Widerstand gegen Olympia

"Verstopft die Arterien des Kapitalismus!"

6. Februar 2010, 10:55
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    foto: -epa/makarewicz

    Steve Podborski bringt die Fackel nach Whistler, wo sich nicht alle aber viele darauf freuen

  • Ein Film des Olympic Resistance Networks

Whistler feierte Ankunft der olympischen Flamme, nicht alle sind begeistert - Bürgermeister Melamed: "Wir sind nach sieben Jahren harter Arbeit bereit"

Whistler - Begleitet vom Jubel Tausender hat die Ankunft der olympischen Flamme für ausgelassene Party-Stimmung in Whistler gesorgt. Eine Woche vor Beginn der XXI. Winterspiele in Vancouver machte das Feuer im kanadischen Nobel-Skiort Station, wo ab kommenden Samstag die ersten Entscheidungen fallen. "Wir sind nach sieben Jahren harter Arbeit bereit", sagte Bürgermeister Ken Melamed.

Bis zur Entzündung des olympischen Feuers am 12. Februar in Vancouver werden mehr als 12.000 Teilnehmer die Fackel durch 1.036 kanadische Orte getragen haben. Mit mehr als 45.000 Kilometern ist es der längste inländische Fackellauf der Olympia-Geschichte.

Auch Widerstand

Unterdessen wollen Olympia-Gegner den ersten Wettkampf-Tag stören. Anti-Olympia-Aktivisten riefen am Freitag (Ortszeit) im Internet zu einem Protestmarsch am 13. Februar unter dem Titel "Herzinfarkt 2010: Verstopft die Arterien des Kapitalismus" auf.

Die Bewegung Olympic Resistance Network (ORN), die sich laut eigenen Angaben unter anderem gegen die Austragung von Spielen auf "gestohlenem Land" richtet, hofft auf mehrere Hundert Demonstranten, die in einer dafür vorgesehenen Sicherheitszone in der Nähe des Pacific Coliseums ihren Unmut kundtun wollen. Auch für den Tag der Eröffnungsfeier am 12. Februar wurden Proteste angedroht. Knapp 1.000 Personen wollen von der Vancouver Art Gallery bis zum BC Place Stadium marschieren.

"Die Polizei musste sich noch nie mit solch einer Situation auseinandersetzen und einer Massendemonstration während Olympischer Spiele begegnen", erklärte ORN-Mitglied Harjap Grewal. Olympia-Gegner haben zwar das Recht auf Demonstrationsfreiheit, dürfen aber nur in ausgewiesenen Sicherheitszonen und nicht überall protestieren.

Eine ähnliche Reglementierung hatte bei den Peking-Spielen 2008 weltweit große Kritik ausgelöst. Der Online-Appell der Aktivisten gab das Ziel aus, dem Kapitalismus "durch verschiedene Taktiken einen massiven Herzinfarkt zu verpassen".

Bud Mercer, Chef des olympischen Sicherheitsdiensts, hat auf die Ankündigungen bisher gelassen reagiert. Gesetzesbrecher müssen mit Strafen rechnen, warnte er und fügte hinzu: "Jeder hat das Recht, die Olympischen Spiele zu genießen, nicht nur das Olympic Resistance Network." (APA/red)

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