Gleichstellungsprogramme in Unternehmen versagen

5. Februar 2010, 09:43
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    foto: photodisc

    Wahrnehmung der beruflichen Gleichstellung bei Männern und
    Frauen ist weiterhin sehr unterschiedlich

Studie über Gleichstellung am Arbeitsplatz: Mangelndes Engagement des Managements größte Gleichstellungsbarriere

Männer und Frauen sind weiterhin unterschiedlicher Meinung über die Realität und den Wert der Gleichstellung in Unternehmen. Das zeigt die aktuelle Umfrage der Strategieberatung Bain & Company in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift Harvard Business Review, bei der weltweit mehr als 1.800 Angestellte beiden Geschlechts - davon 60 Prozent in Führungspositionen - befragt wurden.

Die überwiegende Mehrheit gab an, von den Vorteilen der Gleichstellung am Arbeitsplatz überzeugt zu sein. Doch während 84 Prozent der Frauen der Meinung sind, dass Gleichstellung auch ein strategisches Ziel ihres Unternehmens sein sollte, glauben das nur 48 Prozent der Männer. Nach Ansicht der Autoren der Studie "The great disappearing act: Gender parity up the corporate ladder" liegen die Gründe für die anhaltende Stagnation der Gleichstellung in der Besetzung von Führungspositionen, im Fehlen von Prozessen und Zielkennzahlen sowie im mangelhaften Monitoring der erreichten Gleichstellung. Die Studie zeigt, dass 75 Prozent der Unternehmen die Gleichstellung nicht zum ausdrücklichen und sichtbaren Unternehmensziel erklärt haben und 80 Prozent nur ungenügende Mittel zur Erreichung von Gleichstellung zur Verfügung stellen.

Spezifika des Unternehmens verstehen

"Die Durchsetzung von Gleichstellung in Unternehmen ist möglich, wenn das Management einen systematischen und maßgeschneiderten Ansatz verfolgt, um herauszufinden, was Frauen von ihrem jeweiligen Karrierepfad im Unternehmen abbringt", sagt Orit Gadiesh, Global Chairman von Bain & Company und Mitautorin der Studie. "Wichtig ist, die jeweiligen Spezifika des Unternehmens zu verstehen. Um wie viele Frauen geht es, wo steigen sie typischerweise aus ihrer Karriere aus und wie funktioniert die Besetzung von Führungspositionen? Man kann dieses Thema nicht angehen, wenn man es nicht untersucht hat."

Fehlende Daten

Die Studienergebnisse zeigen, dass viele Unternehmen nicht genügend Daten sammeln, um das Erreichen ihrer Gleichstellungsziele messen und steuern zu können. Weniger als 20 Prozent der Befragten wissen, ob ihr Unternehmen geschlechtsspezifische Daten wie die Anzahl eingestellter, beförderter oder langjährig im Unternehmen tätiger Frauen überhaupt erhebt. Die Autoren der Studie sind der Meinung, dass die Unternehmen zunächst die Bedeutung genauer Messmethoden der Gleichstellung erkennen müssen, um dann den nächsten Schritt zu gehen: das Monitoring des Fortschritts in der Gleichstellung über alle Ebenen der Organisation hinweg.

Ausgeschlossene Mitarbeiter

Viele Unternehmen involvieren ihre Mitarbeiter nicht in die Planung und Gestaltung ihrer Gleichstellungsprogramme und informieren auch zu wenig darüber. Rund 60 Prozent aller Befragten berichteten, dass ihr Unternehmen bei der Entwicklung seiner Gleichstellungsinitiative keinen Input von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eingefordert habe. Zehn Prozent sagen, dass ihr Unternehmen keinen formalen Feedbackkanal und keine Gelegenheit für einen offenen Dialog besitze.

Das Ausmaß an Zeit und Energie, die Männer und Frauen für Heim und Familie aufwenden, unterscheidet sich noch immer sehr stark. Obwohl dieses Ergebnis der Studie nicht überrascht, so unterstreicht es dennoch die Hürden für die berufliche Gleichstellung der Frauen:

  • Rund 90 Prozent sowohl der Männer als auch der Frauen geben an, dass der Hauptverdiener eines Haushalts ebenso männlich wie weiblich sein kann. Doch während 80 Prozent der Frauen auch glauben, dass jeder der beiden Partner die Kindererziehung übernehmen könne, sagen dies nur 56 Prozent der Männer.
  • Knapp über die Hälfte beider Geschlechter (53 Prozent der Männer und 59 Prozent der Frauen) geben an, persönlich zu Karriereopfern bereit zu sein. Über den Partner sagen dies jedoch fast 80 Prozent der Männer, aber nur 45 Prozent der Frauen.
  • Frauen berichteten doppelt so häufig, einen Karrierebruch oder eine berufliche Auszeit in Kauf genommen zu haben und dreimal so häufig, Teilzeitarbeit angenommen zu haben.

"Unternehmen müssen ihre Beförderungsprozesse und Karrierepfade künftig stärker flexibilisieren und die Stigmatisierung unterbrochener Karrierepfade beenden, um mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Auswahl für Führungspositionen zu bekommen," sagt Julie Coffman, Partner, Mitautorin der Studie und Leiterin des weltweiten Global Women's Leadership Council von Bain. "Die Alternative ist, wichtige Mitarbeiterpotenziale zu verlieren, und das zu einer Zeit, in der Spitzenkräfte zunehmend rar werden."(red, derStandard.at)

Über die Studie

Die weltweite Umfrage "Gender Parity in the Workplace" wurde zwischen dem 6. und 13. Januar 2010 durchgeführt und von 1.834 Fach- und Führungskräften beantwortet. Ziel der Befragungwar es, die Perspektiven der Gleichstellung am Arbeitsplatz besser zu verstehen. Mehr als die Hälfte der Befragten bezeichnete sich selbst als "Senior Manager" oder "Executive", etwa 75 Prozent waren weiblich.

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14 Postings
Klaus Ganglbauer
00
14.2.2010, 14:12
Die ganze statistische Erhebung von empirischem Daten-Material kann kein Licht in die Nacht der real existierenden Diskriminierung bringen,

weil es sich um keine empirische oder pragmatisch lösbare, sondern um eine moralische, ethische oder praktische Fragestellung handelt, die eine radikal-vernünftige Perspektive voraussetzt. Praktische Fragen sind nach Kant solche der reinen praktischen Vernunft. Wenn wir in einer hallbaufgeklärten Kultur empirische Datenerhebungen unternehmen, können sich nur halbaufgeklärte Strukturen als real erweisen. Es fehlt überhaupt nicht an empirischen Datenmaterial, sondern ausschließlich an der politischen Entschlossenheit, die universale Idee der Gleichstellung aller Subjekte real-ökonomisch zu verwirklichen. Niemand (weder der Mann noch eine Frau) will seine partikulären Privilegien aufgeben, genau daran Scheitert das Projekt der Gleichstellung.

Klaus Ganglbauer
00
14.2.2010, 12:53
Warum ist Nicht-A nicht A? Diversity bedeutet nicht Egalität, sondern Verschiedenheit, also Anti-Egalität!

Warum fragt das gemeine Mann/Frau sich überhaupt, dass ein Fördern der empirischen Unterschiede keine vernünftige Gleichstellung der Subjekte bewirken kann? Der einzig schlüssige Grund: weil logisch gedacht werden darf. Die postmoderne Förderung nicht-aller Partikularismen ist der klassisch-modernen Idee, dass die Universalität und/oder Egalität politisch zu verwirklichen sei, diametral entgegengesetzt. Zuerst denuzieren wir die Idee der Gleichheit als metaphysische Altlast und jedes Subjekt, das es dennoch wagt, diese Position der Universalität zu vertreten, als einen totalitären Dogmatiker, um uns darauf hin zu wundern, warum diese strukturelle Diffamierung der Idee der Gleichheit die Gleichheit nicht fördert! Dümmer geht es nicht mehr!

Klaus Ganglbauer
00
14.2.2010, 12:56
Korrektur: weil NICHT mehr logisch gedacht werden darf.

Das logische Denken wäre nur ein Ausdruck der fundamentalistischen Männer-Kultur. Dem mainstream-feministischen Unfug entsprechend wäre jede Affirmation der Vernunft totalitär und repressiv. Genau dieser logo-phobe, aufklärungs-feindliche und universalitäts-vergessene Partikularismus entspricht der postmodernen Standard-Ideologie.

Nik M
01

Chancengleichheit ist nicht nur ein Geschlechterproblem. Bis das in Oe durchsickert, vergehen wahrscheinlich noch einmal 50 Jahre.

Sibylle Rosenstrauch
21

Männerkultur UND verkrustete, autoritäre Strukturen!

Klaus Ganglbauer
00
14.2.2010, 13:04
Genau unter dem feministischen Partikularismus verbirgt sich der latente Neofundametnalismus dieser Gegen-Moderne! Die politische Idee der Aufklärung ist weder "maskulinistisch" noch "feminisitisch".

Die Einteilung aller Phänomene nach dem Gender ist absolut stumpf-sinnlich, unmittelbarer Ausdruck der abendländischen Gegenaufklärung. Die Förderung nicht-aller Diversitäten, empirischen Unterschiede, oder Parikularitäten hat nur einen ideologischen Zweck: die Differenz zwischen Armut und Reichtum im Globalen zu eskamotieren, sie als eine nicht-aller empirischen Unterschiede hinzustellen. Das Tabu, die Idee der Universalität zu affirmieren, verunmöglicht es a priroi, die absolut ungerechte und menschen-verachtende Aufteilung der ökonomischen Ressourcen kritisch in Frage zustellen. Die postmoderne Förderung nicht-aller diversen Partikularismen (Feminismus versus Universalismus) kollaboriert mit dem patriarchalischen Fundamentalismus.

dr. horst
14

nein frauenkultur! viel jammern, alles fordern und selber nix dafür aufgeben wollen.

wer nur teilzeit da ist und auch sonst immer wieder mal fehlt muss sich damit abfinden, dass es nix wird mit großer karriere, wäre ja auch ungerecht demjenigen gegenüber, der sich jahrelang durchgehend gern auch mit überstunden für den betrieb abmüht. der wird dann auch noch als frauenunterdrücker abgestempelt.

Sibylle Rosenstrauch
00

Geh bitte!

dr. horst
11

so eine, unter dem deckmantel der gleichberechtigung, praktizierte ungerechtigkeit demotiviert die ganze belegschaft und vernichtet damit erst recht "wichtige Mitarbeiterpotenziale".

eigtl ist es noch schlimmer, dieser genderwahn vernichtet nicht nur potenzial, sondern bereits vorhandene und mühsam aufgebaute ressourcen.

Sibylle Rosenstrauch
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Offener Dialog hat noch niemals Ressourcen vernichtet!

Das ist ja wohl der beste Witz, einfach alles ins Gegenteil zu verkehren. Mehr als nichts hat das, was sie 'Genderwahn' nennen bei uns ganz sicher noch nicht bewirkt. Jedenfalls seh ich nicht, welchen Schaden ein höherer Frauenanteil anrichten sollte. Sollten dadurch allerdings Seilschaften gelöst und Machtstrukturen zerschlagen werden, kann das auf lange Sicht nur von Vorteil sein. Schaun sie sich doch die Quoten an in der Politik! Von wegen, wenn eine Frau besser ist, kriegt sie den Job.

Klaus Ganglbauer
00
14.2.2010, 14:04
Emanzipation versus Feminismus

Die wirklich vernünftig ausgerichtete Emanzipations-Bewegung war eindeutig besser als der latent positivistisch ausgerichtete Feminismus. Jede Gleichstellung lässt sich nicht nur auch, sondern ausschließlich über die wahrhaft universale Idee der Egalität argumentieren. Die Gender-Mystik hat etwas von einem Rückfall ins Mittelalter, in den sexistischen Retro-Moralismus fundamentalistisch ausgerichteter Klosterschulen. Die sexuelle Segregation ist keine Lösung jener Probleme, die eine in dieser nach wie vor bloß halb-aufgeklärten Kultur strukturell verankerte Ungerechtigkeit aufwirft. Auch das Gender-Mainstreaming ist absolut nichts-sagend: soll die sexuelle Diskriminierung "überwunden" oder doch "geschützt" werden?

super web checker
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Gleichstellungsprogramme in Unternehmen sind nicht zielführend!

Nicht die Unternehmen sind die Ursache des Problemes sondern die berufliche Behinderung durch die besondere Rolle der Frauen in der Familie.
Die Unternehmen werden das Problem deshalb auch nie lösen können. Mittlerweile gibt es kein vernünftiges Unternehmen mehr, in dem Frauen diskreminiert werden. Wenn eine Frau die Beste für einen Job ist, kriegt sie ihn auch. Wenn nicht dann nicht.
Die Benachteilgung entsteht durch die sozialen Werte in unserer Gesellschaft und kann nur von unserer Gesellschaft, also dem öffentlichen Bereich gelöst werden. Anerkennung der Arbeit als Mutter als Erwerbstätigkeit, verstärkte Bildungsangebote, bessere Kinderbetreuungseinrichtungen usw.

Sibylle Rosenstrauch
00
Dann sind die meisten Unternehmen, die ich kenne, unvernünftig!

m kubik
01
Tja, Männerkultur...

...eben. Das fängt spätestens mit der Einschulung an, wie auch Dr. Lehner es formuliert: http://tinyurl.com/y9ajl85

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