Ein neues Informationssystem hinterlegt Botschaften virtuell genau dort für die Smartphones der Empfänger, wo sie benötigt werden
An der Johannes Kepler Universität in Linz werden Studenten und MitarbeiterInnen in Zukunft ortsbezogene Informationen auf ihren Smartphones erhalten. Das System hinter diesen Digital Graffiti wurde von Forschern der Uni gemeinsam mit Siemens entwickelt. Die Technik nutzt die Möglichkeit, Botschaften virtuell an beliebigen Stellen für bestimmte Empfänger zu hinterlegen. Wenn der Adressat den definierten Raum betritt und die auf ihn speziell zugeschnittenen Bedingungen erfüllt, wird für ihn das Graffito sichtbar und er bekommt die Daten über Mobilfunk oder WLAN auf sein Handy geliefert. Das kann eine persönliche Nachricht sein, etwa in welchem Hörsaal die Vorlesung stattfindet, oder eine Information über eine Sehenswürdigkeit.
Digital Graffiti können auch mit einem Zeitstempel versehen werden, die Nachricht also nur in einem bestimmten Zeitintervall wahrnehmbar sein, und sie können so programmiert werden, dass die bloße Anwesenheit des Nutzers eine Aktion auslöst, beispielsweise eine Schranke oder eine Tür geöffnet wird.
Ortung über WLAN
Das Handy des Nutzers wird an einem verschlüsselten Codesignal erkannt, sein Standort über die bestehende Funkinfrastruktur, ein WLAN-Netzwerk, ermittelt. Mit dem selbstlernenden Lokalisierungssystem von Siemens lassen sich diese Positionen auf wenige Meter genau und wesentlich kostengünstiger als mit vergleichbaren Systemen bestimmen. Digital Graffiti wurde bereits auf Flughäfen, im Bergbau oder bei Wartungsaufgaben von Industrieanlagen getestet und war einer der Gewinner des ebiz egovernment award der österreichischen Bundesregierung für eBusiness.