Deutschland

Bildungsministerin unterstützt Medizinquote

05. Februar 2010 10:10

Wissenschaftsministerin Karl erfreut über Aussage von Schavan - Kuntzl: "Export schwächerer Studierender nach Österreich"

Wien - Die deutsche Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) bekräftigt ihre Unterstützung für eine dauerhafte EU-rechtliche Verankerung der Quotenregelung für den Zugang zum österreichischen Medizinstudium. "Deutschland wird Österreich bei diesem Bemühen in der EU unterstützen", so Schavan im "Kurier" (Freitag-Ausgabe). Gleichzeitig legte sie Österreich Zugangsregelungen nahe: "Zur Qualität des Systems einer modernen Hochschule gehört auch, dass sie Studierende selbstständig auswählen kann". Kein Land sei gezwungen, auf diese Steuerung zu verzichten.

Keine Gleichbehandlung der EU-Bürger

Die derzeitige Ausnahmeregelung für das Medizin-Studium, wonach 75 Prozent der Plätze für Studenten mit österreichischem Maturazeugnis, 20 Prozent für EU-Bürger und fünf Prozent für Nicht-EU-Bürger reserviert sind, endet 2012. Diese Quote widerspricht eigentlich der Gleichbehandlung aller EU-Bürger. Die EU-Kommission hat allerdings im Jahr 2007 wegen der großen Zahl deutscher Numerus-Claus-Flüchtlinge an Österreichs Medizin-Unis ein Moratorium gewährt und kein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet. Schon damals erachtete Berlin die Quote als "sehr akzeptabel" und zeigte sich damit "einverstanden.

Nach der Aufhebung der Uni-Zugangsregelungen durch den Europäischen Gerichtshof (EuGH) 2005 und dem darauf folgenden Ansturm deutscher Studenten vor allem im Bereich Medizin hat Österreich 2006 in den Fächern Human- und Zahnmedizin eine Quotenregelung eingeführt.

"Erfreut" hat Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP) über die angekündigte Unterstützung bei der Quote für das Medizinstudium durch die deutsche Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) reagiert. Sie sei "für jede Unterstützung dankbar" und werde noch heute mit ihrer Amtskollegin in dieser Sache telefonieren, so Karl am Rande einer Pressekonferenz. Ablehnung kam unterdessen von SPÖ und Grünen.

Karl legt sich nicht fest

Sie strebe auf jeden Fall eine Regelung auf europäischer Ebene an, betonte Karl. Ob ihr eine Lösung über die EU-Kommission oder, wie von Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) angeregt, eine Fixierung der Uni-Quote im EU-Vertrag lieber wäre, wollte die Ministerin vorerst nicht sagen. Sie werde bei ihrem nächsten Termin in Brüssel am 15. Februar, "ausloten, welche Möglichkeiten es gibt".

SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl zeigte sich "überrascht und durchaus irritiert" über Schavans Wortmeldung. Die angekündigte Unterstützung bei der Quotenregelung heiße "im Klartext nichts anderes, als dass Deutschland via Quotenregelung seine schwächeren Studierenden nach Österreich exportieren will". Schavan solle Österreich statt bei der Quotenregelung bei der Wiedereinführung des Herkunftslandsprinzips unterstützen, wonach nur jene Studenten eine Studienplatz bekommen, die auch in ihren Heimatländern die Berechtigung dafür aufweisen. (APA)

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21 Postings
kleopatra1
12.02.2010 09:37
Rechtsprobleme

Ich möchte auf folgende Probleme hinweisen:

a) Aufgrund europäischen Rechts hat zunächst jeder deutsche Abiturient das gleiche Recht, in Ö zu studieren, wie ein österreichischer Maturant. Die gegenwärtige Quotenregelung in Medizin ist nur ein Notbehelf, der von der Kommission zeitweilig geduldet wird.

b) Jeder deutsche Abiturient darf in D grundsätzlich Medizin studieren (damit ist das SPÖ-Argument verfehlt). Es gibt lediglich eine Beschränkung der Zahl der Studienplätze.

c) Der deutsche Staat kann nicht auf die individuellen Rechte deutscher Abiturienten als EU-Bürger verzichten (dazu wäre in der Tat eine Änderung der EU-Verträge nötig; wie leicht dürfte eine solche zu erhalten sein?).

ich sag's grad raus
07.02.2010 14:10
"Numerus-Claus-Flüchtlinge"

Die Ärmsten, dieser "Numerus Claus" muss ja ein ganz ein fürchterlicher sein!

Metaethischer Nihilist
07.02.2010 01:22

Die ganze Situation ist debil.

Erstens wäre es mir lieber, der Staat würde gar keine Ausbildung anbieten. Sollte nur von Privaten angeboten werden.

Zweitens wäre es mir lieber, man bräuchte gar keine Ausbildung, um als Arzt oder irgendwas tätig zu sein. Die Krankenhäuser sollten selber aussuchen dürfen, welche Menschen sie für welchen tätigkeiten einsetzen wollen. Man muss gar keine Medizinerausbildung haben, um ein paar wunden zu nähen, oder Menschen erzählen, wie man Impetigo behandelt. Ehrlich gesagt braucht man für gar nix die volle Medizinerausbildung.

Die jetzige Situation, mit Quotenregelung, und der ganze Mist dient wie alles im Mafia-AUT bloss Konstellationen von Eigeninteressen.

LL MM
08.02.2010 16:24

Genau. Sollte auch für Chirurgen gelten. Metzgerlehre sollte dafür eigentlich reichen.

awien
08.02.2010 12:30
Ist wahr

Schuster oder Schneider lernen müsste reichen, oder?

FranzKpunkt
06.02.2010 19:04

Ob jemand ein guter Arzt wird oder nicht, hängt nur sehr sehr bedingt von seinen Schulnoten ab. Wieso wird so ein Schwachsinn immer wiedergekaut?

Ausserdem denkt mal an eure Schulzeit und erinnert euch wer es geschafft hat im Leben und wer eher nicht. Ich will mal behaupten der damalige Notendurschnitt gibt das überhaupt nicht wieder.

Von daher lasst den Deutschen ihr Numerus Clausus wenn sie glauben das das ein Kriterium ist, und gebt uns die Deutschen die genau wissen was sie wollen und dafür in ein anderes Land ziehen.

alla riscossa
07.02.2010 13:59
der ziehn dort aber oft nur für die ausbildung hin

und bringen dem land danach gar nichts mehr!

dasseigesagt
 
08.02.2010 22:41

kleiner tipp, in deutschland gibts nen haufen ärztejobs. wie wärs, wenn die österreicher mal die beine in die hand nehmen und aus ihren löchern kriechen würden? den guten verdienst könnten sie dann auf ihre österreichischen schwarzgeldkonten überweisen...

Duck of Death
06.02.2010 10:35

Wer in Geographie schlecht ist, darf natürlich nicht Medizin studieren. Numerus Clausus, ein tolles System!

Dante Alighieri
05.02.2010 20:10

Tja, wenn die "schwächeren" Deutschen bei den Aufnahmsprüfungen besser als die ach so tollen Österreicher sind... peinlich für unser verstaubtes Schulsystem! ^^

We all went down to new orleans For Bales, For...
06.02.2010 14:00
Liegt eher daran, dass sich die Bummelstudenten

aus .de jahrelang darauf vorbereiten, während die .at maturanten diesen vorteil nicht haben.

tarantoga
08.02.2010 11:20
hm, wieso "bummelstudenten"?

Die prüfung wird ja nach der matura gemacht. Da ist noch niemand student. UND wieviel zeit man sich zwischen matura und studienbeginn lässt ist absolut gleich in D und Ö.

Das ist der grösste unsinn, den ich seit langem gelesen hab. sorry!

Die studienbewerber die aus d kommen, haben sich halt fix dazu entschlossen medizin studieren zu wollen. nach reiflicher überlegung sogar die mühen eines landeswechsels auf sich genommen. Ist doch klar, dass man sich da mehr auf eine prüfung vorbereitet, als wenn man im 7ten maturiert hat und die prüfung "mal versucht".

generell kann es nur gut sein engagierte mediziner zu haben. EGAL aus welchem land. und wenn österreich mal aufhören würd über "die deitschen" herzuziehen, blieben sicher auch mehr da.

Franz Bim
 
08.02.2010 19:40
"Die prüfung wird ja nach der matura gemacht. Da ist noch niemand student. "

Die Prüfung wird nach der Matura bzw. nach dem Abitur gemacht. Das ist richtig. Falsch ist, dass sie sofort nach der Matura / dem Abitur gemacht werden muss. Man kann zur Prüfung auch antreten, nachdem man alle anderen Studienrichtungen auch schon ausprobiert hat.

smea_gol
05.02.2010 13:18

Naja, Fr. Schavan erwähnt halt auch nicht, dass Deutschland eigentlich ebenfalls eine zu niedrige Akademikerquote hat, und sich unter schwarz gelb daran wegen keiner Ausweitung ihrer Studienplätze auch nichts ändern dürfte...
Das Problem kann übrigens anhand jeder deuitschen Reality-Fernsehsendung nachvollzogen werden... In Deutschland krankts was akademische Intelligenz angeht, ganz gehörig...

tarantoga
08.02.2010 11:21
klar, den akademischen nachwuchs von ö kann man ja auch nach spira sendungen beurteilen.

HLAB27
07.02.2010 12:50

also ich bitte sie: als seit jahren in deutschland lebender österreicher habe ich bzgl. der intelligenz keine großen unterschiede bemerkt. aufgefallen ist mir eigentlich nur, dass sich zumindest in norddeutschland der umgang miteinander sehr niveau- und respektvoller gestaltet als in österreich. ich würde sie also dringendst bitten ihre unterschwellige antideutsche, proletarische aggression bei sich zu behalten.

Jürgen Rembremerding
 
05.02.2010 20:58
"Das Problem kann übrigens anhand jeder deuitschen Reality-Fernsehsendung nachvollzogen werden..."

Da Du also Dein Weltbild aus dieser Art Sendungen ziehst und auch noch meinst, diese spiegelten die gesellschaftliche Realität und keine Virtualität, hast Du Dich direkt selbst als ernsthafter Diskutant zu dem Thema disqualifiziert!

Joshua Parton
 
05.02.2010 17:33
Die Akademikerquote...

... hat rein gar nichts mit "akademischer Intelligenz" zu tun, sondern vielmehr mit Bildungsbenachteiligung sozial schwächerer Schichten.

Ich beziehe mich damit nur indirekt auf Ihren Beitrag, nämlich nur insofern, weil Sie diesen Begriff erwähnt haben.

Zinnmo
 
05.02.2010 14:13

Ich will hier nichts über die unsinnige Fixierung auf die Akademikerquote sagen. Nur soviel: Wir brauchen nicht möglichst viele, sondern die richtigen Absolventen.

Zum Thema: Die deutschen Reality-Formaten sind harmlos gegenüber japanischen, spanischen oder britischen. Ausserdem ist Deutschland bei weitem nicht das einzige EU-Land, das Zugangsbeschränkungen kennt. Aufnametests oder Vergleichbares gibt es fast überall. Wenn nicht, gibt es Studiengebühren - in mehrfacher Höhe der früheren österreichischen.

Was zu kritisieren ist: Schavan kann viel sagen, hat aber wenig Kompetenzen. Die liegen in dieser Materie bei den deutschen Ländern. Deswegen spielt sie den Ball auch über die EU. Mit den Ländern ist eine Einigung fast unmöglich.

SiSe
05.02.2010 16:37

und wer entscheidet was die richtigen Absolventen sind?

Gibril
 
05.02.2010 18:48

Ja hoffentlich Menschen!

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