Außenamtssprecher: Entscheidung wird Beziehungen zwischen Peking und Bern "sicherlich" schaden
Peking - China hat die geplante Aufnahme von zwei Uiguren mit chinesischer Staatsbürgerschaft aus dem umstrittenen US-Gefangenenlager Guantanamo in der Schweiz scharf kritisiert. Die Entscheidung werde den Beziehungen zwischen Peking und Bern "sicherlich" schaden, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Ma Zhaoxu, am Donnerstag. Die chinesische Regierung hatte gefordert, die beiden Muslime in ihre Heimat zu überstellen.
Die Schweizer Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf begründete die Aufnahme mit humanitären Erwägungen. Peking betrachtet die Uiguren als islamistische Aufständische, weshalb ihnen in China Folter drohen könnte. Die beiden Brüder hatten vier Jahre ohne Anklage in Guantanamo verbracht. Im Jänner nahm die Schweiz bereits einen aus Usbekistan stammenden Gefangenen auf.
Die US-Regierung unter Präsident Barack Obama hat Drittstaaten um die Aufnahme von Gefangenen aus Guantanamo gebeten, die nicht in ihre Heimatländer zurückgeschickt werden können, weil ihnen dort keine fairen Prozesse garantiert werden können. Ursprünglich wollte Obama das Lager bereits im Jänner 2010 schließen, er konnte den Zeitplan aber nicht einhalten. (APA)