Tauschbörse

"Offener Bücherschrank" wurde in Wien eröffnet

05. Februar 2010 16:09
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    Foto: apa

    Geben und nehmen: In Wien hat ein "offener Bücherschrank" eröffnet.

Kostenlose 24-Stunden-Tauschbörse unter freiem Himmel in Neubau - Privatprojekt gegen "Kommerzkäse" im öffentlichen Raum

Wien - Kostenlose Literatur unter freiem Himmel: Wiens erster "offener Bücherschrank" ist am Freitag im Bezirk Neubau eröffnet worden. Das unscheinbare Regal an der Ecke Zieglergasse/Westbahnstraße soll sich in den nächsten Wochen zu einem Ort des Gebens und Nehmens etablieren. Freunde des gedruckten Wortes können dort ohne jegliche Formalitäten Werke aus eigenem Bestand einstellen und sich dafür frischen Lesestoff mitnehmen, erklärte Projektinitiator Frank Gassner das Prinzip. 

Bücher im öffentlichen Raum

"Der öffentliche Raum ist in Wien großteils geprägt von Kommerzkäse", deklarierte Gassner seine Initiative als entsprechendes Gegenmodell. Insgesamt fasst der am Gehsteig platzierte Schrank, der 24 Stunden am Tag zugänglich ist, rund 250 Bücher auf drei Ebenen. Neu eingetroffene Exemplare werden mit einem Aufkleber versehen. Damit solle kenntlich gemacht werden, dass diese "dauerhaft dem Warenkreislauf" entzogen seien, hieß es. 

Buchspende

Um die Selbstbedienungsbibliothek vorerst vor gähnender Leere zu bewahren, stellte "eine leider ungenannt bleiben wollende Institution" eine größere Buchspende zur Verfügung. Bei der heutigen Eröffnung vor Medienvertretern reichte die Auswahl von Michael Köhlmeiers "Idylle mit ertrinkendem Hund" über Kochbücher und einem Einführungswerk zum Thema Surfen bis hin zu Titeln wie "Kurz gefasste Katzenkunde" oder "Öko-Bilanz Österreich". 

Behördliche Genehmigung

Für den Schutz der gebundenen Ergüsse vor unvorteilhafter Witterung sollen nicht nur zwei Glastüren, sondern auch die schräge Konstruktion des Gestells sorgen. Behördlich genehmigt ist die ungewöhnliche Tauschbörse vorerst bis 11. Juni. Für die Erledigung von Wartungsarbeiten wie das Aufkleben der Sticker oder das Entfernen "unvermeidlichen Altpapiers" werden noch "Paten" gesucht. Außerdem bitten die Projektbetreiber um finanzielle Spenden, da mit Schäden an dem Möbel zu rechnen sei. Die nötigen 1.700 Euro Startkapital stellte der Projektvater einstweilen aus eigener Tasche zur Verfügung - "aus altruistischen Gründen", wie er wissen ließ. 

Idee kursiert schon länger

Die Idee eines "offenen Bücherschranks" ist - vor allem im deutschsprachigen Raum - nicht neu. Ähnliche Initiativen gab bzw. gibt es etwa in Bonn, Mainz oder Berlin. Auch in Graz gab es Anfang der 1990er Jahre bereits eine "offene Bibliothek". "Es besteht also die Möglichkeit, dass es auch in Wien funktioniert", gab sich Gassner zuversichtlich. (APA)

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13 Postings
hütteldörfler
 
07.02.2010 14:58
bin gespannt wie lange es dauert...

bis das teil in flammen steht.

Bei mir hats gebrannt
06.02.2010 00:16
Die Stadtbibliothek am Gürtel ist genial.

Jede und jeder geht hin. Und für den grindigen Bücherschrank will wieder jemand eine Subvention.
:-(((


hakuna_matata
 
06.02.2010 14:20

Gibt es strenge Kontrollen? .... ob man auch wirklich ein Buch opfert, bevor man sich eines schnappt?

Jan Itór
07.02.2010 11:10

Sofern ich das recht verstanden habe, soll der "Betrieb" dieser Bücherbörse IMHO begrüßenswerterweise nicht auf Tauschzwang und Kontrolle basieren; vielmehr darf sich jede/r nach Belieben daraus bedienen und ebenso nach Belieben Bücher zur Entnahme durch andere NutzerInnen hinterlassen.

Dopplereffekt
07.02.2010 13:01
Bookcrossing 2.0

1.) Kommt sicherlich billiger als die Gratisfahrräder von vor 2? Jahren.
2.) Man könnte Bookcrossing zumindest einmal erwähnen. (Okay auf ihrer Homepage unter Links tun sie es.)
3.) Ich hoffe es funktioniert und findet Verbreitung.
4.) Bleibt allerdings die Frage, ob man die Buchspenden nicht der Stadtbücherei geben sollte/könnte.

frank-wien
07.02.2010 14:22
bookcrossing

ist mit aufwand und geld verbunden. soll ich das jetzt auch wohin schreiben?

humbert heller
05.02.2010 18:22
gut,

...aber den tieferen sinn des ganzen habe ich noch immer nicht verstanden.
concept art?

Round'n'round it goes
08.02.2010 10:06

Der tiefere Sinn ist, dass jede und jeder sich Lesestoff holen kann, zu jeder Tageszeit, kostenlos.

Oliver Eckert
05.02.2010 21:09
tiefer sinn???

muss denn alles einen tieferen sinn haben...??? Es ist eine nette und unkomplizierte tauschbörse... eine nette idee halt !!!

aber bitte wenn dus brauchst: emanzipatorisches handeln fördern, ein nicht kapitalistisches handeln ermöglichen......

humbert heller
10.02.2010 10:56
ey du...

blablabla...
- bis die sonne auf-/untergeht.

peak oil
05.02.2010 17:06
so einige offene bücher-regale

gibt es auch im kostnixladen: http://www.kostnixladen.at/
dort kann mensch sich auch bücher mitnehmen, ohne welche zu bringen.

mondaen
09.02.2010 14:56

ja, eine ansammlung der schlechtesten bücher aller zeiten.

fast ausschließlich schund.

Oliver Eckert
05.02.2010 21:11
kostnix

ja darfst du dort auch.... wenns aber funktionieren soll muss auch etwas wieder kommen... auch bei kostnix

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