Google kooperiert mit Geheimdienst

Der Sündenfall

05. Februar 2010 18:10

Von Staaten und ihren Geheimdiensten ist keine Hilfe beim Schutz persönlicher Daten zu erwarten - von Helmut Spudich

Vor wenigen Wochen punktete Google damit, wegen chinesischer Cyberattacken und Zensur mit Rückzug aus China zu drohen. Jetzt scheint der Konzern seinen Kritikern recht zu geben, die in dessen Anhäufung persönlicher Daten eine Gefahr sehen: Google will mit dem US-Geheimdienst NSA gegen Attacken kooperieren.

Zwar soll sich dies nur auf Googles Infrastruktur beziehen, nicht auf die User-Daten. Aber man muss sehr naiv sein, um zu glauben, dass sich Superspione, die praktisch niemand Rechenschaft schuldig sind, an diese Leine legen lassen. Die NSA war der Haupttäter bei der Beschnüffelung von US-Bürgern unter dem Vorwand der Terrorabwehr; mit Echelon unterhält sie das größte Lauschsystem der Welt.

Nein, von Staaten und ihren Geheimdiensten ist keine Hilfe beim Schutz persönlicher Daten zu erwarten. Die EU war in den vergangenen Jahren nur allzu schnell bereit, Daten ihrer Bürger auszuliefern, ob bei Reisen in die USA oder bei Finanztransaktionen mittels Swift. Die Steuersünder-CD zeigt, dass Regierungen auch in Europa bei eigenem Verwertungsinteresse wenig Hemmungen kennen, sich gestohlener Daten zu bedienen.

Im Gründer-Hochmut hat sich Google das Motto "Nichts Böses tun" verpasst. Die NSA an Bord zu holen wäre ein Sündenfall gegenüber den Kunden, deren Mehrzahl längst außerhalb der USA ist. Deren einzig möglicher Schutz vor einem solchem Verrat wäre die Abkehr von Google. (Helmut Spudich/DER STANDARD, Printausgabe, 6.2.2010)

Kommentar posten
12 Postings
DieBo
13.02.2010 14:39
Vielleicht kann man jetzt besser verstehen warum China Google lieber weit weit ausser Landes sieht.

schweinebucht
07.02.2010 14:05
ubuntu wechselt in der nächsten version

ebenfalls von google zu yahoo!

Die frage ist, ob die user wissen warum, und ob sie die einstellung belassen werden. Derzeit hat google (leider) noch die relevanteren ergebnisse.

Jerry Garcia
 
07.02.2010 13:57
Es gibt bereits ein Backdoor bei Google für den Geheimdienst.

Siehe:
http://derstandard.at/126370587... rmoeglicht

Strpüpl Kotu
07.02.2010 11:40
Mit Android

ist die NSA dann in jeder Hosentasche zu hause.

saoTan
06.02.2010 15:29
http://at.forestle.org/

- Klimaneutral (kauft CO2-Zertifikate im Ausmaß des verursachten Ausstoßes)

- 90% der Werbeeinnahmen werden zur Rettung des Regenwalds eingesetzt

- Speichert Daten maximal 48h, keine Auswertung der Daten

- Suchergebnisse von Yahoo (also brauchbar)


Insgesamt die beste Alternative, die ich bisher kenne. Ixquick ist zwar privacy-mäßig top, liefert aber leider schwache Suchergebnisse.

Jerry Garcia
 
07.02.2010 13:51
Habs probiert. Geht super.

zensur passiert
06.02.2010 13:29
google & co waren mir immer schon suspekt

irgendwie fällt doch auf, die großen "kostenlosen" emailanbieter sitzen alle in den USA. Wie lautet der Werbeslogan: "Emails nie mehr löschen!"

saoTan
06.02.2010 15:48
Alle freemail-Anbieter aus Amerika??

Was ist mit GMX, web.de, freenet.de, arcor, T-Online,...?? Bis auf arcor (gehört jetzt zur britischen Vodafone) alles deutsche Anbieter. Kritik ist ja schön und gut, nur sollte sie sich schon auf Fakten stützen. Obige Fakten kann man mit <1min Recherche herausfinden.

skyrock
06.02.2010 11:01
nach dieser Meldung

kommt mir die Google Taskleiste raus aus dem Browser

yotix
07.02.2010 13:57

Die ist komplett sinnlos, genau wie die Desktopsuche.

Pimpi
05.02.2010 21:51
Mann hab ich Angst

Wir sind doch alle schon lange durchsichtig, also "keine Panik" auf der Titanic.
Wird schon schief geh'n.

freigedacht
05.02.2010 21:47
Deren einzig möglicher Schutz vor einem solchem Verrat wäre die Abkehr von Google


Der einzig mögliche Schutz vor einem solchem Verrat IST die Abkehr von Google

die möglichkeitsform ist hier nicht angebracht -
hochachtung herr spudich - bisher sind sie als unkritischen google freund aufgetreten

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