Wiener Extremisten-Connection

07. Februar 2010, 15:43
  • B92-Bericht über die Großrazzia in Gornja Maoca

  • Artikelbild: Eine undatierte Aufnahme von Nusret Imamovic, verhafteter geistlicher Dorfvorsteher von Gornja Maoca, dem gute Beziehungen nach Wien nachgesagt werden. - Foto: archiv

    Eine undatierte Aufnahme von Nusret Imamovic, verhafteter geistlicher Dorfvorsteher von Gornja Maoca, dem gute Beziehungen nach Wien nachgesagt werden.

Die Festnahme einer islamistischen Splittergruppe in Bosnien und Herzegowina im österreichischen Kontext

In der Nacht auf vergangenen Dienstag wurden in Bosnien und Herzegowina bei einer Großrazzia mehrere Mitglieder einer Gruppe ultrakonservativer Muslime festgenommen (derStandard.at berichtete). Laut der bosnischen Justizbehörde sind die sieben festgenommenen Wahhabiten mit einer langen Liste an Vorwürfen konfrontiert: Illegaler Waffenbesitz, Gefährdung der Gebietseinheit Bosnien-Herzegowinas, Angriff auf die Verfassungsordnung und der Provokation von ethnischem und religiösem Hass. Die Untersuchungshaft wurde auf die Dauer von einem Monat verhängt, zehn oder mehr Jahre Gefängnis drohen. Konkrete Hinweise auf terroristische Aktivitäten wurden offenbar bisher nicht gefunden.

Das Dorf Gornja Maoca, in dem die Festnahmen stattfanden, glich schon seit Jahren einer Festung: Eine örtliche Polizeistreife wurde vor kurzem daran gehindert, in die Kommune zu fahren, Journalisten wagten sich nicht hinein. Einzig der serbische Sender B92 brachte eine Reportage: Man traf auf unfreundliche bewaffnete Männer mit langen Bärten in Uniform. Geltende Rechtsordnung war die Scharia, zum Dorfvorsteher Nusret Imamovic, der nun verhaftet wurde, gelangte man nicht. Mitten in der ultrakonservativen Gemeinde fand man aber ein Auto mit Wiener Kennzeichen.

Wiener Connection

Zwischen Wien und Gornja Maoca gibt es schon lange einen sehr regen Austausch. Der bosnische Staatsbürger Imamovic, der Berichten zufolge auch aus Wien stammen soll und öfter zwischen Österreich und Bosnien pendelte, gilt als enger Vertrauter von Muhamed P.. Der Imam einer bosnischen Moschee in Wien-Meidling soll auch als Geldgeber für Wahhabiten wie jene in Gornja Maoca fungieren, wie das International Relations and Security Network der ETH Zürich berichtet. In seiner Moschee war nicht nur Imamovic, sondern laut der Wiener Stadtzeitung "Der Falter" auch ein gewisser Asim C. öfter zu Gast. Dieser wollte am 1. Oktober 2007 die US-Botschaft in Wien mit zwei Handgranaten betreten, wurde jedoch als verwirrt erklärt, und das FBI schloss einen terroristischen Hintergrund aus. P. soll in Saudi-Arabien zum Prediger ausgebildet worden sein, Imamovic hatte über eine Website Selbstmord-Attentate in außergewöhnlichen Situationen für gerechtfertigt erklärt.

Laut bosnischen Medien steht P. dem "Hohen Saudischen Komitee" mit Sitz in Wien nahe. Dass sich die umstrittene Gruppe Ende der 90er-Jahre in dem Dorf niederlassen konnte, wurde nach Angaben bosnischer Medien von Wien aus finanziert und organisiert. Aus der österreichischen Hauptstadt kamen somit auch die ersten Einwohner der Gemeinde. Die Mehrheit der rund 30 Familien und die zahlreichen Besucher, die nach Gornja Maoca kommen, stammen auch heute nicht aus Bosnien-Herzegowina, sondern aus exjugoslawischen Staaten sowie aus Westeuropa.

Im Verfassungsschutzbericht aus dem Jahr 2007 heißt es unter dem Punkt "Extremismus und Terrorismus": "Innerhalb der in Österreich ansässigen bosnischen Diaspora konnten Gruppierungen festgestellt werden, die einer neo-fundamentalistischen Interpretation des Wahhabismus anhängen." Die Entstehungsgeschichte gehe auf den Friedensvertrag von Dayton (1995) zurück, als diese Gruppierung von ehemaligen Kämpfern der bosnischen Mujaheddin Brigaden aus der Taufe gehoben wurde. Das deklarierte Ziel sei die Errichtung eines islamischen Staates. Die Rekrutierung erfolge primär in der Zielgruppe junger Muslime zweiter Generation, die im Westen aufgewachsen sind. Wesentliches Charakteristikum sei die Vernetzung mit Diasporen in ganz Europa. Als Zentren der islamisch-fundamentalistischen Aktivitäten wurden Wien und Oberösterreich genannt.

2008 heißt es im Verfassungsschutzbericht: "So wie in anderen europäischen Staaten auch sind in Österreich vereinzelt Konvertiten in extremistischen Kreisen auffällig geworden. Hervorzuheben ist vor allem das besonders ausgeprägte persönliche Engagement und die Bereitschaft, sich intensiv dem Islam – und im Falle radikalisierter Konvertiten der salafitischen Auslegung (Anm.: Strömung, die nur Quellen aus der Frühzeit des Islam anerkennt) zu widmen." Zur Situation in Österreich ist vermerkt: "Im Berichtszeitraum wurden Personen und Personengruppen von Muslimen der zweiten Einwanderergeneration – sowie vereinzelt Konvertiten – festgestellt, welche weit gehend unter Einfluss der Ideologie der Al Qaida stehen."

Wien als Zentrum?

Der serbische Arbeits- und Sozialminister Rasim Ljajić sprach nach der Großrazzia in Bosnien gegenüber B92 von Wien als "Zentrum der Wahhabiten". Rudolf Gollia, Sprecher des Innenministeriums in Wien, sieht das im Gespräch mit derStandard.at jedoch nicht so: "Nach unserem Erkenntnisstand ist Wien nicht die Hauptstadt der Wahhabiten, sondern es gibt in mehreren europäischen Städten bosnische Communities mit religiösem Hintergrund". Weder gegen Muhamed P. noch gegen ein anderes Mitglied der Wahhabiten liege in Österreich etwas strafrechtlich Relevantes vor.

Österreichs Behörden arbeiten jedenfalls mit ihren bosnischen Kollegen zusammen. Beim Wiener Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) ist man überzeugt, dass man die Szene radikalislamischer Prediger relativ gut unter Kontrolle habe - auch weil gerade Bosnier der Polizei mitunter Tipps geben würden, wenn ihnen etwas auffällt.

Politischer Erfolg

Die Großrazzia wurde in Bosnien und Herzegowina als großer Erfolg gefeiert. Sicherheitsminister Adik Ahmetović kommentierte die Aktion mit den Worten: "Allen, die die Verfassung und Gesetze Bosnien-Herzegowinas missachten, muss klar sein, dass der Rechtsstaat hier funktioniert und dass man sich allen Personen und Gruppen, die die Regeln dieses Landes brechen, entgegenstellen muss."

Stefan Feller, Leiter der EU-Polizeimission in Bosnien und Herzegowina lobt gegenüber derStandard.at die "exzellente Zusammenarbeit" der lokalen Behörden: "Polizei und Justiz sind fähig und willig sich komplexen Herausforderungen zu stellen und sie tragen somit aktiv zur Sicherheit nicht nur in Bosnien und Herzegowina, sondern auch in ganz Europa bei." Ebenso euphorisch zeigte sich der EU-Sonderbeauftrage für Bosnien, Valentin Inzko, in einer Aussendung. Politisch kommt dem Balkan-Staat eine solche Erfolgsmeldung gerade Recht, denn nun ist man der EU-Visaliberalisierung vermutlich einen Schritt näher gerückt. Österreichs Innenministerin Maria Fekter hatte Ende Jänner 2010 bei der Unterzeichnung eines Abkommens mit Bosnien und Herzegowina darauf hingewiesen, dass hohe Sicherheitsstandards für die Erreichung der Visaliberalisierung gewährleistet sein müssten. (Rainer Schüller, bed/derStandard.at, 7.2.2010; Damir Imamovic aus Sarajewo, DER STANDARD, Printausgabe, 8.2.2010)

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Lucky Luke 1988
02.03.2010 08:48
schön so

auf youtube sind videos wo man sieht wie so zottlige wilde aus britischen UN schützenpanzern steigen und sich mit ihresgleichen umarmen... gut gemacht UN ! ich hoffe die USA, UN und die EU bezahlen für ihre dummheit. haben die im ernst geglaubt die schleichn sich wieder nach saudi arabien (wo die wahabiten herkommen) wenn der krieg mal vorbei ist? dass die amerikaner nicht auf lange sicht denken können haben sie am bsp iran und irak schon bewiesen. woher hatte saddam seine waffen? woher haben die iraner ihre F14 kampfflugzeuge her?

mein Deutschprofessor
13.02.2010 04:50

Eugene Ionesco:
"Die einzige lebendige Gesellschaft ist diejenige, in der jeder mitten unter seinesgleichen anders bleiben kann"

Häuptling Abendwind
11.02.2010 14:42
Rausschmeissen.

Und fertig.

kroate 061
10.02.2010 12:21

wie kroaten und serben haben auch die wehabiten anrecht auf heimat und die ausübung ihrer religion.
wenn sie Bürger Bosniens sind dann ist es auch der richtige ort dafür.
freiheit für alle.

jos
29.06.2010 08:40

Jaja, der Wahabitismus als die Religion des Friedens. Haben Sie schon mal Bilder von einer Steinigung gesehen?

Vollmeise  
10.02.2010 12:48
kroate 061
10.02.2010 23:20
Vollmeise  
10.02.2010 23:35

Ein "Lüg mich an!" werden Sie aber von mir nicht hören.

mein Deutschprofessor
10.02.2010 01:57

Nietzsche:
"Ihr fürchtet euch vor einem Nachbarn? So nehmt doch die Grenzsteine weg - so habt ihr keinen Nachbarn mehr. Aber ihr wollt den Krieg und deshalb erst setztet ihr die Grenzsteine."

Stani83 
10.02.2010 11:02
Spielen Sie da auf den Zerfall der SFRJ an?

mein Deutschprofessor
10.02.2010 20:30

lernen Sie nie etwas dazu?

Stani83 
11.02.2010 09:26
Mal als Beispiel ;-)

Man fürchtet sich vor den pöhsen pöhsen Serben und TRENNT sich. Setzt also Grenzsteine ;-) Den Rest können Sie sich selbst zusammenreimen Sie Blitzkneiser

juandeaustria
09.02.2010 12:25
Bitte Asyl

Bei uns gibt es wenigstens noch Religionsfreiheit.

Also herein mit Ihnen!

Z. Ristic 
09.02.2010 15:28

Da ist man schon lange weiter, die meisten sind mit österreichischen Kennzeichen unterwegs.

kroate 061
08.02.2010 23:38
warum diese aufregung

die boschnjaken haben doch ihre glaubensbrüder die(Webahiten) ins land geholt.was haben kroaten und serben damit zu tun? über 15 jahre leben sie in bosnien haben kinder mit boschnjakische und die staatsangehörigkeit besitzen ebenfalls.
Also sind sie Bosnische Staatsangehörige und Bosnisches problem und kein europäisches
sollen sich doch die boschnjakischen politiker den kopf zerbrechen . Viel spass dabei :):):)

a klana indiana
08.02.2010 19:13
quo vadis????

e tu, düdl????

ken_park 
08.02.2010 18:24

armes österreich, wann werden sie die ersten attentate verüben..

Vollmeise  
08.02.2010 19:06

Das mit dem Attentat war ja schon fast vor 100 Jahren. Es waren aber nicht die Wahabisten...oh oh.

Z. Ristic 
08.02.2010 19:53

Ich glaube er hatte mehr den 11. September vor Augen...

Markovic Predrag
08.02.2010 19:48
richtig

es waren anarchisten :)

echtzeit2
08.02.2010 17:05
Wem nutzt die Verschleppung des EU-Beitritts von Bosnien und Herzegowina?



Nur den Extremisten und Geschäftemachern auf allen Seiten!

BIH EU-Beitritt jetzt!

..|..
09.02.2010 15:32
Besser wäre es

wenn sich Bosnien so wie die Tschechoslowakei aufteilen würde und getrennte Wege geht.

Warum soll der christliche Teil Bosniens darunter leiden, dass die Moslems Terrorcamps betreiben?

Ex-Muslim  
08.02.2010 16:49

Hat Shakfeh eigentlich schon über den saudi-arabischen Extremismus geklagt, oder ist Österreich einfach immer das Naziland und er kommt nur aus seinem Loch gekrochen, wenn er seinen wahabitischen Unfug propagieren kann?

Mir scheint, dieser Shakfeh ist ein Rassist. Als grosser Freund der Saudis und ihr Vertreter ist er eben besonders blind, wenn Islamisten ihr Unwesen treiben.



Baechlein
08.02.2010 15:20
Felix Austria quo vadis?


Mit Geld leistet kann man sich hier zu Lande den Arzt seiner Wahl leisten – eine entsprechende Schule samt Nachhilfe für seine Kinder und man muss es anscheinend auch mit den Gesetzen nicht ganz so genau nehmen.
Der Geldadel richtet es sich.

Nagios
08.02.2010 15:19
Heisst das jetzt das

Ava Tar, DieBo, miro djevn etc. jetzt auf der Flucht sind?

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