Lieberman droht Assad mit Verlust der Macht
Der syrische Staatspräsident Bashar Assad würde einen Krieg gegen Israel mit dem Machtverlust bezahlen - mit dieser Drohung in Richtung Damaskus verschärfte der israelische Außenminister Avigdor Lieberman am Donnerstag den Ton im verbalen Schlagabtausch der verfeindeten Nachbarstaaten.
Tags zuvor hatte Assad erklärt, dass "Israel die Region in Richtung Krieg führt" . Sein Außenminister Walid Muallem hatte Israel vor einem "totalen Krieg" gewarnt: "Stellt Syriens Entschlossenheit nicht auf die Probe - ihr Israelis, ihr wisst, dass ein Krieg in dieser Zeit eure Städte erreichen würde."
Zugleich schien der spanische Außenminister Miguel Moratinos die Syrer allerdings zurückzupfeifen. Er versicherte während seines Besuchs im Nahen Osten, er selbst habe bei seinem Besuch in Jerusalem eine "Sehnsucht nach Frieden" vorgefunden.
"Keine ultimative Forderung"
"Was sie interessiert, sind nicht Menschenleben, der einzige Wert, der ihnen wirklich wichtig ist, ist die Macht", schoss Lieberman nun in Richtung der syrischen Führung zurück, und nach einem Krieg würde "Familie Assad nicht an der Macht bleiben." Den Syrern müsse auch klargemacht werden, dass sie "auf ihre ultimative Forderung nach den Golanhöhen verzichten müssen", genau so wie sie auf ihre territorialen Ansprüche gegenüber der Türkei und auf die Idee eines "Großsyrien" mit Einschluss des Libanon verzichtet hätten.
Liebermans Koalitionspartner von der konservativen Likud-Partei sowie von der Arbeiterpartei hüllten sich in Schweigen. Die Linksopposition rief Ministerpräsident Benjamin Netanjahu auf, Lieberman zu entlassen, weil dieser durch seine "überflüssigen Äußerungen" einen "diplomatischen Brand entzünden" würde. (Ben Segenreich aus Tel Aviv/DER STANDARD, Printausgabe, 5.2.2010)