Schnapsidee CO2-Speicherung

7. Februar 2010, 16:55
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    foto: jeanette dobrindt/pixelio.de

    CO2 zu lagern ist eine gefährliche Sache.

Der CO2-Ausstoß der Autos ist ein großes Thema in der Klimadiskussion. So große Anstrengungen wie heute hat die Autoindustrie in dieser Richtung noch nie unternommen

Der CO2-Ausstoß der Autos ist natürlich ein großes Thema in der Klimadiskussion. So große Anstrengungen wie heute hat die Autoindustrie in dieser Richtung noch nie unternommen. Aber Auto allein wird nicht reichen. So machen wir diesmal einen Ausflug zu den Energieversorgern. Es gibt noch so verdammt viel Kohle, die preisgünstigst auf ihre Verbrennung wartet. Schrecklich die CO2-Bilanz, aber da haben einige schon ein Geschäftsmodell dagegen: Einlagerung des CO2 in Hohlräumen der Erdkruste. Ein Heer von Wissenschaftern verdient bereits hervorragend daran, Förderungen werden ausgeschüttet, Pilotanlagen errichtet.

Dass eingelagertes CO2 fast so brisant sein kann wie Atommüll, zeigen Katastrophen in den 1980er-Jahren in Kamerun. Dort gibt es nämlich Vulkankrater-Seen, in deren tiefen und kalten Gewässerschichten enorme Mengen an CO2 gebunden sind. Wenn dieses kalte Wasser nach oben gedrückt wird, etwa durch ein Erdbeben, erwärmt es sich, und das CO2 sprudelt heraus und erhöht schlagartig die CO2-Konzentration in der Atemluft, was zu Bewusstlosigkeit und Tod führen kann. Durch dieses Phänomen kam der Nyos-See zu trauriger Berühmtheit, tausende Menschen und Tiere fielen mit einem Moment tot um. Die Region ist aus Sicherheitsgründen unbewohnbar.

Wie man den CO2-Ausstoß seriös zurückschraubt, weiß man im Grunde, im Verkehr wie in der Energieversorgung. Es wird aber nicht viel nützen, wenn man Geld und Energie in die falschen Maßnahmen pumpt und den Mist bloß unter den Teppich kehrt. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/5.1.2010)

  • Gefährliche Elektroautos [136]

    Elektrische Spannungen und Ströme, aber auch die Elektromotoren selber bergen hohe Risiken

  • Konflikt Fahrrad versus Auto [268]

    Die Trennung von Rad- und Autoverkehr funktioniert nicht wirklich. Radwege mögen das richtige Symbol sein, aber nicht immer die richtige Lösung

  • Vom autonomen Autofahren [42]

    Autofahren ist vor allem in Ballungsräumen nicht mehr lustig und um das erste verdiente Geld auszugeben gibt es genügend Alternativen zum Auto

  • Start-Stopp: Es gibt längst Besseres [86]

    Die Zukunft gehört Systemen mit Starter-Generator, der unauffällig zwischen Stillstand, Elektro- und Verbrennungsmotorbetrieb wechselt

  • Verkehr in Megacitys [3]

    Die Autoindustrie liefert Konzepte für den Autoverkehr in künftigen Megacitys und denkt über besonders kleine und smarte Fahrzeuge nach

  • Zugfahren als Schnäppchenjagd [185]

    Die Bahn hält Neukunden konsequent fern. Alternativen sind die neue Westbahn - oder der private PKW

  • Radfahren: Fit, aber tot? [256]

    Je mehr Radfahrer sich auf den Straßen tummeln, umso mehr Unfälle gibt es auch

  • Autosalon als Spiegelbild [3]

    Die heurige Automobilausstellung in Frankfurt kehrt auf den ersten Blick wieder ziemlich auf den Boden der Tatsachen zurück

  • Das Auto braucht Straßen [86]

    Das Auto braucht eine Infrastruktur, nämlich Straßen, und die schenken uns die Autohersteller nicht dazu

  • Autofahren mit Biogas [39]

    Biogas wird im Wesentlichen aus landwirtschaftlichen "Abfällen" hergestellt, tritt also nicht in unmittelbare Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion

  • Pendlerpauschale ade? [379]

    Eine hohe Mobilität von Arbeitskräften ist eine Grundlage unseres Wirtschaftslebens. Die CO2-Diskussion betrifft vor allem auch die Pendler

  • Mit den Waffen der Gegner [99]

    Gijs Mom macht sich schon lange Gedanken, warum der Elektromotor vor 100 Jahren den Wettlauf mit dem Verbrennungsmotor verlor

  • Abgas-Erregungsakrobatik [19]

    Bis heute spielen die kompromisslosen Autoverteidiger eine lautstark polternde, aber ziemlich nutzlose Rolle

  • Feinstaubalarm beim Ottomotor [81]

    Die Regelung Euro 5 sieht eine Begrenzung der Partikelmasse vor. Aber nur mit der Partikelmenge lässt sich der Feinstaubanteil erfassen

  • Feindbild Automobil (III) [20]

    Die Existenz zu vieler Autos wird zwar beklagt, als Jobmoter sind Autofabriken aber nach wie vor gerne gesehen

  • Feindbild Automobil (II) [103]

    Fahrrad- und Automobilfahrer waren einst Freunde. Die Freundschaft hatte ein Ende, als das Auto dem Rad davonfuhr

  • Feindbild Automobil (I) [71]

    Das Auto hatte es Anfangs ganz und gar nicht leicht, sich durchzusetzen

  • Porsche-Preis fürs Lichtsparen [21]

    Der Prof.-Ferdinand-Porsche-Preis der TU Wien geht dieses Jahr an Wolfgang Huhn (Audi) und Kamislav Fadel (Automotive Lightning)

  • Gasgeben wörtlich genommen [12]

    Mit steigenden Kraftstoffpreisen werden Alternativen zu Benzin und Diesel zusehends interessanter, insbesondere Erdgas

  • Gummi braucht Straße

    Die Hoffnung der Autobranche lautet, in den derzeit noch weniger entwickelten Ländern im Laufe der Zeit auf über 500 wie bei uns aufschließen wird

  • Elektromotor rettet Verbrennungsmotor [41]

    Das diesjährige Wiener Motorensymposium prophezeite revolutionäre Zeiten im Automobilbau

  • Flexibler Motorenpapst [43]

    Es werden nur jene technischen Lösungen kommen, für deren Erforschung und Umsetzung in die Praxis sehr viel Geld ausgegeben wird

  • Auf ins Energiesparadies [8]

    Wahrscheinlich befinden wir uns jetzt im letzten Drittel des Erdölzeitalters - und auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger

  • Mit dem Rotstift durch die Verbrauchstabelle [60]

    Mercedes senkt mit Akribie den CO2-Ausstoß seiner E-Klasse, jedenfalls auf dem Papier

  • Automatik ohne Mehrverbrauch [197]

    Mit manuellem Schaltgetriebe, automatischem Doppelkupplungsgetriebe und Wandlerautomatik werden heute in etwa die gleichen Verbrauchswerte erzielt

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Posting 1 bis 25 von 78
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choghart
21
14.2.2010, 21:17
Man kann zur Sequestrierung stehen wie man will.

Die Sache ist v.A. aus energetischen Gründen nur beschränkt sinnvoll. In weiten Teilen Österreichs (Wr. Becken, Molassezone OÖ, etc.) war Millionen von Jahren gar tödliches Erdgas im Boden "vergraben", dass da nur unter größtem Aufwand wieder raus zu kriegen ist. Interessanterweise hat man seit Menschengedenken in unseren Breitengraden noch nie was von damit zusammenhängenden Unfällen gehört.
Der obige Artikel ist das inkompetenteste was mir bis dato zu diesem Thema untergekommen ist. Bitte, bitte lieber Redakteur fragen Sie beim nächsten Artikel vorher mal´ bei kompetenten Leuten nach und stoppeln Sie nicht ihre Mutmaßungen aus Wikipedia Artikeln zusammen.

Ramadamadingdong
11
22.2.2010, 07:43

auch wenn sie hier offensichtlich lobbyarbeit für die CO2 einbringung in den Untergrund betreiben so kann ich Ihnen doch auch etwas entgegenhalten das wesentlich sinnvoller und günstiger als die grosstechnische verpressung von CO2 ist: Bäume pflanzen nämlich! Das verpressten einer Tonne CO2 wird mit Kosten von 600€ abgeschätzt. Die Bindung eine Tonne CO2 durch Bäume kommt in Deutschland auf etwa 25-50€. In tropischen Gegenden (schnelleres Wachstum sogar noch weniger!

Also bitte das nächste mal erst nachdenken bevor man die sinnlosen grossindustriellen Lösungen propagiert.

choghart
00
Lernen Sie bitte sinnerfassendes Lesen

Was bedeutet wohl "Die Sache ist v.A. aus energetischen Gründen nur beschränkt sinnvoll." in meinem Posting?

W_O_L_F_G_A_N_G
03
10.2.2010, 13:00

Was in dem Bericht gar nicht vorkommt, gigngogn aber in seinem Posting schon erwähnt hat, ist, dass der Wirkungsgrad der Energieerzeugung um ca. 1/3 absinkt.

Das heißt jetzt nichts anderes als, dass der pro erzeugter kWh der Ressourcenverbrauch um 50% ansteigt.

In Zeiten wo schon die Tundra nach Ölsanden umgegraben und vergiftet wird oder für Palmöl-Plantagen ganze Regenwälder abgeholzt werden dürfte das so ziemlich das kontraproduktivste sein, das man sich nur vorstellen kann.

Es führt nur dazu, dass für alternative Energie- bzw. Erdöl-Gewinnung die besten CO2-Senken die wir kennen, nämlich Wälder, zerstört werden.

Darum scheint mir das Wort "Schnapsidee" in der Überschrift sehr angemessen.

Ev. sogar "Verbrecherische Schnapsidee"

aaronthebaron
00
Manchmal weiss man schon an der Überschrift..

wer den geschrieben hat.. dieser ist so einer :-)

Freie Welt
56
Fast so brisant wie Atommüll?

Nein, sogar ganz wesentlich brisanter.

Denn auch hoch radioaktiver Atommüll ist "schon" nach rund einer Million Jahren ungefährlich, während CO2 praktisch unendlich lange hält.
Also zB. auch in einer Milliarde Jahren noch die gleiche Wirkung entfalten kann wie heute.

Und deshalb ist die CO2-Lagerung unter der Erde die verantwortungsloseste Idee, die sich je ein Mensch ausgedacht hat.

Ramadamadingdong
00
22.2.2010, 07:45

hier stimme ich Ihenen nicht wirklich zu. Abgereichertes Uran zB. hat eine Halöbwärtszeit von 4.2Mrd. Jahren....

Tom_Bombadil
00
C / Kohlenwasserstoffe und das für uns lebensnotwendige O2 sind die Ergebnisse des uns bisher einzigen Prozesses der permanenten Speicherung von Sonnenernergie.

... und damit ist eigentlich schon alles Wichtige gesagt.

Seufz ...

OttotheBusdriver
11
Ach was, viel einfacher......

1. Massensteuern erhöhen
2. Einige Forscher bezahlen
3. CO2-Firmen sponsern, von diesen "Kick Backs" annehmen
4. zurück zu 1.

Guitar Hero1
46
oje

Möglicherweise einer der dümmsten Artikel die ich im Standard je gelesen habe. Und der Bezug auf die Katastrophe in Kamerun ist atemberaubend. Es gibt eine Reihe von Methoden (biologische, physikalische und chemische) um CO2 stabil zu binden. Ein Überblick: http://en.wikipedia.org/wiki/Carb... uestration

FSK
01
14.2.2010, 21:20

seltsam, im deutschen weit ausführlicheren wiki zu dem thema wird genau das als Gefahr angegeben.

also nicht groß reden, wenn sie keine ahnung haben

aaronthebaron
00
wenn man nach dem Redakteur des Artikels sucht

kann man mehrere von solcher Qualität finden... :-oO

jokergirl
01

CO2-Ausstoss nur "zurückzuschrauben" ist genauso eine Schnapsidee...

;)

NeunZollNagler
 
01

Wie wärs mit der Lagerung in Form von spritzigen Getränken? Das "leicht prickelnede" neben mir bringt es immerhin schon auf 224mg/L und wenn ich daran denke wie stark eine Cola prickelt, ist da noch viel Spielraum

Wenn die Lagerung dann noch in Plastikflaschen geschieht entzieht man der Atmosphäre dann endgültig mehr als genug Kohlenstoff ;-)

Roter Baron
90
und filter a la katalysator ?? ??

wieso wird in die drecksschleudern
nicht ein co2 filter eingebaut
der beim service getauscht wird ?

eine wahrlich verlogene industrie.


roter baron

mief quirl
04

Sie waren wohl auch einer von jenen die mit der Heeres ABC-Schutzmaske in den Weinkeller gelaufen sind, oder?

ARO5
01

Das Posting muß ich mir merken.

Schemieschenie
03
Sie haben aber schon einen Hauptschulabschluss oder,

außerdem ist ein Katalysator kein FILTER,
der wandelt

NOx -> N2 + H2O um !

und wie wollen sie CO2 rausfiltern, ich mein das geht schon, aber was machen sie dann mit dem CO2 ??

Vielleicht umwandeln in C und O2 ??? Wär doch eine super idee oder ;-)

vito don´s schwester
07
hahahahahahahaha

orso minore
04

Weil aus einem Liter Treibstoff etwa 2.5 kg CO2 werden

Parkschwein
01

wie soll
das bitteschön
funktionieren ??

und wo
genau ist die
lüge ?

Irma la Douce
02
Nach welchem Ihnen bekannten technischen Prinzip


soll ein Kohlendioxidfilter arbeiten?

Neugierig

IlD

gigngogn
 
02
Bitte, nehmen sie doch mal ein Chemiebuch in die Hand!

>wieso wird in die drecksschleudern
>nicht ein co2 filter eingebaut
Weil CO2 nicht ein Nebenprodukt ist, wie die Stickoxide, der Staub oder Schwefeldioxid, sondern das Endergebnis der chemischen Reaktion, die die Energie, die in der Kohle gespeichert ist, freigibt.
Erstens reden wir hier von ganz anderen Mengen, ~3to CO2 pro Tonne Kohle und ein Kraftwerk der 330MW Klasse verbrennt ~280to *pro Stunde*, und zweitens müssten sie um das CO2 wieder chemisch zu binden zumindest dieselbe Energiemenge aufwenden, die sie zuvor durch das Verbrennen gewonnen haben.
Sie können das CO2 also nur unter hohem Energieaufwand (~1/3 des Wirkungsgrades des Kraftwerks) abscheiden und komprimieren und müssen es dann irgendwie irgendwo *für immer* sicher lagern.

Schemieschenie
02

Exakt genommen brauchen sie für die Bindung des CO2 nicht die gleiche Energie die beim Verbrennen frei wird, dennoch ist der Energiebedarf beim Absorbieren des CO2 enorm !

gigngogn
 
01
Richtig, das würde nur dann stimmen, wenn sie daraus wieder Kohle und Sauerstoff machen. Wenn sie das CO2 anders binden, z.B. als Kohlensäure oder als Carbonat stimmt die Rechnung nicht mehr, doch die Grundaussage stimmt

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