Die stimmenstärksten Kandidaten: Gerhard Tötschinger (Ältere Menschen), Kathrin Zettel (Jugend), Eva Scholik (Bildung), Siegfried Meryn (Eltern und Familie), Bernadette Tischler (Konsumenten), Ivica Vastic (Sport)
Die Faxwahl zum ORF-Publikumsrat bringt ein überraschendes Ergebnis, wie wir am Freitag, 10.30 Uhr, als erstes Medium berichteten: Fünf von sechs Mandaten gingen an die ÖVP. Siegfried Meryn (Kategorie "Eltern und Familie") wurde nach STANDARD-Infos als einziger SPÖ-Kandidat knapp gewählt. Die übrigen
Kategorien "Bildung", "Jugend", "Ältere Menschen", "Sport" und "Konsumenten" haben ÖVP-Kandidaten für sich entschieden. Insgesamt wurden 221.340 Stimmen abgegeben, das entspricht einer Wahlbeteiligung von rund sieben Prozent.
Die meisten Stimmen gingen an Gerhard Tötschinger (Ältere Menschen), Kathrin Zettel (Jugend), Eva Scholik (Bildung), Siegfried Meryn (Eltern und Familie), Bernadette Tischler (Konsumenten), Ivica Vastic (Sport).
Hier die Anzahl der Stimmen im Detail
Bereich "Ältere Menschen" (178.855 Stimmen gesamt)
Gerhard Tötschinger: 109.364
Beppo Mauhart: 49.391
Sophie Bauer: 20.100
Bereich "Jugend" (178.868 Stimmen gesamt)
Kathrin Zettel: 90.732
Corina Korner: 51.054
Dagmar Breschar: 28.183
Jürgen Michlmayr: 8.899
Bereich "Bildung" (179.598 Stimmen gesamt)
Eva Scholik: 76.282
Marika Lichter: 50.531
Peter Vitouch: 39.350
Hans Högl: 13.435
Bereich "Eltern bzw. Familien" (180.232 gesamt)
Siegfried Meryn: 75.674
Clemens Steindl: 75.532
Gerald Netzl: 29.026
Bereich "Konsumenten" (179.435 gesamt)
Bernadette Tischler: 73.500
Daniela Zimmer: 67.861
Elisabeth Sabler: 16.867
Gerhard Heilingbrunner: 13.085
Christian Prantner: 8.122
Bereich "Sport" (177.951 gesamt)
Ivica Vastic: 63.005
Peter Pacult: 51.118
Franz Stocher: 32.037
Sonja Spendelhofer: 31.791
Den erwarteten Sieg dürfte die SPÖ vor allem der Umstand gekostet haben, dass
in fast allen Kategorien zwei zumeist gleichwertige Kandidaten aus dem roten
Lager angetreten waren, wodurch es zu einem Stimmen-Splitting gekommen ist -
eine Erfahrung, die die ÖVP schon bei der letzten Publikumsratswahl gemacht
hatte. Zählt man die Stimmen der von roter Seite aufgestellten Kandidaten
zusammen, war die Mobilisierung zwar in ausreichendem Maß gegeben, die Wähler
teilten sich aber offenbar zwischen den SP-Nominierten auf, was der Volkspartei
zu gute kam, die in jeder Kategorie nur einen Kandidaten ins Rennen schickte.
Die ÖVP sieht in dem Wahlergebnis Implikationen für die Besetzung des
Stiftungsrates, wo man eine SP-Mehrheit verhindert habe, wie Generalsekretär
Fritz Kaltenegger sagte. Sein SPÖ-Gegenüber Günther Kräuter bedauerte,
dass keine weiteren SP-Kandidaten den Einzug schaffen. Eine Schlappe der Partei
sieht er offenbar nicht, sondern sprach von einer Persönlichkeitswahl. (red/APA)