Probleme mit der Treibstoffversorgung der Trägerrakete halten den Satelliten vorerst am Boden
Darmstadt - Die Europäische Weltraumbehörde hat den für 25.
Februar geplanten Start des Forschungssatelliten Cryosat-2 verschoben. Wie die
ESA am Freitag in Darmstadt mitteilte, gibt es Probleme mit der
Treibstoffversorgung der Trägerrakete. In Kürze werde ein neuer Starttermin
festgelegt.
Der
Satellit soll an Bord einer Dnjpr-Rakete von Baikonur (Kasachstan) aus ins All
geschossen werden und dann die Eismassen an den Polen laufend vermessen.
Eigentlich sollte Cryosat seit Jahren Informationen liefern. Der
ursprünglich gebaute ESA-Satellit wurde aber am 8. Oktober 2005 bei einem misslungenen Start zerstört. Nun steht ein nachgebautes Modell für
den Einsatz bereit.
Pol-Eiskappen
Der Zustand der Eiskappen an den Polen ist für Klimaforscher von
entscheidender Bedeutung. Schrumpfen die Eismassen durch die zu beobachtende
Klimaerwärmung, so steigt nicht nur weltweit der Meeresspiegel. Das polare Eis
beeinflusst auch die Meeresströmungen entscheidend mit und Veränderungen - etwa
ein Versiegen des Golfstromes - würden für viele Regionen dramatische Folgen
haben.
Der 700 Kilogramm schwere Satellit soll in einer Höhe von 717 Kilometern drei
Jahre lang den Zustand der Eismassen vermessen, Veränderungen aufspüren und so
auch Ursachen für die Klimaänderungen klären helfen. Herzstück ist das
Instrument SIRAL (Synthetic Aperture Interferometric Radar Altimeter), das über
Radar-Signale dreidimensional den Zustand der Eisschilde erfasst. Neben der
Fläche kann die Dicke der Eisschicht bestimmt werden.
Österreichischer Beitrag
RUAG Space (vormals: Austrian Aerospace) lieferte elektronische Bauteile für die Tests und
nötigen Kalibrierungen von SIRAL. Auch die isolierende Schutzhülle des Satelliten - aus bis zu
25 Schichten metallisierter Kunststofffolien - stammt von den
österreichischen Technologen. Die Instrumente müssen nämlich vor den im Weltraum
herrschenden extremen Temperaturschwankungen von bis zu 400 Grad geschützt
werden. (APA/apn/red)