Einserkastl GRA

I bin's, kein Präsident

02. Februar 2010 18:37

Auf durchs verfreundete Österreich: Wer sagt, was er nicht ist, verrät auch, was er ist

Manchmal ist das Leben gut. Unverhofft kommt Orientierungshilfe herab auf fragend und forschend sich durch den Lebensdschungel Kämpfende. Auf solche, die redlich versuchen, die Guten von den Bösen zu unterscheiden - im übertragenen Sinne selbstredend; das Recht überlassen wir der Justiz, dort ruht es bestens.

Manchmal ist Einfaches kompliziert, den Anfang des verfilzten Fadens zu finden etwa, um zu erkunden, werwannmitwem besonders gute Geschäfte macht im verfreundeten Österreich.

Hier ein Minister, der kraft seines Amtes Wohnungen privatisierte. Da seine Freunde, die von Informationen für den Käufer lebten (Lobbying). Dort sein Freund und Immobilienmakler, der im Aufsichtsrat-Chefsessel der zu verkaufenden Wohnungsgesellschaft (Buwog) wirkte und auch die Bundesimmobiliengesellschaft beaufsichtigte. Der aber persönlich, bittschön, mit all den Deals nichts zu tun hatte.

Ganz schön schräg, aber manchmal ist das Leben gut. Da wird zurechtgerückt, was längst zurechtgerückt gehört. Etwa so: "Ernst Karl Plech war nicht Präsident der Buwog, sondern Vorsitzender ihres Aufsichtsrats", qualifiziert besagter Immobilienkaufmann (heute Kompagnon Karl-Heinz Grassers) die ihm angehängte typisch österreichische Anrede nun offiziell als "unrichtig" .

Mehr davon wäre fein. Als Orientierungshilfe: Wer sagt, was er nicht ist, verrät auch, was er ist. (Renate Graber, DER STANDARD, Printausgabe, 3.2.2010)

Gschamster Diener, Herr Direktor!
03.02.2010 11:29

Wie wäre es denn, wenn die Journalisten endlich mal wieder ihren Job machen und RECHERCHIEREN würden, anstatt sich in Kommentaren an Leute anzubiedern, die ohnehin ihrer Meinung sind? Was ist nur mit dem 4. Standbein der Demokratie, unserer freien Presse, passiert? Zu viele Bankeninserate? Fuck, wie mich das ankotzt...

Wiffzack :
03.02.2010 20:13
das wär schön!

Das größte Problem in Österreich ist ja schlussendlich doch immer wieder die nicht funktionierende Medienlandschaft. Problematische Eigentümerstrukturen, politischer Einfluss, Verhaberung der Journalisten mit den Politikern, niedrige Qualität generell....

Wobei die Graber und vielleicht max. noch 10 andere Journalisten zumindest versuchen genauer hinzuschauen.

Walter Tiefenthaler
13.05.2010 05:53
das groesste problem in oesterreich ist...

...dass die buerger diese gaunereien akzeptieren. offenbar wollen die meisten unterbewusst ja gar keine aufklaerung. egal was passiert, defraudanten wie grasser sind immer noch superstars und werden mit einem diener bis zum boden (der eigenen selbstachtung) begruesst. wir brauchen unseren 'adel' und der kann machen was er will.

Atlas Shrugged
 
03.02.2010 17:35
Küss' die Hand :)

's koite Sopherl
03.02.2010 15:54

grün! schöner hätt mans nicht sagen können!

Max Arnstein III.
 
02.02.2010 23:22
Unterschiedsbildung

ist der Motor aller Erkenntnis. Der Standard könnte sich verdient machen, ein Flussdiagramm der Bereicherung aus öffentlichen Geldern im Österreich des 20. und 21. Jahrhunderts zu machen. Dies wird einiger Recherche und verletzter Empfindlichkeiten bedürfen, jedoch einen tatsächlichen Dienst an der Gesellschaft darstellen.

sturmwind
03.02.2010 15:39
Ich unterstütze diesen Antrag

raspel
03.02.2010 07:54

Allein für Grassers schmutzige Deals wäre der Umfang viel zu groß für eine Ausgabe des Standard, da müßte schon ein Buch geschrieben werden.

a o e
02.02.2010 21:24
das alte lied

und jetzt langsam zum mitsingen
http://is.gd/7zoL5

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