Strategie-Konferenz

Barak und Fayyad wollen Zwei-Staaten-Lösung

2. Februar 2010, 23:05

Israelischer Verteidigungsminister: "Gute Trennzäune machen gute Nachbarn"

Tel Aviv - Der palästinensische Ministerpräsident Salam Fayyad und Israels Verteidigungsminister Ehud Barak haben den Willen zu einer Zwei-Staaten-Lösung in Nahost bekräftigt. Während einer Strategie-Konferenz in Herzliya bei Tel Aviv sprachen sich beide Repräsentanten am Dienstag für eine Fortsetzung des Friedensprozesses aus. "Diese Region hat schon viel zu lange gelitten", sagte Fayyad. Die Palästinenser bräuchten dringend einen "politischen Horizont". "Es wird aber keinen Frieden geben, wenn das Streben der Palästinenser nach einem eigenen Staat nicht voll akzeptiert wird", betonte er.

Der israelische Verteidigungsminister Barak warnte in seiner Ansprache vor einem "Apartheid-Staat", sollte es in Nahost zu keiner Friedensregelung kommen. Barak (Arbeiterpartei) sagte, Israel könne auf Dauer nur als demokratischer Staat funktionieren, falls es mit seinen Nachbarn Frieden schließe.

Barak warnt vor "Apartheid-Staat"

Zwischen dem Jordan-Fluss und dem Mittelmeer lebten zwölf Millionen Menschen, davon etwa 4,5 Millionen Araber, erklärte er. Sollten diese in Zukunft nicht an Wahlen teilnehmen können, wäre dies ein "Apartheid-Staat" - "und dies ist nicht der zionistische Traum", so Barak. Eine Alternative wäre ein großer Staat für beide Völker mit Wahlrecht für alle, dies bedeutete jedoch das Ende Israels als jüdischer Staat.

Fayyad sprach sich für eine Fortsetzung des Friedensprozesses mit Israel aus, äußerte sich aber angesichts bisheriger Erfahrungen skeptisch und forderte klare Fortschritte. "Dinge müssen passieren, die den Schluss zulassen, dass die (israelische) Besatzung wirklich aufhört." Er bekräftigte zudem die Forderung nach der Einrichtung der künftigen Hauptstadt eines Palästinenserstaates im arabischen Ostteil Jerusalems. Fayyad betonte ferner, eine Versöhnung zwischen den rivalisierenden Palästinenserorganisationen Fatah und Hamas sei Vorbedingung für einen solchen Staat. Die innerpalästinensische Kluft müsse enden und die Blockade des Gazastreifens aufgehoben werden.

"Nicht als Gnade"

Barak betonte, eine Friedenslösung in Nahost und eine Zwei- Staaten-Lösung seien dringend notwendig, "nicht als Gnade für die Palästinenser, sondern um unsere eigene Zukunft zu sichern". Israel müsse seine dauerhaften Grenzen festlegen. "Gute Trennzäune machen gute Nachbarn", sagte Barak. Israel und die Palästinenser müssten so rasch wie möglich direkte Verhandlungen aufnehmen, forderte der Verteidigungsminister.

Fayyad forderte als konkreten Schritt eine Ausweitung der Präsenz palästinensischer Sicherheitskräfte im Westjordanland. Unmittelbares Ziel der Palästinenserführung von Mahmud Abbas sei es in Vorbereitung der eigenen Staatlichkeit, "eine formale Sicherheitspräsenz" auch in den Gebieten außerhalb der Städte zu bekommen. Zudem betonte er, die ständigen Vorstöße der israelischen Armee in die Palästinensergebiete müssten aufhören. "Wir erkennen die Sicherheitsbedürfnisse Israels an, aber auch die Palästinenser brauchen Sicherheit." (APA)

Enrico Furioso
00
Barak hat zwar die richtige Erkenntnis

nur ist diese Erkenntnis in Israel politisch nicht durchsetzbar. Und versuchte er es ernsthaft, müsste er damit rechnen wie Rabin zu enden. Die Siedler sind in der Hinsicht um keinen Deut besser als fundamentalistische Islamisten.

Also wird der Krampf in der Region weitergehen. Bis zum bitteren Ende.

D.Shiray
00
Israel und Apartheid

Barak said on Tuesday that "if the Palestinians living in the West Bank could, in the future, vote in the Israeli elections, Israel will become a bi-national country."

"But if they are not allowed to vote," he added, "we will become an apartheid country."

Barak stated at the Herzliya conference

luftgselchter haderlump
10

Und was sagen da Werner, Angela und Silvio dazu?

Hansi Huber
02
Gute Idee

und zur Bestätigung werden Luftangriffe geflogen. Damit man sieht, wie ernst das gemeint ist.

NONE
11

Schöne Worte in Ehren aber das ist eine Minderheitsmeinung in der ultrarechten Regierung.

Es ist ja nicht so als ob Barak die gesamte Regierung repräsentieren würde.

troob
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Das mag ja sein...

@None

Es ist aber auffallend, daß sie diese Meinung als Minderheitsmeinung in der israelischen Regierung geisseln.

Hingegen kommentieren sie die Meinung von Fayad mit keinem Wort.

Warum bloß?

Wie stellt sich denn diese Meinung ihrer Ansicht nach im Forum der arabischen Gegner Israels dar?

Ist das dort eine mehrheitsfähige, geschweige denn mehrheitlich vertretene Meinung?

Oder ist es nicht viel mehr so, daß hier von Barak und Fayad Meinungen präsentiert wurden, die in den jeweiligen Gremien nicht als Verhandlungsbasis gesehen werden?

Ich werfe ihnen jedenfalls vor, wie regelmäßig gegen Israel zu posten, aber die arabische Seite wie regelmäßig von jeglicher Kritik auszuklammern.

Zusammengefasst nennt man das Double Standard.

Rächer der Zensierten
02
Sehr weise Worte von Barak

Hoffentlich finden sie Gehör.

King David
21

Ach kommen Sie. Zeigen Sie mir bitte eine israelische Regierung, die zb den Sieldungsbau eingestellt hat und damit ehrliche Friedenbemühungen gezeigt hat? Das wird sich nie ändern. Leider.

grumbleduke
 
16
Starker Tobak von Barak

Aussagen dieser Deutlichkeit hätte ich nicht erwartet. Hoffentlich hält diese Einsicht an. Chapeau, Herr Barak!

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