Brisante Datenpost aus Liechtenstein

2. Februar 2010, 18:26

Der größte deutsche Steuerskandal aller Zeiten ist vor genau zwei Jahren ausgebrochen und war auf eine einzige DVD gebrannt. Der deutsche Bundesnachrichtendienst hatte einen Datenträger mit hunderten Namen von Steuersündern, die ihr Geld am Fiskus vorbei in Liechtenstein angelegt hatten, von einem Informanten gekauft. Der Preis für das brisante Material: 4,5 Millionen Euro.

Nach der Verhaftung des ehemaligen Chefs der Deutschen Post, Klaus Zumwinkel, folgten hunderte (Selbst-)Anzeigen von Steuersündern. Das erste Urteil wurde im Juli 2008 gesprochen. Mehrere hundert Millionen Euro wurden in Form von Steuernachzahlungen und Strafen vom Fiskus eingehoben.

Der Steuerskandal weitete sich zudem auch auf andere europäische Länder aus: Daten von Steuersündern aus Großbritannien, Spanien, Österreich, Italien und Frankreich wurden aus Liechtenstein und der Schweiz angeboten.

Zwischen den Mitgliedstaaten kam es in der Debatte um Bankgeheimnis und den Austausch von Bankdaten zu heftigen Verstimmungen. SPD-Chef Franz Müntefering hatte mit Blick auf Steueroasen erklärt: "Früher hätte man dort Soldaten hingeschickt." (sulu, DER STANDARD, Printausgbe, 3.2.2010)

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.