Berichte über innerparteiliche Kritik am Liebesleben des polygamen Präsidenten
Johannesburg - Südafrikas Präsident Jacob Zuma hat sich
wegen seiner erneuten außerehelichen Affäre öffentlich entschuldigt.
Er bedauere "zutiefst den Schmerz", den er seiner Familie, seiner
Partei ANC und "Südafrika insgesamt" zugefügt habe, heißt es in einer
am Samstag in Johannesburg veröffentlichten Stellungnahme Zumas.
Obwohl er die kürzlich bekanntgewordene Geburt einer unehelichen
Tochter vor drei Monaten als "private Angelegenheit" betrachte, habe
sie eine öffentliche Debatte und "viel Druck auf meine Familie und
meine Organisation" ausgelöst, gestand der 67 Jahre alte Präsident
ein.
Der bereits mit drei Frauen verheiratete Zuma, der inzwischen
Vater von 20 Kindern ist, hatte zunächst die Medien wegen der
Verletzung der Privatsphäre heftig kritisiert. In den vergangenen
Tagen hatte es aber südafrikanischen Medien zufolge auch
innerparteilich heftige Kritik am Liebesleben des Präsidenten
gegeben. Der bekennende Polygamist Zuma hatte im Jänner zum fünften
Mal mit traditionellen Zulu-Zeremonien geheiratet und hat nun drei
Ehefrauen. Eine seiner Frauen beging im Jahr 2000 Selbstmord, eine
Ehe wurde geschieden.
Zuma war von der Opposition angegriffen worden, weil er mit seinem
Verhalten die Anti-Aids-Kampagnen für geschützten Sex untergraben
würde. Südafrika hat eine der höchsten HIV-Infektionsraten in der
Welt. Nun versicherte Zuma, dass er nach wie vor "den Familienwerten"
und der "Ehe als Institution" verpflichtet sei. "Ich erkenne die
Verantwortung eines Führers an, diese Werte hoch zu halten und sie zu
jeder Zeit zu fördern", heißt es nun in der Erklärung.
Die Zeitung "Saturday Star" berichtete am Samstag, dass ein 30-
jähriger Mann aus Simbabwe behauptet, ebenfalls ein - bisher nicht
bekannter - Sohn Zumas zu sein. (APA/dpa)