Renommierter Wolf-Preis für Physik geht an Anton Zeilinger

02. Februar 2010 12:56

Dotation: 100.000 Euro

Der renommierte Wolf-Preis für Physik 2010 geht an den Wiener Physiker Anton Zeilinger (Uni Wien). Zeilinger teilt sich die mit 100.000 Euro dotierte Auszeichnung mit Alain Aspect (Frankreich) und John Clauser (USA), teilte die Universität in einer Aussendung am Dienstag mit. Alle drei Wissenschafter wurden "für ihre grundlegenden konzeptionellen und experimentellen Beiträge zu den Grundlagen der Quantenphysik" ausgewählt, so die Begründung der Wolf Foundation (Israel).

"Fundamentale Grundsteine für viele moderne Quanteninformationstechnologien"

Die Arbeiten von John Clauser, Alain Aspect und Anton Zeilinger zur quantenphysikalischen Verschränkung seien heute "fundamentale Grundsteine für viele moderne Quanteninformationstechnologien, die weltweit intensiv erforscht werden", heißt es weiter. Dazu gehören unter anderem die Quantenkommunikation und -verschlüsselung, die Quantenteleportation und auch das Quantenrechnen, das letztendlich zu einem Quantencomputer mit völlig neuen Fähigkeiten führen soll.

Der Wolf-Preis zählt heute zu den angesehensten Wissenschaftsauszeichnungen weltweit, viele Geehrte wurden auch mit dem Nobelpreis bedacht. Unter den Preisträgern für Physik finden sich etwa Stephen Hawking, Roger Penrose oder der aus Österreich stammende US-Wissenschafter Victor Weisskopf. Die Ehrung für die diesjährigen Preisträger findet im Mai 2010 durch den Israelischen Staatspräsidenten in der Jerusalemer Knesset statt. Gestiftet wurde der Preis von Ricardo Wolf im Jahre 1976.

1945 in Rieg geboren

Zeilinger wurde 1945 in Ried im Innkreis (OÖ) geboren und studierte in Wien Physik. Er hatte Professuren am Massachusetts Institute of Technology (MIT), an der Universität München, der Technischen Universität (TU) Wien, der Universität Innsbruck, der Universität Melbourne und am College de France (Paris) inne und führte Forschungsarbeiten im Los Alamos National Laboratory (USA) und am Merton College der Oxford University durch. Seit 1999 ist er Professor für Experimentalphysik an der Universität Wien und seit 2004 wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW).(APA)

 

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.