Ist Strache schon Bürgermeister?

3. Februar 2010, 19:29

Protest-Nachtrag zum Burschenschafter-Ball in der Wiener Hofburg

Halten Sie nicht still - seien Sie laut!" , rief Raimund Fastenbauer, Generalsekretär der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, der Handvoll Frierender entgegen, die sich am Mittwoch vergangener Woche am Judenplatz zum Gedenken an die Befreiung des KZ Auschwitz versammelt hatte. Fastenbauers Aufruf galt dem für Freitagabend angesetzten Ball deutsch-völkischer Studentenverbindungen in der Wiener Hofburg. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch bereits klar, dass ein Handeln nach Fastenbauers Ratschlag potenziell unangenehme Konsequenzen zeitigen könnte: Hunderte, zumeist jugendliche Antifaschisten hatten sich der Exekutive für ausgiebige Schlagstock-Belastungstests zur Verfügung zu stellen, um nach weiterer Amtsbehandlung mittels Pfefferspray mit Leibesvisitation sowie Anzeige und Geldstrafe bedacht zu werden.

Kaum weniger bedenklich als das Verhalten der Polizei nimmt sich jenes der österreichischen Sozialdemokratie aus: kein/e einzige/r Funktionär/in (mit der notorischen Ausnahme der Parteijugend) hatte im Vorfeld auch nur ein kritisches Wort zu Ball oder Demonstrationsverbot über die Lippen gebracht. Freilich auch nicht Werner Faymann, der noch am Holocaust-Gedenktag aufgerufen hatte, "mit ganzer Kraft den Anfängen zu wehren" , oder Laura Rudas, die zum selben Anlass "Niemals wieder" als "oberstes Gebot all unseres Handelns und Denkens" ausgelobt hatte. Schließlich gab es aber doch noch einen sozialdemokratischen Beitrag am Rande der Demonstration zu vermelden: die Fraktion Sozialistischer Gewerkschafter hatte sich eingefunden, um die tüchtigen Beamten mit warmen Getränken zu versorgen. Fürwahr, ein Coup im von Häupl und Co ausgerufenen Abwehrkampf gegen den Strache'schen Ungeist: Die Gewerkschafter der freiheitlichen AUF mussten ihr eigene Labestation eine Straße weiter abseits aufschlagen. Sollte die SPÖ-Taktik zur Rückeroberung des Gemeindebaus diesem Vorbild folgen, darf H.-C. Strache sich einstweilen getrost der Jalousienwahl für sein Rathausbüro widmen. (Markus Schachner, DER STANDARD, Printausgabe, 4.2.2009)


 

Zur Person

Markus Schachner ist Sozialwissenschafter in Wien

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    Posting 1 bis 25 von 219
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    JGC
    11

    Mucosaprolaps, 04.02.2010 14:32 bringt es auf den punkt:

    "Eine Polizeieinheit, die Rechtsextreme vor einer Handvoll Anständiger beschützt, kriegt dazu Gratisgetränke sowohl von den Rechtsextremen als auch vor jenen Roten, die aus lauter Angst, ihre Wähler zu verlieren, in einigen Dingen schon kaum mehr von den Rechtsextermen unterscheidbar sind."

    Lionel Mandrake
    00

    die politik in Ö ist schon ganz eine eigene sache. wenigstens sind wir so klein und unbedeutend, dass kaum jemand mitbekommt was hier vorgeht... über 20% rassisten? bei den "wien-wahlen" werdens wohl noch mehr... echt peinlich... und vor allem traurig, denn eigentlich haben wir doch ein recht hübsches land, oder? Jaja, "Osterlich"...

    lm

    do the evolution
    02
    von der üblichen SPÖ auf häupl zu schließen ist schlicht und ergreifend dumm

    häupl ist kein typischer SPÖler, sondern ein typischer wiener.

    er kommt arrogant, herrisch durch und ist sich nicht zu schade mal frei nach seiner "wiener-schnauze" zu sagen was er denkt.

    genau das fehlt so mancher SPÖ klientel, die deswegen zur FPÖ abwandert.


    kurz: der häupl wird den strache panieren. natürlich legt die FPÖ zu und natürlich wird die SPÖ verlieren (was eher an der bundespolitik liegt) aber auch nur so zu tun, als würde man tatsächlich denken strache hätte auch nur den hauch einer chance bürgermeister zu werden ist ja lächerlich.

    ich würde dem wahlvolk einen BM Strache ja sogar wünschen, nur damit sie mal sehen wie eine FPÖ regierung innerhalb eines halben jahres im chaos untergeht.

    aber spielen wirds das NIEMALS

    Toni Meister
    12
    Herkunft Häupl´s

    Häupl ist ein Niederösterreicher. Typischer Wiener ?.

    Markus Finster
    03
    Typischer Wiener!

    Die Herkunft macht einen Wiener nicht aus.

    Hairy Tongue
    28

    man kann über häupl herziehen wie man will: wien ist eine der lebenswertesten und bestverwalteten großstädte der welt. erschwingliche öffentliche verkehrsmittel, die mieten sind im verhältnis leistbar, infrastruktur ist gut, wirtschaft und soziales sind - bei allen problemen - im grunde gut ausgewogen. ich bin sicher kein "roter", aber wo ich bei den wiener wahlen mein kreuzerl mach', ist keine frage. sorry grüne - ihr seid auf bundesebene wieder dran.

    wtf??!
    10

    sag ich ja, wien ist echt eine tolle stadt. sicher könnte man einiges beser machen, trotzdem von misswirtschaft à la kärnten/koroska kann ihn wien keine rede sein. den menschen gehts trotz wirtschaftkrise noch am besten und was rassimus betrifft, kommts mir bei uns auch noch um einiges gemäßigter vor wie am land- aber das ist meine subjetkive einschätzung. ich werd jedenfalls meine stimme nicht dem rassisten strache geben, ist ja logisch - wien bleibt so schön und vielfälltig. bin am überlegen zwischen rot und grün.ich bin eigentlich ein "alter sozi" aber die grünen machen in wien auch ganz passable politik.mal schauen, das entscheid ich am wahltag.der strache als wiener bürgermeister? - da lachen ja die hühner :-)

    JGC
    10
    Gut verwaltet?

    Laut einem Rohbericht der Rechnungshofes erzielte die Stadt Wien in den untersuchten Jahren 2005 bis 2007 mit Wasser-, Kanal- und Abfallgebühren Überschüsse in Höhe von rund 390 Millionen Euro. Geld, das laut Rechnungshof nicht in Rücklagen für zukünftige Investitionen, sondern in den allgemeinen Haushalt floss.
    -> das sind 500 Euro/Haushalt/Jahr

    Zum Hauptbahnhof:
    http://diepresse.com/home/spec... 4/index.do

    und die Nebengeschäfte der im Eigentum der SPÖ Wien stehenen "Sozial"bau, Aufsichtratsvorsitzender Landesparteisekretär Christian Deutsch:
    http://diepresse.com/home/pano... a/index.do

    t-bonesteak
    11
    was sie sagen ist richtig

    trotzdem würde es der spö guttun als belohnung für ihre zahllosen skandale (bsp: prater vorplatz) ordentlich stimmen zu verlieren.

    Erzsébet Lucas
    32

    Also du meinst, solang sich nicht der Müll in den Straßen stapelt, ist es schon ok, wenn die wiener SPÖ ansonsten Klientelpolitik und Freunderlwirtschaft mit dem Geld der Steuerzahler betreibt?

    Hairy Tongue
    00

    im grund genommen: ja

    susi strolcher
    04
    ...ganz im gegensatz zu niederösterreich, kärnten oder tirol...

    JGC
    10

    dh es gibt einen wettlauf der bundesländer, welches das korrupteste bundesland ist?

    sljudanka
    13
    Naja, fragt sich ob Wien so gut wegen Häupl ist

    oder TROTZ ihm.....

    Schon vor 100 Jahren war Wien eine der höchstentwickeltsten Städte der Welt, eine Hochburg der Kultur und Wissenschaft!!

    Und -damals waren (politisch gesehen) ganz andere Leute an der Macht als heute....

    kauwvn
    12
    haetten wir etwas aus

    auschitz gelernt, dann dürften wir
    den irakkrieg
    den überfall auf afganistan
    das gettho des gazastreifen
    etc.
    nicht zulassen und müssten alle kraft aufwenden um gegen diese ungerechtigkeiten zu demonstrieren, aber nein-- wir haben nichts gelernt.

    Hans Vogel
    00
    Lieber Freund!

    Die Mächtigen aller Richtungen verhalten sich alle gleich.
    Sie werden nur beurteilt, ob sie gewonnen haben.
    Es gibt nur ein Kriegsverbrechen und das ist, einen Krieg zu verlieren.

    wtf??!
    01

    hätten wir aus ausschwitz gelernt, dann dürften wir das ghetto im gazastreifen nicht zulassen??

    ja sie sind ja vielleicht ein witzbold. jetzt weiß ich im ersten moment gar nicht ob sie ein rechter oder ein linker spinner sind (da gibts ja auch antisemitische gruppen wie z.b die aik!).
    Denken sie noch mal darüber nach und vor allem: lernen sie geschichte!

    cc zz
    35
    das Sozen-bashing nervt.

    Wenn viele Poster glauben, dass der amtierende Bürgermeister ein Wappler ist, mögen sie wählen wen sie wollen. Ich würde den Nörglern und Grantlern einmal wünschen, sie würden von den Straches, oder wie diese Hassprediger alle heissen, regiert werden.

    hcl
    21

    Ein bissi gescheiter als der Strache ist er schon – immerhin hat er sich gerade noch rechtzeitig von dem Burschenschaftlermüll befreit.

    systemfehler1
    31
    Ist Strache schon Bürgermeister?

    Geduld, lieber Standard, Ihr habt Euer Ziel bald erreicht.

    systemfehler1
    20
    Der Standard kann´s wohl kaum erwarten.

    tt7
    10
    Das zusätzlich Traurige ist:

    ausgerechnet so ein intellektuell-nichtbetroffener hat chancen auf eine topposition in österreich. wie schwach sind die etablierten! Unser Kaiser for bürgermeister!

    New Hampshire
    02

    Sie sind aber auch ein leicht zu beeinflussender Mensch, kann das sein.

    Eine Satire-Sendung am Donnerstag Abend reicht Ihnen, um den Kabarettisten der dort auftritt gleich zum Bürgermeister zu machen, oder wie?

    Wie stellen Sie sich denn die weitere Teamzusammenstellung im Wiener Rathaus vor:

    Der Hausverstand, der Inder, die zwei M & M's

    Chris_SM
    31
    Hmm

    Ist eigentlich das Anzünden von Autos ein unter Antifaschisten üblicher Brauch?

    8donet
    93
    Dieses ununterbrochene Sozi-Bashing im Auftrag der rosa Redaktion,


    das vor allem Möchtegern-Linken und ach-so-Empörten überlassen wird, ist peinlich, durchschaubar und wohl eine der besten Wahlhilfen für diesen HC.

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