30,81 Millionen Euro für einen Klimt in London

3. Februar 2010, 23:12

Auktion bei Sotheby’s im Zuge von Privatrückgabe - Weltrekordpreis für Giacometti-Statue

Mehr als sieben Jahrzehnte mussten vergehen, bis Georges Jorisch montagnachmittags in den Ausstellungsräumlichkeiten bei Sotheby's London wieder Gustav Klimts Kirche in Cassone in Natura bewundern konnte. 1939 hatte seine Großmutter Amalie Redlich (geborene Zuckerkandl) ihre Kunstsammlung bei einer Wiener Spedition eingelagert, um sie so vor dem Zugriff der Nationalsozialisten zu schützen. 1947 fand ihr Schwiegersohn dort nur mehr leere Kisten vor. Die Kunstwerke blieben verschollen.

1962 tauchte Kirche in Cassone bei einer Ausstellung in Graz auf, ein letztes Mal war das 1913 gemalte Gardasee-Motiv 2003 im Belvedere („Gustav Klimt - Landschaften") zu sehen. Beide Male als Leihgabe aus österreichischem Privatbesitz. Im Herbst 2009 kam es abseits der Öffentlichkeit und des nicht anwendbaren Kunstrückgabegesetzes zu einer Einigung zwischen dem derzeitigen Besitzer und dem 81-jährigen Enkel Amalie Redlichs.

Am Mittwochabend gelangte das Meisterwerk im Rahmen der Auktion Impressionist & Modern Art bei Sotheby's in London zur Auktion. Entgegen der erwarteten 12 - 18 Millionen Pfund bewilligte ein anonymer Bieter übers Telefon 26,92 Mio. Pfund (30,81 Mio. Euro) und damit den höchsten jemals für eine Klimt-Landschaft bezahlten Preis. Eine Giacometti-Statue kam bei dieser Auktion auf 65 Mio. Pfund (104,3 Millionen Dollar, 74,39 Mio. Euro). Dies ist laut Sotheby's der höchste Preis, der je für ein Kunstwerk bei einer Versteigerung erzielt wurde.

Das Auktionshaus hatte den Wert der Bronzestatue "L'homme qui marche I" auf 18 Millionen Pfund geschätzt, doch ein anonymer Käufer am Telefon bezahlte nach einer Bieterschlacht mit mindestens zehn Beteiligten am Ende die Rekordsumme. Das Einstiegsgebot habe bei 12 Millionen Pfund gelegen.

Bisheriger Rekordhalter war laut Sotheby's das Bild "Junge mit Pfeife" von Pablo Picasso, das für 104,2 Millionen Dollar den Besitzer wechselte. Eine Sprecherin des Auktionshauses sagte, sie sei "begeistert" von der Versteigerung. (Olga Kronsteiner aus London/DER STANDARD, Printausgabe, 4.2.2010)

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13 Postings
W.Hammerl
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"Privatrückgaben" werden sich wohl in Zukunft häufen. Sie sind eine hervorragende Idee, das Ausfuhrverbot zu unterlaufen. Wenn Verkäufer und Vorbesitzer sich einig sind, kann der Wert eines Bildes auf diese Weise massiv gesteigert werden. Im Dorotheum wäre wohl nur ein Teil des jetzigen Versteigerungserlöses zu erzielen gewesen.

Vacanova
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wertsteigernd?

mit wertsteigerung hat das gar nichts zu tun - wohl aber mit der internationalitaet eines marktes - bezahlen muss es aber immer noch einer - und das konkret belegbare interesse muessen mehrere haben, sonst kommen solche preise nie zustande

Schlitzohr2
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San owa trotzdem idiotisch...

uinsel
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das interessiert mich.

ich hätt gern genauere ausführungen.

welche ausfuhrverbote gibt es bezüglich kunst? wie kann dadurch der wert gesteigert werden?

klingt ganz schön komplex, das thema

Aki Kaosmäki
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die Meldung gehört unter "Wirtschaft"
was hat's mit Kunst zu tun wenns drum geht wer den Längeren hat...

Schlitzohr2
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Sie meinten wahrscheinlich wer den längeren Atem hat?

Longyearbyen
 
03

Jedes Hurenhaus ist ein Tempel von Moral und Anstand im Vergleich zum modernen Kunstmarkt.

Kaktus51
01
Ich werde es nie verstehen,

wie ein wenig Leinwand mit ein bisschen Farbe drauf so viel wert sein kann.

ravenna
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Der Klimt...

...schaut wenigstens etwas gleich. Aber die Statue?

W.Hammerl
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Bei diesen Preisen kann man tatsächlich zum Kommunisten werden.

Preger
02
Und ich werde nie verstehen,

wie ein tonnenschwerer Flieger aus Stahl und Eisen fliegen kann.

oblomow II
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gut,

dass wir das nun wissen.

paolo
01

die signatur machts

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