Jubiläumsausgabe der Rauriser Literaturtage

4. Februar 2010, 14:45

Zahlreiche Starautoren gastieren Anfang April in Salzburg

Salzburg - Die Rauriser Literaturtage feiern 40-jähriges Bestehen. Von 7. bis 11. April geht die Jubiläumsausgabe dieser traditionsreichen Literaturveranstaltung in der Salzburger Berggemeinde Rauris über die Bühnen in Wirtshäusern, Bauernhöfen und Almen. Die Zahl der Autoren ist 2010 mit 24 fast verdoppelt.

Namen wie Michael Köhlmeier, Peter Turrini, Wolf Haas mit seinem neuen "Brenner", der Schweizer Büchner-Preisträger Adolf Muschg, Peter Esterhazy, Samson Kambalu aus Malawi oder Hubert von Goisern stehen im Programm. Letzterer wird nicht singen, sondern aus seinem ersten eigenen Buch "Stromlinien" lesen und das Entstehen und Zusammenführen von Melodie und Text erläutern, so Brita Steinwendtner, die Literaturtage seit 1990 leitet, am Donnerstag bei einem Pressegespräch. Mit Hans Joachim Schädlich, Peter Henisch, Katja Oskamp, Bodo Hell und Michael Köhlmeier kommen insgesamt fünf Träger des Rauriser Literaturpreises, der seit heuer mit 8.000 Euro vom Land Salzburg dotiert ist.

"Vielzahl von Stimmen"

Der Preisträger 2010 heißt Thomas Klupp. Der 32-jährige Autor aus Erlangen bekommt diese Auszeichnung für seinen Roman "Paradiso", der, so die Jury, "das Böse entblößt, die Muster von Schelmen- und Dandy-Roman dekonstruiert und dabei in kunstvollem Jargon der Generation von Wohlstandsverwahrlosung mit einer Vielzahl von Stimmen überrascht." Der Rauriser Förderpreis für bisher unveröffentlichte Prosa (3.700 Euro) war heuer explizit den Studenten der Rauriser "Partner-Universitäten" Salzburg, Klagenfurt und Innsbruck gewidmet. Der Preis geht an den Innsbrucker Martin Fritz für die Erzählung "hier war jetzt". Beide aktuellen Preisträger werden ihre Texte am Eröffnungstag präsentieren.

Neben den Lesungen sind wie jedes Jahr Schulprojekte und ein "Gespräch über Kindheit" angesagt. Dazu kommen je eine literarische Gesprächsrunde über Zukunft und Vergangenheit. Eine lange Reihe von Musikern soll den dichten Reigen von Lesungen auflockern, zu denen heuer zwischen 3.000 und 5.000 Besucher erwartet werden. "Je mehr man das Publikum fordert, desto besser wird es", betonte Organisatorin Steinwendtner. "Unser Publikum weiß, dass die Literaturtage ein Marathon sind, der auch verunsichern, manchmal Wunden schlagen und sogar kränken kann. Aber dafür ist Literatur ja auch da. Und unser Publikum geht fantastisch mit."

Der Subventionsgeber Land hat seine Unterstützung zum Jubiläum deutlich erhöht, auch der Bund und vor allem die Gemeinde haben mitgezogen. Das Budget der Literaturtage beläuft sich auf knapp 80.000 Euro, der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist gratis. (APA)

 

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