Prüfbericht: Bis zu 1,5 Millionen Euro Schaden bei Osterfestspielen

3. Februar 2010, 16:19

Laut Burgstaller Ex-Geschäftsführer Dewitte Hauptverantwortlicher - Unerlaubte "Provisionen", überhöhte Reise- und Repräsentationskosten - Auch Wirtschaftsprüfer sollen geklagt werden

Salzburg - Immer weitere Kreise zieht sie aktuelle Finanzaffäre rund um die Salzburger Osterfestspiele: Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ), gleichzeitig auch geschäftsführende Präsidentin der Osterfestspiel-Stiftung, bezifferte den Gesamtschaden, der dem Festival entstanden ist, bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Mittwochnachmittag mit etwa 1,5 Millionen Euro. Hauptfigur sei aus ihrer Sicht der Mitte Dezember entlassene langjährige Geschäftsführer der Osterfestspiele Michael Dewitte gewesen. Burgstaller sprach von einer "Kultur der Selbstbedienung" und einem "kriminellen Akt".

Sponsorgelder abgezweigt

So habe Dewitte laut einer Vereinbarung aus dem Jahr 2002 jährlich fünf Prozent aller Sponsorengelder der Osterfestspiele kassiert - allein dadurch sei dem Festival laut dem am Mittwoch präsentierten Sonder-Prüfbericht ein Schaden von 265.000 Euro entstanden. Die Vereinbarung sei aber „ohne vertragliche und rechtliche Grundlage und somit ungerechtfertigt" zustande gekommen: Der damalige geschäftsführende Präsident der Osterfestspiel-Stiftung, Landeshauptmann Franz Schausberger (ÖVP), hätte die Vereinbarung unterschreiben müssen, bekam sie aber nie zu Gesicht. Die "Provisionen" seien "an den Büchern vorbei" geflossen, sagte Burgstaller.

Zusätzlich habe Dewitte Ende 2008 von der ersten Tranche einer Spende eines russischen Mäzens an die Osterfestspiele (800.000 von 2,5 Millionen Euro) gleich einmal 300.000 Euro widmungswidrig als Provision abgezweigt und auf das nordzypriotische Konto einer angeblich in Belize ansässigen Firma namens "Art & Culture" überwiesen. Eine entsprechende Rechnung dieser Firma soll nach den Informationen der Prüfer vom entlassenen Technikdirektor der Sommerfestspiele, Klaus Kretschmer, veranlasst worden sein.

Extrapauschalen und "sonstige Bewirtung"

Auch bei seinem eigenen Geschäftsführergehalt habe Dewitte ordentlich zugelangt: Insgesamt habe er sich über die Jahre unter diesem Titel um 551.000 Euro mehr ausbezahlen lassen als in seinem Vertrag vorgesehen. So habe er etwa für Gastspiele der Osterfestspiele in Japan Extrapauschalen bekommen, die von den Gesellschaftern nicht genehmigt waren. Inklusive Lohnnebenkosten habe sich der Schaden für die Osterfestspiele hier laut Prüfbericht auf 654.000 Euro belaufen.

Dazu seien noch Reisespesen und Repräsentationskosten "in einem unglaublichen Ausmaß" gekommen, sagte Burgstaller, darunter Übernachtungen um bis zu 600 Euro oder "Minibarkonsumation". Für das Geschäftsjahr 2008/2009 etwa listet der Prüfbericht allein 60.722,52 Euro "sonstigen Bewirtungsaufwand" auf. Bei einem Großteil der Belege sei nicht nachvollziehbar, mit wem und warum Dewitte in Restaurants und Cafés verkehrte.

Gegenleistungen Kretschmers nicht nachvollziehbar

Kretschmer wiederum habe laut Prüfbericht zwischen 2004 und 2009 Rechnungen in der Höhe von 687.000 Euro an die Osterfestspiele gestellt - entweder unter seinem eigenen Namen oder im Namen einer seiner Firmen. Ob er für diese Beträge auch Gegenleistungen geliefert habe, sei anhand der Unterlagen nicht nachvollziehbar, heißt es im Bericht, der im Auftrag Burgstallers von "Audit Services Austria" erstellt wurde.

Dass das alles so lange unentdeckt geblieben war, erklärt der Prüfbericht damit, dass eine Steuerberaterin, die für Oster- und Sommerfestspiele tätig gewesen war, sowie das Salzburger Rechtsanwaltsbüro von Christoph Aigner, der selbst zu zwei Prozent an der Osterfestspiel GmbH beteilt (98 Prozent hält die Stiftung) ist, alle Belege gegengezeichnet hätten "Das interne Kontrollsystem hat völlig versagt, aber nur deshalb, weil alle zusammengearbeitet haben", sagte Burgstaller

Wirtschaftsprüfer prüften Belege nicht

Doch auch die externe Wirtschaftsprüfung durch die Firmen Deloitte sowie Ernst & Young habe nie Beanstandungen ergeben. Die Prüfer hätten damals verabsäumt, zumindest stichprobenartig die Belege in sensiblen Bereichen wie Repräsentationskosten zu überprüfen, monierte Bernd Gaubinger, einer der beiden interimistischen Osterfestspiel-Geschäftsführer. Die Osterfestspiele haben sich in den laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft als Privatbeteiligte angeschlossen und erwägen auch, die externen Prüfer auf Schadenersatz zu klagen. Zunächst haben die Wirtschaftsprüfer noch eine Woche Zeit, um Stellung zu nehmen. (Markus Peherstorfer, derStandard.at, 03.02.2010)

 

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Seria
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ein Ktnr LH hätte das nie so hinterfragt wie Frau Burgstaller

alle menschn san ma zwida
04
was feiert österreich...

...dieser tage: 10 jahre schüssel-haider
die daraus folgende totale verluderung der sitten in österreich hat wirklich alle bereiche des öffentlichen und privaten erfasst
des beste wäre österreich zuzusperren alle gauner - aus politik wirtschaft justiz kultur... - einzusperren und ein neues österreichen zu gründen das sich der humanität der ehrlichkeit des rechtes der gerechtigkeit... verpflichtet weiß und die noch zu erstellenden gesellschaftlichen spielregeln peinlich genau einhält und verstöße ohne ansehen der person ahndet
aber dafür ist kein platz zwischen boden- und neusiedlersee

Toni Meister
01
Selbsternannte elitäre Leistungsträger flott unterwegs

Sollte man nicht endlich für die wahren Sozialschmarotzer und / oder selbsternannten elitären Leistungsträger ein Transparenzkonto, zecks Auflistung und Überblickswahrung der geflossenen Gelder einrichten ?. Soviel können kleine Sozialhilfebezieher gar nicht unrechtmäßig beziehen, was Steuerhinterzieher & Co. dem Steuerzahler kosten, oder ?. Es gilt die interessante Feststellung der Unschuldsvermutung.

zwonko ivanovic
00
Ihr "zecks"

ist in diesem Zusammenhang sehr passend, finde ich.

catfish eyes
01
Aber geh...

Ist doch nur eine ganz gewöhnliche österreichische Seilschaft. Das ganze Land besteht aus solchen. Oder glaubt hier noch jemand, dass man z.B. in einer österreichischen Zeitung etwas veröffentlichen könnte ohne Haberer in der Redaktion? Na eben, und die hier haben sich eben aufs Geldverdienen spezialisiert. Fein sein, beinonda bleibm.

Ein Stein2
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Na ja, mit ein wenig "künstlerischer" Spendenfreudigkeit wird man das locker überdecken, ist doch in solchen Kreisen üblich.

Herr Plumm
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was echt schade ist, dass die fetten immer mehr abzocken und die musiker und künstler immer mehr gschröpft werden (SVA usw., doppelkrankenversichert...voellige idiotie meiner meinung nach, eigentlich kriminell vom staat, aber keiner macht was dagegen)

Hr. Wolf
21
Bewerbung

Wo kann man sich für diesen mittlerweile freien Posten bewerben? Ich garantiere, daß ich nur die Hälfte nehme und bin bereit dies beim Notar zu beurkunden und zu hinterlegen.

jimmydean
03
jo hom's denn überhaupt a parteibuach ?

natoll
04

diese ganze wirtschaftsprüferei ist ohnehin eine farce. da soll eine ganze branche subventioniert werden, völlig sinnfrei.

Überwachungskamera1
00
ah da schau her...

fehlen da sicher nicht noch ein paar cent...

duke box
00

aber geh, das ist doch part of the game.

und ewig hirschet dem troll
00
Freikarten

sind auch nicht gratis.

Aber dass die Wirtschaftsprüfer bei dieser Kulturschickeria-Abzocke abzeichnen und schweigen ?

derfalke
103
Wiener Skandale oder Salzburger Skandale spielen kaum eine Rolle.

Wichtig ist nur, dass man immer wieder über Kärnten herziehen kann.

Die heuchlerische Dekadenz der Wiener Linkspresse ist wirklich kaum noch zu ertragen.

schlechter Gutmensch
01
Hast eh recht Falke....

... in Kärnten läuf alles super, nur die linkslinke Presse erfindet halt so gemeine Sachen...

.. daß der österr. Steuerzahler Milliarden für Euer Chaos zahlen muß...

.. daß Freunde des BZÖ sich an der HAA Millionen verdient haben...

.. daß der Scheuch in Ungarn polizeilich gesucht wird...

... daß das schöne Land völlig pleite und abgewirtschaftet ist.


.. dabei ist Kärnten in Wahrheit reich und ein Erfolgsprojekt, weil es immer noch nicht ausreichend 2-sprachige Ortstafeln hat, der Rest ist eh "Peanuts"

/satire off/


Alle zahlen, BZÖ/FiK hat gehandelt ind Kärnten ist jetzt im A*****

Marlon62
01
Nur blöd,

dass der Salzburger Skandal dem schwarzen Lager zuzuschreiben ist. Aber danke, dass Sie an die Skandale um die Festspiele am Wörterteich, an das Stadion, den FC Kärnten, die Hypo Alpe Adria, den Kasperlverein rund um FPÖBZÖFPK, damit gleich an die verschwundenen Bayrischen des Uwe Scheuch, etc. erinnern.

Wär ewig schad gewesen, wenn das aus den Köpfen der Leute verschwunden wäre.

kruja
10
@ vögelchen

schweig, du effe!

und tschüss

Dalien
 
10
LOL!

Bist ein Stiefelwichsknecht und Trittbückling einer der beiden Vogelscheuchen was?

Ich seh Dich plastisch vor mir:
"Falke! Wichs er mir die Stiefel aber schnell und gründlich!"
"Und wehe, er pariert nicht!"
"Jawohl, Herr von Scheuch, Herr!

Rainer Gschaftler
 
05
mit dem unterschied

dass in salzburg einmal die landesregierung den skandal (spät aber doch) aufdeckte und nicht wie sonst (und vor allem in kärnten) üblich selbst verursacht und vertuscht hat.

Captain Smoker
01

Naja, aufdecken ist extrem stark übertrieben. Man wurde durch die Umstände gezwungen nachzuschauen.

Jim Kirk
04

Wir sind ja ur froh dass du dich nach einer schreckstarre von ein paar wochen wieder hier mitpostest. Kennst dich jetzt wieder aus wer in Kärntn die guten und wer die bösen sind, oder muss mal wieder ein externer feind (linke ostpresse) her?

sleepersservice
 
13
Paranoid bist auch noch ?

Da ist von Salzburg die Rede - aber wenn man schon davon anfängt:

hier stehen 2,5 Millionen Schaden im Raum. Schlimm genug.

Deine kärtner Spezies habe zwischen 2 und 20 MILLIARDEN versenkt - je nachdem ob man die Haftungen noch reinnimt oder nicht.

Also: Kusch und zurück ins Körbchen sonst kommt der böse Petzibär und versohlt dir den Hintern bis er blau ist!

Naja - vielleicht gefällt dir das ja sogar noch ...

natoll
10

die rechtspresse findet unterschlagung also gut?

EpinEphriN
 
03
Falke, nimm den Schaden, der...

...in Salzburg entstanden ist mal TAUSEND, dann nähern wir uns der kärntner Dimension.

Also sei lieber ruhig.

buntspecht-xy1
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Yeah! Kulturnation Österreich

Hoffentlich hören unsere werten Politiker/innen endlich bald auf, sich damit zu brüsten wie viele Millionen sie (sic!) - also wir - für unsere Kultur übrig haben.
Ohne jetzt die Salzburger Festspiele inhaltlich zu kritisieren, es ist sehr traurig mit anzusehen, wie die Funktionäre fetter und die Künstler/innen schmäler werden. Ich wette, sobald der Bund oder ein Land ein ambitioniertes Kulturprogramm initiiert ist mindestens die hälfte des Budgets bereits in der Verwaltung perdu!
Oh Gott!
Wie kann man bloß über 60.000,- Euzen verfressen, ohne dass hinterher zumindest ein Gourmetführer in Buchform erscheint?!

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