Schadensersatz

Klagsflut gegen Aufzugskartell

02. Februar 2010 18:32

Die Wohnbaugesellschaft fordert die Rückzahlung von überhöhten Errichtungs- und Betriebskosten

Die Wohnbaugesellschaft Buwog hat eine Schadensersatzklage gegen ein Kartell der vier marktbeherrschenden Aufzugsunternehmen eingebracht. Das Kartell, bestehend aus Thyssen, Schindler, Otis und Kone, wurde bereits 2007 rechtskräftig zur Zahlung einer Strafe in Höhe von europaweit insgesamt 992 Mio. Euro verurteilt.

Neben der Klagsführung im Hinblick auf den ihr selbst erwachsenen Schaden hat die Buwog auch die Federführung für die Klagen anderer geschädigter Unternehmen des Immofinanz-Konzerns übernommen. Der Gesamtbetrag aller Schadensersatzforderungen seitens der Unternehmen des Immofinanz-Konzerns erreicht rund sechs Mio. Euro.

Massiv geschädigt

"Wir sind entschlossen, unsere Ansprüche mit aller Konsequenz durchzusetzen", unterstreicht Buwog-Geschäftsführer Daniel Riedl. "Die Immofinanz und damit alle ihre Aktionäre wurden durch überhöhte Preise für die Errichtung von Liften und Rolltreppen massiv geschädigt." 

Auch die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) hat wie angekündigt Klage gegen das Aufzugskartell eingebracht. Die Schadenersatzforderung beläuft sich auf mindestens 21,6 Mio. Euro. Der entstandene Mindestschaden errechne sich "aus finanziellem Mehraufwand bei Neuerrichtung von Förderanlagen und überhöhten Preisen im Zuge laufender Wartung", teilte die BIG mit.

Nachdem gestern die Stadt Wien und die Stadt Salzburg Schadenersatzforderungen beim Handelsgericht Wien eingebracht hatten, sind heute neben der Buwog und der BIG auch die ÖBB und die s Immo vor Gericht gezogen. Die Stadt Linz und die GWG werden morgen entsprechende Klagen einbringen, das Land Salzburg folgt wahrscheinlich diesen Monat. Die Innsbrucker Immobilien GmbH & Co KG prüft noch. Insgesamt fordern die Kläger mehr als 100 Mio. Euro.

Die Klage sei daher auch im Interesse der BIG-Kunden. Hauptkunden, also Mieter, der BIG sind das Unterrichtsministerium, 21 Universitäten sowie die Ministerien für Justiz, Finanz und Inneres. Rechtsvertreter der BIG ist die Finanzprokuratur. (red)

eubürger
03.02.2010 11:47
Mieter tragen Prozessrisiko - und schauen durch die Finger

Land, Stadt und die Wohnbauträger klagen einen noch nicht einmal bewiesenen(!) Schaden ein.
Der ist nicht einmal ihnen selbst entstanden, sondern eigentlich den Mietern.
Alle Kosten haben sie den Mietern ohnehin schon weiterverrechnet. Wieviel vom möglichen Schadenersatz die Mieter erhalten, ist noch gar nicht klar.
Und wenn, wie kommen die an ihr Geld? Oft gibt es schon neue Mieter. Wer bekommt dann das Geld?
Ist es überhaupt legal, die Kosten für den Schaden weiter zu verrechnen und die Wiedergutmachung einzubehalten?
Da verwandelt sich Schaden in Bereicherung und das Opfer in den Täter.
Viele Fragen.

Nur eines steht schon jetzt fest: Das Prozessrisiko trägt wieder der Mieter ... dafür zu 100%!

Wovon möchte man ablenken?

Pro Freistaat Kärnten!
 
03.02.2010 13:49
Wieso tragen die Mieter

das Prozessrisiko?

Welche Mieter klagen denn?

eubürger
03.02.2010 16:48
Mieter tragen das volle Risiko

Nun, wenn ein Wohnbauträger, das Land Wien, Wiener Wohnen oder eine Genossenschaft einen Prozess führt, der verloren wird, wer wird für die Kosten aufkommen?

Dem gegenüber ist aber nicht klar, wie ein Mieter zu seinem - möglicherweise - zu viel verrechneten Geld kommen soll, wenn der Prozess gewonnen wird.

Experten schätzen die Chance auf 50%.

Hier spielt man mit dem Geld der kleinen Mieter.

Und wenn es nicht der Mieter ist, dann jedenfalls jeder Bürger, der Steuern oder Kommunalabgaben bezahlt.

Yudhistira
02.02.2010 15:48
Die sollten ganz andere, kostspieligere KHGtelle verklagen!

"Die Immofinanz und damit alle ihre Aktionäre wurden.....massiv geschädigt." Ah, eh: um die Mieter geht`s scheinbar schon lange nicht mehr.

left
06.02.2010 18:05

Was haben Lifte mit der Immofinanz zu tun? Die Immofinanz wird ja eh verklagt, allerdings nicht von Genossenschaften - wozu auch?

maria maria
02.02.2010 15:53

um die Mieter ist es dem Riedl noch nie gegangen, immer nur ums Geld, genau wie beim Petrukovic.

DD1981
02.02.2010 12:31

Angriff ist die beste Verteidigung^^

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