610 Millionen Euro kostet die olympische Sicherheit in Vancouver - Die Verantwortlichen rechnen nicht mit gröberen Bröseln
Vancouver/Wien - Barack Obama kommt nicht. Bei aller Wertschätzung für den 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten hat dessen Absage für die am 12. Februar zu zelebrierende Eröffnungsfeier der XXI. Olympischen Winterspiele vor allem bei den für die Sicherheit Verantwortlichen in Vancouver für Erleichterung gesorgt. "Ich gebe zu, das hätte alles komplizierter gemacht, aber es ist auch so interessant" , sagte Bud Mercer, der Chef des olympischen Sicherheitsdienstes. Schließlich werden inklusive Obamas Vize Joe Biden bis zu 40 Staatsoberhäupter die Eröffnungsfeier im BC Place Stadium schmücken.
Eine Woche vor dem Event wird in und um Vancouver schon eifrig der Ernstfall geprobt. Rund 16.000 Soldaten und Polizisten haben das Kommando in der Luft, zu Wasser und an Land übernommen. Straßen werden gesperrt, Mitglieder krimineller Banden wurden prophylaktisch festgenommen und Olympia-Kritiker in zugewiesene Protestzonen verbannt. "Das Level der Bedrohung für die Winterspiele ist gering, es gibt keine ernsthaften Hinweise auf Aktivitäten" , sagt Mercer, der freilich schon auch einen Plan B in der Schublade hat. "Da können wir schnell hochschalten."
Die rund 5500 Athleten, Trainer und Betreuer sowie die erwarteten 350.000 Besucher sollen sich sicher fühlen. Die Marine kontrolliert die Küste mit Schiffen und Tauchern. Soldaten patrouillieren auf Skiern und Motorschlitten in den Bergen, der Luftraum um die olympischen Dörfer in Vancouver und Whistler ist in einem 50-Kilometer-Radius gesperrt.
900 Millionen kanadische Dollar (610 Millionen Euro) sind für Sicherheitsmaßnahmen veranschlagt. "Wenn nichts Besonderes passiert, werden wir das Budget einhalten" , glaubt Mercer.
Olympia-Gegnern und anderen Aktivisten wird zwar das Recht auf Demonstrationsfreiheit gewährt, nicht aber die freie Wahl der Demonstrationsorte. Ähnliche Einschränkung hatte bei den Spielen 2008 in Peking für Kritik gesorgt. Durchgegriffen hat die Polizei in Vancouver. 14 Personen wurden wegen diverser Drogenvergehen und unerlaubten Waffenbesitzes festgenommen. "Die Bekanntgabe jetzt, kurz bevor die Welt bei uns zu Gast ist, geschieht zufällig" , versicherte Bürgermeister Gregor Robertson. (APA, lü, DER STANDARD Printausgabe, 4.2.2009)