Whistler feierte Ankunft der olympischen Flamme, nicht alle sind begeistert - Bürgermeister Melamed: "Wir sind nach sieben Jahren harter Arbeit bereit"
Whistler - Begleitet vom Jubel Tausender hat die Ankunft
der olympischen Flamme für ausgelassene Party-Stimmung in Whistler
gesorgt. Eine Woche vor Beginn der XXI. Winterspiele in Vancouver
machte das Feuer im kanadischen Nobel-Skiort Station, wo ab kommenden
Samstag die ersten Entscheidungen fallen. "Wir sind nach
sieben Jahren harter Arbeit bereit", sagte Bürgermeister Ken Melamed.
Bis zur Entzündung des olympischen
Feuers am 12. Februar in Vancouver werden mehr als 12.000 Teilnehmer
die Fackel durch 1.036 kanadische Orte getragen haben. Mit mehr als
45.000 Kilometern ist es der längste inländische Fackellauf der
Olympia-Geschichte.
Auch Widerstand
Unterdessen wollen Olympia-Gegner den ersten Wettkampf-Tag stören.
Anti-Olympia-Aktivisten riefen am Freitag (Ortszeit) im Internet zu
einem Protestmarsch am 13. Februar unter dem Titel "Herzinfarkt 2010:
Verstopft die Arterien des Kapitalismus" auf.
Die Bewegung Olympic Resistance Network (ORN), die sich laut eigenen Angaben unter anderem gegen die Austragung von Spielen auf "gestohlenem Land" richtet, hofft
auf mehrere Hundert Demonstranten, die in einer dafür vorgesehenen
Sicherheitszone in der Nähe des Pacific Coliseums ihren Unmut kundtun
wollen. Auch für den Tag der Eröffnungsfeier am 12. Februar wurden
Proteste angedroht. Knapp 1.000 Personen wollen von der Vancouver Art
Gallery bis zum BC Place Stadium marschieren.
"Die Polizei musste sich noch nie mit solch einer Situation
auseinandersetzen und einer Massendemonstration während Olympischer
Spiele begegnen", erklärte ORN-Mitglied Harjap Grewal. Olympia-Gegner
haben zwar das Recht auf Demonstrationsfreiheit, dürfen aber nur in
ausgewiesenen Sicherheitszonen und nicht überall protestieren.
Eine ähnliche Reglementierung hatte bei den Peking-Spielen 2008
weltweit große Kritik ausgelöst. Der Online-Appell der Aktivisten gab
das Ziel aus, dem Kapitalismus "durch verschiedene Taktiken einen
massiven Herzinfarkt zu verpassen".
Bud Mercer, Chef des olympischen Sicherheitsdiensts, hat auf die
Ankündigungen bisher gelassen reagiert. Gesetzesbrecher müssen mit
Strafen rechnen, warnte er und fügte hinzu: "Jeder hat das Recht, die
Olympischen Spiele zu genießen, nicht nur das Olympic Resistance
Network." (APA/red)