STANDARD: Sie sind seit neun Jahren in der nephrologischen Grundlagenforschung tätig. Woran genau arbeiten Sie zurzeit?
Hauser: An zwei Projekten. In einem geht es um eine Stammzelltherapie für das akute Nierenversagen. Da sind wir aktuell in der Publikationsphase. Und im anderen Projekt versuchen wir ein Zellkultursystem zu entwickeln, mit dessen Hilfe man Nieren wachsen lassen kann.
STANDARD: So wie das Ohr, das auf dem Mäuserücken gewachsen ist?
Hauser: Im Grunde ähnlich und doch viel komplizierter.
STANDARD: In der Grundlagenforschung gibt es viele Rückschläge ...
Hauser: Im Normalfall funktionieren 90 Prozent der Versuche nicht. Man braucht eine hohe Frustrationstoleranzgrenze. Aber der Erfolg, wenn man etwas findet, wiegt alle Rückschläge auf.
STANDARD: Ist das Ihr Motor?
Hauser: Ja - und dass diese Arbeit Patienten zugute kommen kann.
STANDARD: Das wichtigste Organ ...
Hauser: ... ist die Niere. Nein: Der Körper ist eine Einheit.
STANDARD: Im Labor verbringen Sie viel Zeit mit Warten - etwa auf Proben. Wie vertreiben Sie sich diese?
Hauser: Ich mit Literatur, Datenauswertung und Tee. Ich habe aber von anderen Einrichtungen gehört, die von Paramount Pictures angerufen worden sein sollen, weil dort so viele Filme runtergeladen wurden.
STANDARD: Was hält den Menschen in seinem Innersten zusammen?
Hauser: Bindegewebe und Hoffnung. (Heidi Aichinger, DER STANDARD, Printausgabe, 6./7.2.2010)