Mensdorff-Pouilly kommt auf Kaution frei

04. Februar 2010 23:04
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    Foto: apa/pfarrhofer

    2009 saß Mensdorff-Pouilly bereits in Wien in U-Haft. Nach einem Monat konnte ihn sein Anwalt wieder abholen.

Waffenlobbyist zahlt 575.000 Euro, muss in London bleiben und wird elektronisch überwacht

Nach knapp einwöchiger Untersuchungshaft in London ist der Rüstungslobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly gegen Zahlung einer Kaution von 575.000 Euro wieder auf freiem Fuß. Das Magistratsgericht Westminster verhängte gestern, Donnerstag, strenge Auflagen gegen den 56-Jährigen: Er muss in London bleiben und hat zwischen 24 und sechs Uhr Hausarrest; in dieser Zeit muss er eine elektronische Fußfessel tragen.

Zudem mussten die Anwälte einen Bürgen benennen, der weitere 575.000 Euro bezahlt, im Fall, dass der Österreicher gegen die Auflagen verstößt. Die britische Behörde für Wirtschaftskriminalität SFO beschuldigt Mensdorff-Pouilly, er habe im Auftrag der Firma BAE Systems umfangreiche Schmiergeldzahlungen getätigt.

Gegen Europas größten Rüstungskonzern BAE Systems ermitteln die Korruptionsfahnder bereits seit Jahren. Der Graf erschien vor dem Gericht in der Londoner Innenstadt im Jogginganzug, Angaben machte er keine. Mensdorff-Pouilly hatte stets seine Unschuld beteuert. Bei den Vorwürfen gegen den Ehemann der Politikerin Maria Rauch-Kallat (ÖVP) geht es um den Verkauf von Kampfjets vom Typ Saab Gripen. Der Lobbyist soll Beamten in Österreich, Tschechien und Ungarn Geld bezahlt haben, damit das BAE-Konsortium zum Zug kommt.

Mensdorff-Pouillys Anwälte trugen dem Gericht ihre Bedenken vor: Formell hätten die SFO-Fahnder die englische Generalstaatsanwältin darüber entscheiden lassen sollen, ob es zum Verfahren gegen den Lobbyisten kommt. Bei Fachleuten gilt der Österreicher als Versuchskaninchen; bereits vor Monaten hatte das SFO angekündigt, es werde der Anklageführerin die gesamte Akte gegen BAE Systems überstellen. Dazu ist es bisher nicht gekommen.

Das Unternehmen mit 105.000 Mitarbeitern soll für Waffen-Deals in Europa und Afrika Schmiergelder in Millionenhöhe bezahlt haben. Im eklatantesten Fall geht es um den Verkauf eines Luftraum-Überwachungssystems an Tansania. Der Deal wurde von der UN-Behörde für die Zivilluftfahrt ICAO als unangemessen und zu teuer kritisiert. Der damalige Premier Tony Blair setzte sich jedoch über alle Einwände hinweg. Blair war es auch, der die SFO-Ermittlungen im wichtigsten BAE-Schmiergeldfall niederschlug.

Mit Rückendeckung der britischen Regierung hat der Konzern seit 1988 Flugzeuge, Schiffe und Raketen im Wert von mehr als 60 Mrd. Euro nach Saudi-Arabien geliefert. Im Gegenzug sollen die Briten zehn Jahre lang bis zu 149 Mio. Euro aufgewendet haben, entweder in Form von Leistungen wie Reisen und Bordell-Aufenthalten oder Direktzahlungen auf Konten hochstehender Saudis. BAE wies das stets zurück. Im Dezember 2006 beendete die Blair-Regierung unter Hinweis auf die nationale Sicherheit die Untersuchung und gab damit, so der Londoner High Court, der Rechtsbeugung einer ausländischen Macht, nach. (Sebastian Borger aus London, DER STANDARD, Printausgabe, 5.2.2010)

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a klana indiana
06.02.2010 11:11

all animals are equal, but some...

besonders die schweine sind "ungleicher"!

Erbse der Prinzessin
05.02.2010 19:22

DAS VERFAHREN WIRD EINGESTELLT.

Langsam wird es Zeit für ein neues "1789".

135
 
05.02.2010 17:38
Worin besteht die Tätigkeit eines Lobbyisten?

Und wonach richtet sich die Bezahlung ,Provisionen? Wovon. aufgrund welcher Angaben.
Ist es ein Gewerbe und wenn nicht, zahlt er Eimlommens iund UST
Vielleicht schaut der Finanzminister den Herrschaften auf die Finger...
Was wird da eigentlich gespielt? Bankgeheimnis wieder einmal mißbraucht oder?

Christoph S.
 
05.02.2010 15:04
Vielleicht wärs langsam an der Zeit

Korruption etwas härter zu ahnden. zb.: (nach rechtsgültiger Verurteilung) Privatvermögen einfrieren, Staatsbürgerschaft entziehen, Einreiseverbot erteilen. Und das konsequent. Seh nicht ein warum sich eine Gesellschaft derartige Praktiken seitens einiger fein eingsackelten Gierhammeln gefallen lassen soll, ich wünsch dem Gfrast Warzen am Hintern und z'kurze Händ zum Kratzen.

135
 
05.02.2010 17:44
Auch mir kommt das Grauen...

Schwalbe
05.02.2010 13:46
Eure vermutliche Unschuld widert mich an!

also dann ...
05.02.2010 13:31
schade - ich hätte es im gegönnt, einige monate (jahre...)

bei fish & chipps ... vom schweinsbraterl zu träumen !

barstow
05.02.2010 13:21
Und EINER rennt noch immer frei herum

Irgendwann wird auch die Föhnlocke für die Taten im Häfen sitzen.

Maria Johanna
05.02.2010 14:30
der alte Maier

Da ist der alte Maier nicht der anzge, der das net kapiert.

El Chó
05.02.2010 13:17
Schwarz-blauer Skandal ohne Folgen die 1000ste.

Und gestern musste man in der ZIB 2 noch den Schüssel und die Riess-Passer ertragen, die von der glanzvollen Zeit ab 200 labern: von den großartigen Reformen, großartigen Persönlichkeiten wie Grasser oder Scheibner, wie sie endlich die Korruption abgeschafft und alle Sümpfe trcken gelegt hätten...

...ich musste nach 5 Minuten mit Bauchkrämfen aufs Klo.

therapeut
05.02.2010 13:00
gähn......

der 150e der's sich wieder irgendwie richtet. hat eh alles keine konsequenzen, leider....

LeMik
05.02.2010 12:49

hat sich die gräfin eigentlich schon beim caperl zurückentschuldigt?

Ludovico Settembrini
05.02.2010 12:35
frei

schaut fuer mich anders aus....

Die kranke Elster
 
05.02.2010 12:21

Na, da kann er uns ja wieder via Seitenblicke berichten, was er alles im Häfn erlebt hat, diese widerliche Kreatur !

kopernikus
05.02.2010 11:50
Dieser Mensch ist unverbesserlich!

Dieser Mensch ist unverbesserlich!

Der Cygeuner
05.02.2010 11:47
Eigentlich schade ...

... vor vielen Jahren konnte man guten Gewissens glauben, dass Herr Blair für eine neue moderne Linke in Europa stünde.

Heute hingegen darf man Sätze wie diese lesen: "Der Deal wurde von der UN-Behörde für die Zivilluftfahrt ICAO als unangemessen und zu teuer kritisiert. Der damalige Premier Tony Blair setzte sich jedoch über alle Einwände hinweg. Blair war es auch, der die SFO-Ermittlungen im wichtigsten BAE-Schmiergeldfall niederschlug."

Und vor ein paar Wochen wäre der Mann beinahe Hohen Vertreters der Union für Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union geworden.

Liebe Genossen der europäischen Sozialdemokratie, wundert ihr Euch wirklich über die Wahlergebnisse der letzten Jahre?

:-|

human ic
05.02.2010 13:45

was soll eine 'moderne linke' sein ? neoliberalisiert ?

Der Cygeuner
13.02.2010 13:47
natürlich nicht

aber auch keine "Linke" die sich in der politischen Debatte Fabrikarbeitern verpflichtet fühlt die es kaum noch gibt und in Wahrheit zum Selbstzweck einer Funktionärskaste geworden ist, die sehr, sehr weit weg ist von dem was man heutzutage als Proletaritat bezeichnen könnten.

Wie wäre es zB mit einer modernen Linken, die sich tatsächlich für die Schwachen in der Gesellschaft einsetzt, die tatsächlich für Bildung eintritt, oder für ein Gesundheitssystem, das nicht immer mehr zum Zweiklassensystem wird? Eine moderne Linke, die sich den Problemen der Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft anpasst.

Natürlich, nichts davon haben Leute wie Blair oder Schröder getan, aber die Geschichte endet ja nicht hier ...

also dann ...
05.02.2010 13:54
stimmt - neo-liberale politik betrieben blair + schröder ...

als sie auch a l l e n privatisierungen und fin.marktderegulierungen zustimmten.

Manhã de Carnaval
05.02.2010 11:25

Dieser Motor (siehe Foto) gehört tatsächlich abgestellt.

Hr. Wolf
05.02.2010 11:22
Kommentar

War ja nicht anders zu erwarten. Finde die Berichterstattung dazu unnötig.

Philipp Gudenus
 
05.02.2010 12:21
radlerwahn
05.02.2010 11:17
Irgendwie

machen das die Briten besser! Bei uns laufen so viele Gauner wie z.B. Meindl, Grasser etc. immer noch frei herum! Höchste Zeit, der Ortner einen Tritt in den Hintern und ein unabhängiger Ju-Minister macht seine Arbeit! Aber bei dieser schwarzen Polit- und Wirtschaftsverfilzung in Ö sind das leider nur Tagträume!

klartextreden
05.02.2010 11:13
>Gibt es auch unter Grafen Gauner und Falotten ???<

>Mein Mitleid hält sich in Grenzen !<

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