Der CO2-Ausstoß der Autos ist ein großes Thema in der Klimadiskussion. So große Anstrengungen wie heute hat die Autoindustrie in dieser Richtung noch nie unternommen
Der CO2-Ausstoß der Autos ist natürlich ein großes Thema in der Klimadiskussion. So große Anstrengungen wie heute hat die Autoindustrie in dieser Richtung noch nie unternommen. Aber Auto allein wird nicht reichen. So machen wir diesmal einen Ausflug zu den Energieversorgern. Es gibt noch so verdammt viel Kohle, die preisgünstigst auf ihre Verbrennung wartet. Schrecklich die CO2-Bilanz, aber da haben einige schon ein Geschäftsmodell dagegen: Einlagerung des CO2 in Hohlräumen der Erdkruste. Ein Heer von Wissenschaftern verdient bereits hervorragend daran, Förderungen werden ausgeschüttet, Pilotanlagen errichtet.
Dass eingelagertes CO2 fast so brisant sein kann wie Atommüll, zeigen Katastrophen in den 1980er-Jahren in Kamerun. Dort gibt es nämlich Vulkankrater-Seen, in deren tiefen und kalten Gewässerschichten enorme Mengen an CO2 gebunden sind. Wenn dieses kalte Wasser nach oben gedrückt wird, etwa durch ein Erdbeben, erwärmt es sich, und das CO2 sprudelt heraus und erhöht schlagartig die CO2-Konzentration in der Atemluft, was zu Bewusstlosigkeit und Tod führen kann. Durch dieses Phänomen kam der Nyos-See zu trauriger Berühmtheit, tausende Menschen und Tiere fielen mit einem Moment tot um. Die Region ist aus Sicherheitsgründen unbewohnbar.
Wie man den CO2-Ausstoß seriös zurückschraubt, weiß man im Grunde, im Verkehr wie in der Energieversorgung. Es wird aber nicht viel nützen, wenn man Geld und Energie in die falschen Maßnahmen pumpt und den Mist bloß unter den Teppich kehrt. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/5.1.2010)