EU-USA-Gipfel

Obama brüskiert Europas neue Außenpolitik

Thomas Mayer, 02. Februar 2010 21:21

US-Präsident will Gipfel fernbleiben - Spanien überlegt Absage

Insgesamt zehn Reisen nach Europa hat US-Präsident Barack Obama seit Amtsantritt unternommen, dabei 21 Länder besucht, zuletzt Dänemark im Rahmen des Klimagipfels im Dezember, so viel wie kaum einer seiner Vorgänger je zuvor. Nun hat er seine nächste Reise zu den transatlantischen Partnern beim Gipfel EU/USA im Mai in Madrid abgesagt - und damit an der Spitze der wichtigsten EU-Institutionen in Brüssel eine mittlere Sinnkrise ausgelöst.
Die versuchen, seit Inkrafttreten des EU-Vertrages von Lissabon vor zwei Monaten, einer gestärkten Außen- und Sicherheitspolitik Kontur zu geben.

Zwei ganz neue Ämter wurden geschaffen - das des ständigen Präsidenten des Europäischen Rates mit Hermann Van Rompuy und das der neuen EU-Außenministerin mit Catherine Ashton. Gemeinsam mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und dem alle sechs Monate wechselnden EU-Ratsvorsitz - derzeit Spanien - will die Union ihre Rolle global stärken. Insbesondere der Ratsvorsitz mit Spaniens Premierminister José Luis Zapatero drohte unter die Räder zu kommen. Die Absage Obamas hat dies nun bestätigt.

"Wenn Obama nicht kommt, gibt es keinen Gipfel", zitierte die Agentur Reuters am Dienstag einen namentlich nicht genannten EU-Diplomaten in Brüssel. Die spanische Präsidentschaft würde auf die Abhaltung des Treffens verzichten. Zapatero und auch der spanische König Juan Carlos wollen Obama aber noch überreden.

Ursprünglich wollten sich Rompuy, Zapatero, Barroso und Ashton in Madrid neben dem US-Präsidenten zum ersten Mal international groß präsentieren.

Ein Trost für Barroso könnte sein, dass nach Monaten der Ungewissheit nun die definitive Bestätigung der EU-Kommission im Europäischen Parlament erfolgen dürfte. Heute, Mittwoch, wird sich die bulgarische Kandidatin Kristalina Georgovina einer Anhörung im Ausschuss stellen. In einem Vorgespräch mit der Vorsitzenden soll die bisherige Weltbankdirektorin einen sehr guten Eindruck hinterlassen haben. Die Wahl der EU-Kommission findet am 9. Februar in Straßburg statt.(Thomas Mayer aus Brüssel/DER STANDARD, Printausgabe, 3.2.2010)

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Bumo1
07.02.2010 17:16
das kann man von EU Seite ja steuern ...

wann immer Anfragen aus den USA für einen Staatsbesuch kommen um US Interessen durchzuboxen (Nato, Raketenstationierung,...) müssen halt die Länder die gefragt werden einfach auf den zuständigen EU Aussenminister verweisen und keine Alleingänge mehr machen (UK, Czech Republic,...).

In vielen großen Firmen hat man ja auch so Schlaumeier, die alle Hierachien übergehen und direkt zu irgend welchen Abteilungsleitern rennen um Ihr Anliegen "durchzuboxen". Vor allem dann, wenn sie wissen das Ihr Anliegen in den Entscheidungsstellen nicht befürwortet wird ... und das geht auch nur so lange durch, so lange die Leute nicht abgewiesen werden und gezwungen werden, den Instanzenweg zu gehen.

iohui
06.02.2010 09:59
Ursprünglich wollten sich Rompuy, Zapatero, Barroso und Ashton in Madrid neben dem US-Präsidenten zum ersten Mal international groß präsentieren. obama hat abgesagt - und damit an der Spitze der wichtigsten EU-Institutionen in Brüssel eine mittlere

Sinnkrise ausgelöst.<

jössas.
da ham sie sich wichtig ausschauende amterl zurechtgeschustert und jetzt heulen sie, weil das nix dran ändert dass sie unwichtige, uninteressante no-names sind, die nichts zu sagen haben und die keiner kennt und braucht.
ich wette, 99 % der europäer wissen nicht, wie die 4 möchtegerns heissen oder ausschauen, und für was die eigentlich gut sein sollen.
warum sollte obama seine zeit mit denen verschwenden?
er weiss eh schon, dass die buckelnd alles machen was er ihnen anschafft, und er wird eh irgendwen schicken, der den small talk während dieser eitlen selbstbeweihräucherung übernimmt.

interessanter sind allemal persönlichkeiten die es NICHT als ihren lebenssinn betrachten nach obamas pfeife zu tanzen.

Thomas Wetschnig
05.02.2010 09:23
Es sieht so aus, als ob sich Obama dem Druck .......

...... der konservativen Opposition beugt, nachdem er eben erst Wahlen in einem demokratischen Kernland verloren hat. Die Neocons waren es, die das Zustandekommen des Lissabon-Vertrages mit allen Mitteln zu verhindern versuchte. Nun versuchen sie es eben mit anderen Methoden. Und in Europa gibt es leider immer noch genügend nützliche Idioten, die nicht wissen,vor wessen Karren sie sich spannen lassen.

Odo
04.02.2010 03:18

Dabei hieß es doch bei Präsident Obamas Amtsantritt, die Beziehungen zwischen der EU und den USA würden sich deutlich verbessern gegenüber der Bush-Ära. Sieht aber nicht danach aus.

Lazarsfeld
03.02.2010 16:16

Brüskiert EU Außenpolitik? Überhaupt nicht! Nur die schleimigen US Vasallen in der EU, die unsere Bürgerrechte dem CIA ausliefern etc.

Thomas Wetschnig
05.02.2010 09:25
Die schleimigen Vasallen sind nicht in der EU ......

......... aber in vielen nationalen Regierungen und Parlamenten. Nur sind sich viele nicht dessen bewußt.

greece0357
03.02.2010 16:12
Macht´s doch a Videoschaltung,

weil der Blödsinn, der so oft gequatscht wird, kommt so billiger rüber.

John Smith
03.02.2010 15:57
Rompuy, Zapatero, Barroso und Ashton

Die Viererbande der EUdSSR.

Christoph ************
03.02.2010 19:40

Lieb wie sie obige Leute mit der Autokratengruppe gleichsetzen die die Kulturrevolution und damit abertausende Tote, Hunger und Leid verbrochen haben.

Warum nicht gleich mit der Hitlerkeule daherkommen? Wär das nicht was?

John Smith
03.02.2010 21:26
Sie sehen keine Parallelen?

Die EU subventioniert den Anbau von Agrarprodukten und exportiert diese nach Afrika - wo sogar die lokalen Preise unterboten werden und die Bauern dort aus dem Markt drängen - langfristig führt das zu einer Verelendung und Abhängigkeit. Die EU Fischerflotte nimmt den Fischern an der Westküste Afrikas ihre Grundlage - Hunger; Tod.
Dazu kommt der Regulierungswahn - Rauchen, Glühbirne, Herkunftslandsprinzip (Referenz z.B. im Lebensmittelbereich wird das niederste Niveau eines Mitgliedstaates.)
Kultur: Die Verblödung eines ganzen Kontinents durch Kommerzstandards im Bildungsbereich und der Lobbyismus in allen möglichen Bereichen stinkt zum Himmel.

Christoph ************
04.02.2010 14:32

Die EU betreibt Agrarprotektionismus, ja. Das kann man nicht abstreiten. (Obwohl Exportsubventionen deutlich reduziert wurden über die Jahre) So wie so ziemlich alle entwickelten Länder auf dieser Welt. Anscheinend wird die ganze Welt von lauter Viererbanden regiert.

Es gibt in der EU im Warenhandel weitgehend Mindeststandards, besonders auch bei Lebensmittel und dies sind durchwegs halbwegs solide. Lücken mag es geben, die sind halt zu schließen... auch wenn sie das dann "Regulierungswahn" nennen.

Verordnungen wie jene für den Schutz von Nichtrauchern, für die Energieeinsparung etc, gibt es in vielen Ländern, darunter sogar den liberaleren.

Der Bolognaprozess ist keine EU bestimmte Verordnung übrigens.

Ggg14
04.02.2010 23:00

Solle Europa etwa von Lebensmittelimporten aus Diktaturen usw. abhängig sein?

raff1
03.02.2010 15:15
Theater fürs Stimmvieh

santamonica
03.02.2010 14:43
beim us präsident ist es wie bei den immobilien

bei einer immobilie zählen für den wert - der reihe nach -folgende kriterien:
lage
lage
lage
lage
bei einem us präsidenten - auch bei obama - zählen der reihe nach
macht der usa
macht der usa
macht der usa
was ich damit sagen will: vergesst nicht, dass obama präsident der usa ist. er handelt mit einem lächeln in der aussenpolitik fast wie bush

Lichtfreak
03.02.2010 13:52
Obama hat wichtigeres zu tun....

Rund um den Iran werden ja Raketen stationiert....

Homer Simpson II.
 
03.02.2010 13:28
Schick ma die Benita nach Washington rüber damits dort

in aller Form protestieren kann - irgendein Häusl werden die Amis ja wohl übrig haben für die Dame...

Wolfgang Keim
03.02.2010 13:19
wenn man blos wüßte warum?

viel kann man ja aus der Presse hier nicht rauskriegen. Vielleicht ist das der Grund, oder so ähnlich? Peinliches Schweigen?

sokra
03.02.2010 13:11
gut dass er nicht kommt

Europa muss noch öfter brüskiert und gedemütigt werden bis man es mit dem gemeinsamen Auftreten ernst meint.

Ich bin froh dass uns dieses erbärmliche Bild erspart bleibt: Obama und ein Zapareto, der Ashton und Rompuy aus dem Foto drängt...

Hr. Wolf
03.02.2010 12:15
Es gibt auch Telekommunikation

Es wird doch reichen, wenn der Obama den abgehalfterten EU Politikern ein mail mit seinen Wünschen sendet, damit sie wissen was sie tun sollen.

--: SID :--
03.02.2010 12:12

Pragmatisch sehen und Geld sparen :-)

Austro-Spanier0
03.02.2010 11:31
"Das historische Ereignis für den Planeten" ist geplatzt

"La secretaria de Organización del PSOE, Leire Pajín, ha asegurado que la coincidencia de que José Luis Rodríguez Zapatero ostente la Presidencia de la UE y Barack Obama presida EEUU será un "acontecimiento histórico" para "el planeta" y supondrá "una esperanza para muchos seres humanos". Leire Pajín, his master's voice, muss sich ja jetzt ganz schön blöd vorkommen, vielen in diesem Land tut sie das schon lange.

Wir sind die Guten!
03.02.2010 11:16
naja brüskieren ist übertrieben! was soll der gipfel für die USA und Obama bringen?

genau, nix, eben, warum sollte er dann kommen! Der gipfel bringt ja auch für die >EU nix außer dass sich ein paar profilieren können, ist also pure Imagepflege, europäische Außenpolitik wird eben NICHt von der EU selbst gemacht!

Acaloth
03.02.2010 12:01

Hoffentlich wird EU-Aussenpolitik von der Eu gemacht.

diamant
 
03.02.2010 11:15
Europa brueskiert sich selbst so lange, so lange

bei dem Gipfel wieder 15 Leute mitreden wollen, vom Spanischen Koenig abwaerts.

Amerika will aber nur mit 1-2 Leuten reden, naemlich dem Europaeischen Praesidenten und dem Europaeischen Aussenminister!

Wird aber noch ein paar Jaehrchen dauern bis wir das gerafft haben.........leider!!

Ggg14
04.02.2010 23:02

Europa brueskiert sich selbst so lange, so lange ... es glaubt, dass seine Wichtigkeit vom amerikanischen Präsidenten abhängt.

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