Neue Kurdenpartei

Im Parlament statt am Berg

Adelheid Wölfl, 2. Februar 2010, 18:39

Die Kurdenvertreter wollen am Öffnungsprozess weiter teilnehmen, und sie geben sich trotz des Parteiverbots pragmatisch - Von Adelheid Wölfl

Sie sind nicht zurück in die Berge gegangen, wie das kurdische Politiker nach dem Parteiverbot der DTP im Dezember angekündigt hatten, sondern sie sitzen weiter im Parlament in Ankara. Die Kurdenvertreter in der Türkei geben damit ein eindeutiges Signal:Sie wollen am Öffnungsprozess weiter teilnehmen, und sie geben sich trotz des Parteiverbots pragmatisch. Das ist mehr als erfreulich.

Selahattin Demirtas, der am Montag zum Chef der neugegründeten Partei für Frieden und Demokratie (BDP), der Nachfolgeorganisation der DTP, gewählt wurde, provozierte die nationalistischen Scharfmacher zwar in seiner Antrittsrede mit dem Satz:"Herr Öcalan ist derjenige, der am meisten über das Kurdenproblem nachgedacht hat." Doch der Menschenrechtsanwalt ist in seinen Forderungen grundvernünftig: Er will eine neue Verfassung, um antidemokratische Paragrafen, die dem Militär zu viel Macht einräumen, abzuschaffen. Er will sich nicht nur für die Kurden, sondern für alle Minderheiten in der Türkei einsetzen. Und er streckt die Hand in Richtung AKP-Regierung aus und bringt diese so unter Zugzwang.

Die AKP reagiert. Ein "Menschenrechtspaket" sieht die Bildung eines regierungsunabhängigen Menschenrechtsrates vor und eine Beschwerdeinstanz für Übergriffe der Sicherheitskräfte sowie einen Gleichstellungsrat. Das alles gibt Hoffnung, dass sich, trotz des Rückschlags des Parteiverbots, die Allianz der Demokraten aus der AKP und der BDP bei den Türken und Kurden durchsetzen wird.
(Adelheid Wölfl, DER STANDARD, Printausgabe, 3.2.2010)

mani petisto
00
16.2.2010, 13:46
die regierung sieht wegen öffnung

blah blha blah...

es war auch dieser regierung, die vor einigen monaten meinte, wegen öffnung werden wir auch den quran auf kurdisch übersetzen!

das lustigste an all dem war: der quran wurde schon früher auf kurdisch übersetzt.

und? was ist passiert? nichts. unser standard verkündte fröhlich und ganz munter: AKP macht fortschritte richtung öffnung für minderheiten.

nur den, der nicht nur türkeifreundliche und einseitige standardmeldungen liest, wurde beaknnt., dass dieser meldung, vor einigen tagen rauskam:

die übersetzung vom quran auf kurdische wurde unterbrochen, da dies eine bedrohung für die teilung der türkei darstelle.

die vermeintlich öffnung der türkei und die vermeintliche meldungen von standard!

mehr braucht man dazu nich

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.