Der Leibarzt von Michael Jackson wird sich stellen - Hatte dem Popstar starke Schlafmittel verschrieben
Los Angeles - Der Leibarzt des im Vorjahr verstorbenen Popstars Michael Jackson soll heute, Freitag, in den USA angeklagt werden. Dem Vernehmen nach will die Staatsanwaltschaft Conrad Murray der fahrlässigen Tötung seines prominenten Patienten beschuldigen. Das Gerücht einer unmittelbar bevorstehenden Anklage war seit längerem immer wieder aufgetaucht, nun bestätigten es jedoch Justizkreise gegenüber der Nachrichtenagentur AP.
Conrad Murray war bei Jackson, als dieser am 25. Juni 2009 im Alter von 50 Jahren an einer Überdosis des Betäubungsmittels Propofol starb. Zuvor waren ihm die Benzodiazepine Diazepam, Midazolam und Lorazepam verabreicht worden. Laut der Los Angeles Times soll Murray dem unter Schlaflosigkeit leidenden Künstler Betäubungsmittel über Wochen hinweg verabreicht, die Dosierungen zuletzt aber reduziert haben. Der Gerichtsmediziner von Los Angeles hatte Jacksons Tod am 28. August 2009 als Tötungsdelikt bezeichnet.
Am Dienstag sagte Murrays Anwalt der Los Angeles Times, Murray wolle sich im Falle einer Anklage stellen: "Wenn das geschieht, dann ist das ganz klar."
Conrad Murray, der in einer Praxis im texanischen Houston tätig ist, hält sich derzeit angeblich in Los Angeles auf. (APA, red, DER STANDARD - Printausgabe, 4. Februar 2010)