heisst für mich kein direktes mitschiessen aber dafür (für mich) umso spannenderes planen und sqads verteilen und vers. güter schicken und arty und und und...
also der teil von BF 2 der für mich zum. 50 % ausmacht.

ich frag mich ja nur wie das mit dem ping so ist...
die server sitzen ja in den US glaube ich.
wie sieht den die erfahrung aus ? - is es sehr laggy oder hängt es öfters mal ???

Markus KA
00
16.2.2010, 10:30

Ich hab genau einen Lagspike im Spiel gesehen, ansonsten läuft alles rund.

Ich glaube aber auch nicht, dass die Server in den USA stehen.

Sonst würde ich mit meinem Scharfschützengewehr nichts treffen ;)

solandre
 
00
10.2.2010, 12:16

wär interessant was man von hier in österreich aus für einen ping zu den servern hat.

Donbon
00
11.2.2010, 11:39
Ping

Habe ein paar Wochen die Beta gespielt und hatte mit dem Ping keine Probleme (20-70) Außerdem hab ich sogar ein paar andere Österreicher getroffen.

SCANone
07

ob ich wirklich VERBAL mit Fremden reden will? am Ende komm ich drauf, dass ich mein Hobby nur mit 13 Jährigen teile und geh danach frustriet schlafen...

Psycho87
00
31.5.2010, 16:20

Das war auch der Grund weshalb ich Counterstrike 1.6 aufgegeben habe, als ich 20 war...

aenema_lateralis
 
00
30.7.2010, 15:43
hm

also 1.6 spieln immer noch viele mitt- bzw endzwanziger :) keine angst also.

MBR
01
12.2.2010, 16:18
am ende komm ich drauf

das die 13 jährigen besser englisch können als ich...

Heavyweather
33

Na bitte...total realistisch.
Man ist nur Kanonenfutter...alle anderen sind nur Kanonenfutter. Das große ganze oder eine politische Ebene erschliessen sich dem Mörder gar nicht mehr...

Jetzt auch in real 3D...Afgahnistan, Tschad, Myanmar, Somalia, Angola...
Auch zukünftige neue Herausforderungen für Frontschweine in Aussicht...

DerMarkus2
00

warum gibts das nicht auch auf dem PC :(

Alle Spiele auf jeder Platform!!!

Gibts da vielleicht eine Petition oder so? :D

raff1
00
Überlege mir deswegen PS3 zu kaufen.

Alle haben bei dem Spiel gleichen controller.
Keine cheater.
Gleiche Voraussetzungen bei Grafik.

cana
01

keine cheater würd ich nicht behaupten. kenn mich mit der materie kaum aus, aber anders als PC cheater mit ihren wallhacks und was noch, sinds bei konsolenshootern eher die bug-user und glitcher, die ehrlichen spielern den spaß verderben können. vielen läuft man zwar nicht über den weg (kommt sicher auch auf die häufigkeit des spielens und des spiels selbst an), aber davon auszugehen, dass man auf keine schummler treffen wird können, ist leider falsch. dachte, bevor du enttäuscht bist, stell ich das (mehr oder weniger) kurz klar.

Richi.Wagner
00

wenn man keyboard und maus an die ps3 anschließen könnte, würd ich es ausprobieren.

warum es noch keine eigenen controller für ego-shooter gibt, ist mir rätselhaft. für racing-simulationen gibt es lenkräder, obwohl man die ohne probleme mit dem controller spielen kann...

socram
00

man kann ja keyboard und maus and die ps3 anhängen...

a lang!... hat heada...
00

haha orges teil. sowas hätt ich früher gebraucht.
das geilste is ja die "frag" taste um die sens kurz runter zu stellen ;)

Cyco
03

Fast niemand der eine Konsole besitzt, hat Bock mit Maus/Tastatu zu spielen - das schöne an der Konsole ist, dass man vom Sofa aus gemütlich zocken kann ohne sich am Schreibtisch zu verkrümmen (tun viele sowieso den ganzen Tag im Büro).
Ich finde es gut so, denn sonst wäre das ganze nicht fair, da man mit der Maus sich um einiges schneller drehen kann und präzsier zielen kann.
Für die die sich den Umgang mit dem Pad nicht aneignen wollen, gibt es andere Lösungen (Stichwort Splitfish)

Donbon
00
11.2.2010, 11:36
Tastatur und Maus Vs. Gamepad

Dem kann ich nur zustimmen, bis auf den Punkt mit der Präzision, denn auf der Konsole kann man genauso wie am PC das genaue Zielen lernen und der Stick ist extrem genau, der verwackelt auch nicht. Außerdem lässt sich die Empfindlichkeit von X- und Y-Achse unabhängig voneinander einstellen.

Aber die Diskussion sit ja komplett irrelevant da die anderen auch ein Gamepad haben, und somit alle die selben Vorraussetzungen (ausser Splitfish, das Meiner Meinung nach das Konzept einer Konsole komplett verändert, aber das ist ein anderes Thema)

PS: es gibt keine rein österreichische Gruppierung, Es gibt nur eine Fraktion die als europäisch und technisch am weitesten fortgeschritten beschrieben wird.

Richi.Wagner
00

danke für den hinweis! hab ich noch nicht gekannt.

Karl Schreckt
00
was hat das mit wow zu tun?

oder ist das so ein klickfang?

Cyco
00

Die Spieleranzahl und das Profilieren..

Hurgan Hurgan
00
"...Kriegsspiel mit den Ausmaßen eines MMORPGs..."

Da war WoW vermutlich die billigste verfügbare Assoziation :)

Mathias Christian Wehinger
00

Uh, eine österreichische Fraktion :D Macht das Spiel gleich nochmal interessanter für mich.

Ja, ich gebs zu - ich bin verdammt Oberflächlich ;D

LSDBlue
00
Ja sehr geil,

die Wiener RAVEN :-))) Das mit den 3 Fraktionen hab ich bis jetzt noch garnicht mitbekommen - schaut sehr gut aus der Titel, hat auf Amazon bis jetzt auch nur durchgehend gute Bewertungen, ich freu mich auf jeden Fall schon auf MAG! & bezüglich des Controllers, wenn man ein paar Egoshooter auf der PS3 durchgezockt hat, hat man den Dreh raus - sicher sind manche Moves ohne Maus nicht so schnell möglich bzw. gar nicht möglich, aber was solls

bazzinga
00

Also, ich hab mir ja überlegt mir das Spiel zu kaufen,a ber ich hab vor ein paar Tagen einen Bericht auf IGN gelesen, der mich ein bisschen beunruhigt hat.

Angeblich soll eine Fraktion (ich glaub SVER) bereits ziemlich überlegen sein und durch das exp system immer überlegener werden. In dem Artikel steht, dass sie nicht wissen ob das an der Fraktion selbst liegt, oder daran, dass dort einfach von Anfang an die meisten guten Spieler hingegangen sind.

Sollte das stimmen wäre das langfristig wohl das Todesurteil für das Spiel, da man nach erstellen seines Charakters nicht mehr Fraktion wechseln kann, und bei Erstellung eines Neuen, seinen Alten löschen muss...

Wäre echt schade, klingt nämlich eigentlich ganz gut, das Spiel...

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