Geschäftsbau

Gewerbeparks sind bereits selbstverständlich

Markus Böhm , 07. Februar 2010 18:24
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    Marchegg ist einer von insgesamt 16 Wirtschaftsparks in Niederösterreich

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    Je besser die Infrastruktur, desto attraktiver ist der jeweilige Standort für einen Gewerbepark. Das spiegelt sich in der geografischen Verteilung der Immobilien wider

Lage, Wohnumfeld und Image werden immer wichtigere Standortfaktoren für konzentrierte Betriebsansiedelungen

Wirtschafts- und Gewerbeparks sind beliebte Instrumente geworden, um Wirtschaftsstandorte zu etablieren und zu stärken. Vor allem die Bundesländer im Osten treiben diese Entwicklung voran

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"Vor rund zehn Jahren", erinnert sich Gerald Antonitsch, "wurde um Gewerbeparks viel mehr Aufhebens gemacht als heute - auch in den Medien." Damals hätte es einen Boom gegeben, heute seien sie selbstverständlich, meint der Vorstand der Immorent AG. "Obwohl der Trend nach wie vor anhält, wird weniger darüber gesprochen." Immorent, eine 100-Prozent-Tochter der Erste Holding, die auf Leasing und Immobilien spezialisiert ist, entwickelt Gewerbeparks in Wien, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und in der Steiermark.

Betriebsansiedelungsgebiete

Zum Kundenkreis zählen unter anderem Gemeinden. "Betriebsansiedelungsgebiete sind nach wie vor eine beliebte Strategie, um gute Ausgangsbedingungen für die lokale Wirtschaft und damit Arbeitsplätze zu schaffen", sagt Antonitsch. Bemerkenswert sei, "dass Gewerbeparks früher vor allem von großen Gemeinden und Städten entwickelt wurden, während heute auch kleinere Kommunen auf dieses Instrument zur regionalen Entwicklung setzen."

Dynamik durch Ostöffnung

Ein Blick auf die geografische Verteilung der Gewerbeparks in Österreich zeigt, dass die meisten einschlägigen Standorte im Osten des Landes zu finden sind. Ganz vorn dabei: Niederösterreich. Das liege zum einen an der zentralen Lage Wiens inmitten des Bundeslandes, meint Helmut Miernicki, Geschäftsführer der niederösterreichischen Wirtschaftsagentur Ecoplus, und zum anderen an der politischen Entwicklung in den letzten zwei Jahrzehnten: "Mit der Ostöffnung ist bei der Schaffung von Wirtschaftsparks eine zusätzliche Dynamik hinzugekommen", stellt er fest.

Für Immorent-Vorstand Antonitsch spiegeln die konkreten Standorte "die Verteilung der Wirtschaftskraft der unterschiedlichen Regionen wider". Acht Parks befinden sich im Eigentum der Ecoplus, an acht weiteren ist die Agentur beteiligt.

IZ NÖ Süd - Ältester und größter Gewerbepark

Darunter befindet sich auch der älteste und größte Gewerbepark hierzulande, das sogenannte Industriezentrum Niederösterreich Süd, kurz IZ NÖ Süd. Bereits 1962 gegründet, haben sich auf dem 280 Hektar großen Areal in der Nähe von Wiener Neudorf bisher 303 Betriebe angesiedelt. Rund 11.200 Menschen haben hier ihren Arbeitsplatz. Alle Wirtschaftsparks zusammengenommen sind rund 920 Hektar groß und bieten 600 Betriebe mit circa 17.500 Mitarbeitern Platz.

Bauvorhaben: Wirtschaftspark Wolfpassing

"Nur die Parks bei Wolkersdorf und Wiener Neustadt wurden noch vor 1989 gegründet", erklärt Miernicki, "alle weiteren kamen erst danach." 1991 etwa Gmünd, 1996 Heidenreichstein, 1998 Kematen. Das neueste Projekt wurde am 28. Jänner vorgestellt: Der Wirtschaftspark Wolfpassing soll ab 2012 Gewerbe- und Industriebetrieben (Schwerpunkt Holzverarbeitung) eine Unterkunft bieten. Sechs Gemeinden sind an diesem Park beteiligt.

"Im Norden ist es leichter, Grundstücke zu verkaufen"

Die Wirtschaftsservice Burgenland AG (Wibag), Eigentümerin von vier Wirtschaftsparks, ist das burgenländische Pendant zu Ecoplus. Auch sie ist Vermarktungspartnerin für die Betriebsgebiete der Gemeinden. "Im Norden ist es leichter, Grundstücke zu verkaufen", sagt Bruno Kracher, Geschäftsführer von Business Park Burgenland Nord und Leiter der Abteilung Standortmarketing und Betriebsansiedlung der Wibag. Er betont die Bedeutung der Infrastruktur: "A3, A4, A6 und S31 - die meisten Gewerbeparks liegen rund um diese Verkehrsknoten."

Wohnumfeld und Image

Zielgruppe und Beschaffenheit eines Gewerbeparks hängen von Standortfaktoren ab. Die Immorent unterscheidet zwischen harten und weichen Faktoren. Zu den Ersteren zählen etwa Absatzmarkt und Arbeitskräftepotenzial, zu Letzteren Wohnumfeld und Image. "Da die harten Faktoren kaum beeinflusst werden können", erläutert Immorent-Vorstand Antonitsch, "konzentrieren sich Gemeinden auf die weichen Standortfaktoren." Bei Firmenkunden sei zu bemerken, dass Lage und Umweltgedanke zunehmend in den Vordergrund rücken. Und: "Noch vor einigen Jahren war der Preis das ausschlaggebende Kriterium, jetzt ist es die Lage."

Strategie vor Neubau: Bestehende Parks füllen

Verdichtung vor Streuung: Nicht jede der 171 burgenländischen Gemeinden erhält ihren eigenen Wirtschaftspark. "Die Strategie lautet, bestehende Parks zu füllen, bevor man neue baut", sagt Kracher. Um auch international sichtbarer zu werden, wurde 2008 die Vienna Region Marketing GmbH gegründet, in der sich Wien, Niederösterreich und das Burgenland zur gemeinsamen Vermarktung zusammengeschlossen haben. Dazu Kracher, der auch Geschäftsführer dieser Gesellschaft ist: "National betrachtet sind wir zwar Konkurrenten, im Ausland aber werden wir nicht als einzelne Bundesländer wahrgenommen, sondern als eine zusammenhängende Region." (Markus Böhm, DER STANDARD Printausgabe 6/7.2.2010)

Soph Isticus
10.02.2010 14:20
Diskursanalytisch sind solche Artikel erleuchtend! Es geht hier nicht um Information. denn sonst wäre zumindest eine Legaldefinition gekommen, was denn überhaupt unter BusinessPark, Gewerbepark oder Wirtschaftspark zu verstehen ist.

Es geht um Suggestion.

Gewerbeparks sind "selbstverständlich". Suggeriert: Leutln kommts endlich dorthin. Eine andere Form des Bewirtschaftens is net gut.

Man bemüht Superlative: der größte u der ältestes u alle zusammen über-drüber.
Suggieriert: Mega-super, dort geht die Post ab. dort ist Geld u Macht.

Das Faktisch-Analytische herrscht vor. Facts & Figures. Suggierert: ganz sachlich professionell alles hier.

Aus der Perspektive des Entwicklers bzw Maklers wird die Pille schließlich vor den Augen des Mieters gedreht u gewendet, auf dass sie besser schmecken könnte.

Reizanker: "Dynamisch". Wer will undynamisch sein? Als Trend wir schemenhaft suggieriert: Aufbruchstimmung -nur hier geht die Party ab.

Schlussfolgerung(en)?

gaisbock
08.02.2010 11:33
Könnte es sein, dass

die heute "selbstverständlichen" Gewerbeparks nur einfach aus Gewinnstreben der Immobilienhändler, als Abschreibeposten von Banken, als Hoffnungträger von Politikern als Arbeitsplatzbeschaffer und Steuereinnahmen und nicht zuletzt von der Bauwirtschaft als per petuum mobile, entstehen?

DasDasDas
08.02.2010 10:46

solange der finanzausgleich geregelt wird wie bis dato, wird jede gemeinde für sich versuchen ein betreibsgebiet zu widmen. die vorherrschenden verkorksten verträge zwischen gemeinden, welche bereits gemeinsam betriebsgebiete erstellt haben sind zu kompliziert und im grunde genommen auch nachteilig für die partnerschaftlichen gemeinden. dieses problem ist nur gut zu lösen durch eine neuregelung des finanzausgleiches!

mfg

Harald Lamprecht
06.02.2010 16:12
Gewerbepark Marchegg

seit 2005 kenn ich den - außer Handymasten hat sich da nix angesiedelt. Der Gewerbepark wird aber nichtsdestotrotz von der geplanten Schnellstrasse S8 angefahren werden. Wie so oft - alles Fassade. Wenn man daran kratzt, is es dahinter hohl.

01052004
08.02.2010 10:55
gewerbepark poysdorf

detto.

gewerbepark bruck/leitha wird zunehmend ein shoppingtempel vor den toren der stadt (eduscho/tschibo geht, volvo geht, neue shops kommen...irgendwie wirkt das ganze auf mich ein bißchen konzeptlos...

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