Katholikenführer stoßen sich an straffreier Abtreibung, Homosexuellen-Ehe und Verbot religiöser Symbole
Brasilia - Der Ende Dezember von Brasiliens Regierung
veröffentlichte Nationale Menschenrechtsplan sorgt weiterhin für
heftige Debatten. In einer jetzt veröffentlichten Erklärung werfen 67
katholische Bischöfe der Regierung laut Zeitungsberichten "autoritäre
Methoden" vor. Die Regierung unter Präsident
Luiz Inacio Lula da Silva wolle mit Hilfe des Menschenrechtsplanes
die geltende Gesetzeslage umgehen, behaupten die lokalen Kirchenführer.
Die Bischöfe kritisieren das Vorhaben, Abtreibungen generell
straffrei zu stellen. Auch die mögliche Zulassung der sogenannten
"Homo-Ehe", ein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare und das Verbot
religiöser Symbole in öffentlichen Gebäuden erregt ihren Widerspruch.
Änderungen
Lula hatte bereits Mitte Jänner angekündigt, die Passage zur
Straffreiheit bei Abtreibungen in dem Plan zu ändern. Sie verstößt
gegen die derzeit gültige gesetzliche Regelung, wonach Abtreibungen
nur im Fall einer Gesundheitsgefährdung der Mutter erlaubt sind.
Der Menschenrechtssekretär der brasilianischen Regierung, Paulo de
Tarso Vannuchi, auf den die Textfassung des Planes zurückgeht, hatte
am Dienstag mit dem Generalsekretär der Bischofskonferenz,
Weihbischof Dimas Lara Barbosa, über eine Neuformulierung der
umstrittenen Abtreibungspassage beraten.
Weihbischof Barbosa erklärte den Berichten zufolge, die Kirche sei
mit 80 Prozent der Vorschläge im Menschenrechtsplan einverstanden.
Allerdings sei Zusammenarbeit nicht gleichbedeutend mit
uneingeschränkter Unterstützung, denn "dies ist ein Plan der
Regierung und nicht der Kirche", fügte er hinzu. (APA)