Sicherheitskonferenz

Geträumtes Afghanistan

5. Februar 2010, 18:06

Auch 4000 Ausbildner ändern innerhalb von Monaten oder auch Jahren nichts an Stammesloyalitäten, korrupten Regierungsbehörden und dem Geld der Taliban

Es gibt das Afghanistan, das in Politikerreden und programmatischen Papieren beschrieben wird, und dann jenes Afghanistan, das Reporter sehen und frustrierte Armeeoffiziere. Der Unterschied ist, nun ja, erwartungsgemäß beträchtlich. Anspruch und Wirklichkeit in Afghanistan klaffen nach mehr als acht Jahren Krieg und massiver internationaler Hilfe auseinander. Die Frage ist, ob sich das reale Land langsam auch in Richtung jenes Landes entwickelt, wie es sich der Westen gern vorstellt. Die Antwort: eher nicht.

Der Zustand der afghanischen Polizei und Armee ist dafür ein guter Beleg. 300.000 Mann sollen es werden, und das schon recht bald - bis Ende 2011, wenn der Westen mit dem Abzug seiner Soldaten beginnen möchte. Heute gibt es nur knapp mehr als die Hälfte dieser vorgestellten afghanischen Sicherheitskräfte. Der ganz überwiegende Teil ist schlecht ausgebildet. Ihre Loyalität zum Staat und der Zentralregierung in Kabul ist unsicher. Berichte über Drogenprobleme sind häufig. Und auch nach der jüngsten Solderhöhung auf 240 Dollar im Monat - die Taliban zahlen stets mehr.

Seit 2002 murksen die Europäer an der Polizeiausbildung herum. Das Problem aber ist: Auch 4000 Ausbildner ändern innerhalb von Monaten oder auch Jahren nichts an Stammesloyalitäten, korrupten Regierungsbehörden und dem Geld der Taliban. Die Basis für den Wandel fehlt. (Markus Bernath/DER STANDARD, Printausgabe, 6.2.2010)

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11 Postings
estragon001
00
Alles falsch gemacht

was man nur falsch machen kann.
Das ist das traurige Ergebnis, und "mehr" wird nicht herauskommen.

Der Westen wird mit Schimpf und Schande aus diesem Land abziehen, und die armen Afghanen werden wieder mal sich selbst überlassen werden.

DAS hat traurige Tradition !

Mit der Folgeerscheinung, daß sich neuerlich alle Nachbarn auf diesen lebendigen Leichnam stürzen werden, um ihn vollkommen zu zerfleddern.

Es ist so schade, weil's einfach nicht so hätte sein müssen.

Die "Blind- und Taubheit" der beteiligten Verantwortlichen ist sprichwörtlich, genauso wie die westliche Arroganz, mit der das Unvermögen zur Schau gestellt wird.

Warum hat man sich nicht ein paar Kenner der Materie geholt, was stand dem im Wege ?

Man "wußte" es besser !

Kottan's Erben
 
12
Lieber Standard

haben Sie den Spiegel vom 01.02.2010 nicht gelesen? Der Bericht "Geheimakte Kunduz, Protokoll eines tödlichen Fehlers" zeigt auf, dass der Angriff auf die Tanklastzüge nicht einfach auf Verstöße gegen Nato-Richtlinien zurückzuführen ist.
Es handelt sich um ein Kriegsverbrechen. Vorsätzlich und bewußt wurden Zivilisten getötet. Vorsätzlich und der Tatsache bewußt, dass sich Geiseln in den Händen der Taliban befanden, wurde der Angriff befohlen.
Die Täter sind immer noch auf freiem Fuß. Und die deutsche Bundesregierung lügt weiterhin.

Liebe Österreicher, nennt uns Piefke. Für den, der solche Verbrechen nach dem 3. Reich zuläßt, ist das ein Kompliment.
Lest den Spiegel und seht auf die Website www.manfredfenn.de. Rubrik Köderstrategie.

Wieviel Demokratie ist es bitte?
20
Die Nato muß raus aus Afghanistan

und das Land den Taliban und den Warlords überlassen.

Statt Nato-Bomben können dann wieder die ortsüblichen Hausschlachtungen die Idylle am Hindukusch bilden.

el dus
 
14
Völliger Schwachsinn

Die Taliban sind also wirtschaftlich stärker als die wirtschaftlichen Weltmächte Europa und USA, und weil die Taliban mehr Geld haben und ihren Söldnern ein Luxusleben vergönnen können, müssen die armen EUSA Länder leider verlieren. Erwartet die gemeinsame KRIEGSPROPAGANDAABTEILUNG DER eusa WIRKLICH; DASS IRGENDWER DIESEN sCHWACHSINN GLAUBT?

GENDERLOS
10

Ganz offensichtlich glauben sie das, ja.
Und bisher hatten sie Erfolg mit ihrer Tour.
Scheinbar ist wirklich vielen Menschen in diesem Land nicht klar, was da abgeht.

Walter Bimini
20
sans net so streng. er ist frustriert und hat einen schlechten tag.

Carlito336
25
Westliche Imaginationen


"Die Frage ist, ob sich das reale Land langsam auch in Richtung jenes Landes entwickelt, wie es sich der Westen gern vorstellt."

Dazu ist ja schließlich der Hindukusch da - zur Befriedigung unserer Bedürftigkeit.
Unserer? Naja, der westlichen halt. D.h. der von ein paar Konzernchefs aus der EU und den USA.

anders and
 
20
mich würde interessieren

von welchen Konzernchefs Sie hier sprechen.
Denken Sie da an bestimmte Firmen, oder stört Denken nur beim Phrasen dreschen?

Walter Bimini
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afghanistan war immer schon als grab für imperien bekannt.

daß die amis in ihre eigene falle tappen, ist wohl nur mit dem ihnen eigenen größenwahn zu erklären.

nachdem die nato einerseits für den schutz ihres nachschubs und auch ihrer truppen ordentlich zahlt, werden die taliban noch lange ihren kämpfern höheren sold zahlen können.

irgendein/e posterIn
 
00
jedoch frage ich mich, sollten die usa untergehen,

was danach kommen soll. so wenig ich ein freund der amis bin, aber es kommt nur selten was besseres nach.
wie haben viele (auch ich) gejubelt als die udssr unterging. ist nun das leben wirklich so viel besser?

Walter Bimini
01
da haben sie sich damals schwer geirrt

denn die sowjetunion hat immerhin die angelsachsen in schach gehalten. sobald die angelsachsen endgültig abgetreten sind - ich denke am ende doch ohne dritten weltkrieg - wird es eher friedlicher werden. denn die angelsachsen waren schon immer seeräuber und eroberer und eigentlich nie friedlich. der untergang englands wird mehr zum frieden beitragen als manche ahnen. denn die engländer haben seit jahrhunderten sich immer in die angelegenheiten anderer völker eingemischt. sie waren die echten erben der römer, die auch immer einen legalen vorwand für einen einmarsch in fremde gebiete gesucht haben und es verstanden die verschiedenen stämme gegeneinander aufzuhetzen.

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