Cryosat muss weiter auf den Start warten

19. Februar 2010 13:59

Probleme mit der Treibstoffversorgung der Trägerrakete halten den Satelliten vorerst am Boden

Darmstadt - Die Europäische Weltraumbehörde hat den für 25. Februar geplanten Start des Forschungssatelliten Cryosat-2 verschoben. Wie die ESA am Freitag in Darmstadt mitteilte, gibt es Probleme mit der Treibstoffversorgung der Trägerrakete. In Kürze werde ein neuer Starttermin festgelegt. Der Satellit soll an Bord einer Dnjpr-Rakete von Baikonur (Kasachstan) aus ins All geschossen werden und dann die Eismassen an den Polen laufend vermessen.

Eigentlich sollte Cryosat seit Jahren Informationen liefern. Der ursprünglich gebaute ESA-Satellit wurde aber am 8. Oktober 2005 bei einem misslungenen Start zerstört. Nun steht ein nachgebautes Modell für den Einsatz bereit.

Pol-Eiskappen

Der Zustand der Eiskappen an den Polen ist für Klimaforscher von entscheidender Bedeutung. Schrumpfen die Eismassen durch die zu beobachtende Klimaerwärmung, so steigt nicht nur weltweit der Meeresspiegel. Das polare Eis beeinflusst auch die Meeresströmungen entscheidend mit und Veränderungen - etwa ein Versiegen des Golfstromes - würden für viele Regionen dramatische Folgen haben.

Der 700 Kilogramm schwere Satellit soll in einer Höhe von 717 Kilometern drei Jahre lang den Zustand der Eismassen vermessen, Veränderungen aufspüren und so auch Ursachen für die Klimaänderungen klären helfen. Herzstück ist das Instrument SIRAL (Synthetic Aperture Interferometric Radar Altimeter), das über Radar-Signale dreidimensional den Zustand der Eisschilde erfasst. Neben der Fläche kann die Dicke der Eisschicht bestimmt werden.

Österreichischer Beitrag

RUAG Space (vormals: Austrian Aerospace) lieferte elektronische Bauteile für die Tests und nötigen Kalibrierungen von SIRAL. Auch die isolierende Schutzhülle des Satelliten - aus bis zu 25 Schichten metallisierter Kunststofffolien - stammt von den österreichischen Technologen. Die Instrumente müssen nämlich vor den im Weltraum herrschenden extremen Temperaturschwankungen von bis zu 400 Grad geschützt werden. (APA/apn/red)


Link
Cryosat

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.