Amazon gibt nach, E-Books werden teurer

02. Februar 2010 09:22
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    Foto: amazon

    Amazon gibt Verlagen nach

Der Konflikt zwischen Amazon und Verlagen über die Preisgestaltung von E-Books führte zu einem Rückzieher des Onlinehändlers

Noch ist kein einziges Stück von Apples neuem Tablet-Gerät iPad ausgeliefert, schon sorgt es für Aufruhr und Ärger. Ersteres in der Verlagsbranche, zweiteres bei Amazon. Denn mit dem iPad geht auch der iBook Store ins Rennen um den wachsenden Markt der elektronischen Bücher.

Digitale Werke billiger

Ein Markt, auf dem bisher Amazon mit seinem Angebot und dem Lesegerät Kindle den Ton - und den Preis angab. Für die meisten der E-Book-Bestseller liegt dieser bei 9,99 Dollar. Amazon argumentierte dabei stets damit, dass ein digitales Werk, weil es nicht gedruckt, gelagert und verschickt werden muss, billiger kommt und und deshalb ein Teil der Kostenersparnis auch an die Käufer weitergegeben werden sollte. Eine Sichtweise, die die Buchbranche zwar nicht teilte, aber für den Absatz ihrer E-Books auf Amazon auch nicht verzichten wollte.

70 Prozent für Amazon

Doch anders als der weltgrößte Online-Händler will Apple den Verlegern freie Hand lassen, zu welchem Preis sie ihre digitalen Werke anbieten. Damit nicht genug: Kassierte Amazon in der Vergangenheit von jedem verkauften E-Book 70 Prozent für sich, bietet Apple den Verlegern 70 Prozent.

Streit mit Macmillan

Dass sein Unternehmen nicht weiter gewillt ist, sich von Amazon die E-Book-Preise diktieren zu lassen, machte John Sargent, Chef des Verlagshauses Macmillan, einer Tochter der deutschen Holtzbrinck-Gruppe, schon am Tag nach der iPad-Präsentation vergangene Woche deutlich. Seine Forderung an das Online-Kaufhaus: Mehr Geld für die bei Macmillan erschienen Werke, zu denen etwa die US-Bestseller Wolf Hall von Hilary Mantel oder The Gathering Storm von Robert Jordan und Brandon Sanderson gehören. Oder man werde die E-Books künftig über ein Agenturmodell vertreiben.

Kapituliert

Amazon glaubte, Macmillan die Stirn bieten zu können und entfernte am Freitag sämtliche Verlagstitel aus seinem E-Book- und Print-Sortiment. Doch schon am Sonntag erfolgte der Rückzug: "Wir müssen kapitulieren und Macmillans Bedingung akzeptieren, weil sie ein Monopol auf ihre eigenen Titel haben", hieß es in einer Erklärung (der WebStandard berichtete). Man wolle die Bücher den Kunden aber anbieten, auch wenn "die Preise für E-Books unnötig hoch sind." Künftig werden Macmillan-Titel 12,99 bis 14,99 Dollar kosten, bis zu fünf Dollar mehr als zuvor.

Google Editions

Die Reaktion Amazons zeigt, wie ernst der Online-Händler die Herausforderung Apples mit dessen Multimedia-Pad und iBook Store nimmt. Doch nicht allein von der Steve Jobs Company droht dem Marktführer bei digitaler Lektüre Konkurrenz. Auch der Internetkonzern Google will heuer noch mit seinem eigenem E-Book-Store, Google Editions, an den Start gehen. Google will den Verlegern ebenfalls ihre eigene Preisgestaltung ermöglichen, behält sich jedoch vor, auf eigene Kosten die Preise zu stützen. (red/ DER STANDARD Printausgabe, 2. Februar 2010)

Kommentar posten
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esistnichtwasesist
04.02.2010 13:08
jobs will den kindle kaputt machen...

aber wir werden es nicht zulassen ;-)

komisch, itunes verkauft songs generell um 99 cent, bei den buechern kann sich der verlag jetzt den preis aussuchen.

so who is evil?

Steffii
 
04.02.2010 13:46

Kosten leider nicht mehr generell 99Cent. Die Musikindustrie hat sich da leider "durchgesetzt" dass das Lied je nach Musiklaben €0,69 €0,99 oder €1,29 kosten.

Schwammhirn mit Ei
 
02.02.2010 20:11
Das soll ein Artikel sein?

Vielleicht gäbe es ja die Möglichkeit, irgendjemanden aus der Redaktion ein paar Stunden vors Internet zu setzen und die internationalen Medienberichte lesen und zusammenfassen zu lassen.

Dieser Artikel ist sehr oberflächlich und erklärt gar nichts über die Motivation von Macmillan, über oder sonst irgend etwas. Siehe z.B.:
http://www.tor.com/index.php... g&id=58701

Auch eine ganze Artikelserie bei The Guardian ist online zu finden...

Und hier gibt es den Versuch, das E-Book Theater zusammengefasst aufzubereiten, mit vielen, vielen Links...
http://www.kultplatz.net/content/a... lan-e-book

Peter W1
 
03.02.2010 01:59

Sie mussten ja ohne jeden Kontext Apple reinbringen. Alleine darum ging der Artikel, obwohl die Geschehnisse mit Apple und seinem witzigen Versuch in den eBook-Markt einzusteigen überhaupt nichts zu tun hat.

Vielmehr tobt der Kampf der Verlage gegen ihre Kunden schon ewig. Und jetzt hat Amazon halt nachgegeben.

Fuzzerl
03.02.2010 11:06
auch wenn jetzt alle ihre geräte anzupassen beginnen (google zuerst), hat da ja

ü b e r h a u p t  nichts mit apple zu tun, nein..... hihi du bis ein kindskopf

1010001010001010010
02.02.2010 20:05

es lebe die marktwirtschaft!

Retro
02.02.2010 19:39

Ich finde die Aktion von Amazon höchst problematisch - "nur" wegen einer Unstimmigkeit mit einem Publisher 1/6 des Buchbestandes nicht mehr zu verkaufen und damit die Kunden vor den Kopf zu stossen, sowie (noch viel wichtiger) den Autoren zumindest einen Teil der Lebensgrundlage zu entziehen, offenbart reinstes Monopolistendenken - ich gebe seit Jahren um die 1000€ pro Jahr für Bücher bei Amazon aus, ich frage mich ob es nicht Zeit wird, mal bei der Konkurrenz zu shoppen..

Das Blog von (SF-Autor) John Scalzi, in dem er die Situation als Autor beschreibt:
http://whatever.scalzi.com/2010/02/0... r-support/

gigngogn
03.02.2010 07:45
Ich glaube sie, und auch Scalzi, haben eine etwas verwirrte VOrstellung davon was Amazon ist. Amazon ist ein Laden, es verkauft Dinge und zwar über das Internet, das tut es, um damit Geld für seine Aktionäre zu verdienen.

Ich sagen ihnen auch was Amazon nicht ist
* Amazon ist nicht dafür da, Bedingungen von einem Teil seiner Lieferanten entgegenzunehmen und willfährig auszuführen
* Amazon ist nicht dafür da, Macmillan auch weiterhin sein defakto Monopol zu sichern und ein schönes Auskommen zu ermöglichen
* Amazon ist nicht dafür da, Autoren ein Auskommen zu ermöglichen!

Wenn Autoren bejammern das Amazon keine Macmillan Bücher mehr verkauft sollten sie die Schuld nicht bei Amazon, sondern bei Macmillan sehen und sich einen anderen Publisher suchen.

Das Nachgeben von Amazon halte ich für einen schweren Fehler der dem Ebookmarkt als ganzes sehr schaden wird.
Die Verlage halten an ihren uralten Geschäftsmodellen fest, bis sie untergehen, naja, was solls.

msk_at
02.02.2010 13:35

Kurios!!!!! Das Auftauchen eines zweiten Anbieters führt zu höheren Preisen für den Konsumenten. Ein Fallbeispiel für jeden BWL-Studenten.

h 90
03.02.2010 06:09

erinnert mich an Thailands Hotels.
Als die Touristen ausblieben, also viel Angebot, wenig Nachfrage.
Was passiert dann???

GENAU, die Preise sind extrem gestiegen.
Grund, auch von mehreren Hotelmanagern so erklaert:
Weniger Touristen, aber die gleichen Kosten. Also muessen weniger Touristen die ganzen Kosten tragen=hoeherer Preis.

Aber scheinbar gabs nach ein paar Monaten ein paar Anbieter die dachten wenn sie die Preise senken, dann kommen mehr Kunden.....Wirklich komische Idee.

berti russell
02.02.2010 20:57

sie glauben das mit dem "wettbewerb" wirklich?

aceFruchtsaft
02.02.2010 19:00

Wir vorher hatten wir halt eine beidseitige Monopolsituation weil Amazon fast das Monopol auf digitalen Büchervertrieb hatte, Macmillan das Monopol auf ihre urheberrechtlich geschützten Bücher. Nun hat Amazon an Marktmacht eingebüßt, folglich hat's eine schlechtere Position.

Die Konsumenten kommen bei dieser Überlegung eigentlich gar nicht ins Spiel.

Waldorf
 
02.02.2010 21:05

Doch, er bezahlt die höheren Preise.

h 90
03.02.2010 06:12

Oder er kauft gar nicht.
Ich wollte unlaengst ein Buch kaufen. Als ich mir durchgelesen habe wie ich entweder den Adobe Reader oder Microsoft Dings Reader registrieren muss und wie ich die weitergeben oder nicht weitergeben kann hab ich darauf verzichtet.
Weder will ich irgendjemand meine Details geben noch Stress haben falls ich meinen Computer neu aufsetze.

Graf Knoblauch, ein berühmter Vampir
02.02.2010 14:58

Die Standardantwort darauf: der Markt wird es schon regeln!

pi = 3
02.02.2010 13:29

ich find es ganz schön dreist von amazon, dass sie argumentieren, sie wollen die kostenersparnis an die kunden weitergeben, und dabei 70 prozent kassieren. da ist schon klar, in welche taschen die kostenersparnis fließen soll. unter berücksichtigung der preise für taschenbücher finde ich 10 dollar für die elektronische variante immer noch überteuert.

Stephen Ferrando
02.02.2010 16:54

damit subventioniert amazon die kosten für den kindle, dieser wird nämlich unter produktionswert verkauft.

Einst Erwin, jetzt wieder Hund...
02.02.2010 13:11
Die drei "Grossen Ws" des Journalismus:


Wer, Was

Gsi Berger
02.02.2010 16:13
Das dritte und größte W

ist doch sicher "Werbung"

NotDarkYet
02.02.2010 14:46
Die drei wichtigsten Zahlen

1, 2

DieFizinuss
02.02.2010 11:33

ja ihr lieben bücherwürmer, wir wissen, dass ihr lieber papier in der hand habts..darum gehts hier jetzt aber nicht.
tatsache ist, es ist unverständlich und skandalös von den verlagen, für e-books genauso viel verlangen zu wollen wie für den druck.

das problem ist wohl, dass sich die verlage erst dann tatsächlich kosten einsparen, wenn es kaum noch buchdruck gibt. denn die infrastruktur (druck, vertrieb) kann erst dann zurückgefahren werden, wenn ein gutteil der produkte nur noch digital vertrieben werden. selbes gilt übrigens für die printmedien.

h 90
03.02.2010 06:15

Nur sowas wie nicht mehr verfuegbar gibts nicht mehr.
Alles ist immer verfuegbar. Klar wirklich was bringen wirds erst wenn 50% EBooks sind.

hobsch
02.02.2010 11:32
Amazon gibt bei nach, E-Books werden teurer

Ähem, vollständige Überschriften zum selbermachen?

hitower
02.02.2010 13:32

Die ganze überschrift hätte 14,99 gekostet, die gekürzte version kostet weiterhin nur 9,99.

hobsch
02.02.2010 14:12

Grossartig, you made my day.

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