Das Gute an den EU-"Sanktionen"

1. Februar 2010, 21:46

Die Eingriffe der Union in den Nationalstaaten werden zunehmen: Das ist gut so

Wer sich die Rückschauen auf die diplomatischen Maßnahmen der EU-Partner gegen Schwarz-Blau zu Gemüte führt, kann sich eines Eindrucks kaum erwehren: Die Distanz zum Geschehenen hat hierzulande nicht zu einer abgeklärteren Betrachtungsweise, zu einem besseren wechelseitigen Verstehen der Ereignisse geführt.

Im Gegenteil, allein schon die Erinnerung an diese "harte Zeit" scheint bei manchen fast wieder zu einer neuen Emotionalisierung zu führen, zum Aufleben des trügerischen Gefühls, dass der eigene Standpunkt immer schon der richtige war. Die anderen da draußen sollten sich schämen.

Das ist deshalb schade, weil sich die EU-Welt seit dem Jahr 2000 weitergedreht hat. Ob man es will oder nicht - die Eingriffe und Maßnahmen aus "Brüssel" werden weiter zunehmen. Ob das nun im Rahmen einer immer engeren Wirtschafts- und Währungspolitik geschieht - Beispiel Griechenland. Oder wenn das Europäische Parlament etwa sehr bald schon nicht mehr hinnehmen wird, dass die Nationalstaaten im Bereich der inneren Sicherheit, der Migration, bei Asyl- und Grundrechten tun, was sie wollen. So wie bei "Swift" , dem Datenschutzabkommen mit den USA, das kippt. Überall, wo Gemeinschaftsrecht und Grundrecht betroffen sind, drohen den Einzelstaaten "Sanktionen" .

Von diesem Geist will man aber in Wien nichts wissen. Am besten lässt sich das wohl bei Andreas Khol nachlesen, einem der VP-Baumeister der Wende zu Jörg Haiders Stil und Inhalt. Man glaubt seine geröteten Wangerln geradezu vor sich zu sehen, wenn er im STANDARD-Interview zur Wirkung der "Sanktionen" sagt: "Es ging nicht mehr links gegen rechts, sondern Patrioten gegen vaterlandslose Gesellen." Verräter hieß es früher.

Kein Gramm Selbstkritik. Kein Funken von Verständnis dafür, dass die Maßnahmen eben nie Sanktionen gegen ein Land oder dessen Bürger waren, sondern der Versuch, deutlich zu machen, dass eine Union, die sich wirtschaftlich und politisch engstens zusammenschließt, eben nicht mehr in jedem Fall hinnehmen kann, was in der Regierung eines Mitgliedslandes geschieht; dass sie an einem gewissen Punkt auf das Bekenntnis zu den Grundsätzen pochen muss. Selbstverständlich: Weil klare Regeln fehlten, war die Durchführung der Aktion eher holprig. Aber es war doch immer klar, worum es ging.

Und das hat 2000 ja auch ganz konkrete Wirkungen gehabt, die die Adepten von Schwarz-Blau bis heute leugnen. Der Druck aus Europa hat dazu geführt, dass Haider sich aus der Koalitionskoordinierung verabschiedet, nach Kärnten zurückgezogen und die Parteiführung an Susanne Riess-Passer abgegeben hat. Das allein war schon positiv. Wäre es ohne "Sanktionen" geschehen?

Es gibt also durchaus gute Gründe, die Maßnahmen der 14 nicht nur schlecht zu finden, wie das zehn Jahre später Mode geworden zu sein scheint, auch in einem Journalismus, der kaum mehr als ein paar Monate zurückdenkt oder vorausschaut.

Das "Hineinregieren" in die Belange eines EU-Landes hat durchaus Zukunft. Wie jetzt bei Griechenland. Es ist mit seinen Budgettricks zur Gefahr für die Währungsunion geworden. Der griechische Finanzminister wurde von Kommission und Eurogruppe an die Kandare genommen. Man stelle sich vor, die Regierung in Athen würde so reagieren wie Schwarz-Blau im Jahr 2000. Ein Horror für unser Geld. (Thomas Mayer/DER STANDARD, Printausgabe, 2.2.2010)

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Bluestone
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Griechenland: Beihilfenempfänger-Budgetdefizit 2009:13%-vor €: wertloser Drachmen-Konvergenzkriterien erlogen

Österreich: Nettozahler-Budgetdefizit 2009:3,9%-vor €: Schilling (an harte-D-Mark gekoppelt)-Konvergenzkriterien erfüllt

Zu Sanktionen: selbst im EU-Parlament sieht man die von Chiraq angetriebenen Sanktionen gegen Österreich mittlerweile als unverhältnismässig an.
Nur Herr Mayer findet sie noch in Ordnung.
Dort, wo echte Rechtsradikale am Werk sind, ist die EU bis heute taub und blind.

Bluestone
00

So ein Blödsinn.

Selbst im EU-Parlament hat man mittlerweile eingesehen, daß die Sanktionen gegen Österreich unverhältnismässig waren.

Wo sind die Sanktionen z.B. gegen Ungarn, wo extremrechte ungeniert aufmarschieren und Roma ermorden? Oder in GB Holocaust-Leugner nicht bestraft werden KÖNNEN, weil es dort gar nicht strafbar ist? Was ist mit Lega-Nord, Front Nationale, usw....? Das ist alles in Ordnung?

Im übrigen vergleichen Sie GR als Beihilfenempfänger mit einem Budgetdefizit von 13%!! mit Österreich, einem Nettozahler mit einem Budgetdefizit von 3,9%. Die Grenze in der EU waren 3,7%.

Scheinbar lässt sich alles vergleichen, wenn man es vorher aus dem Zusammenhang reißt.

diamant
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Dieser Beitrag hat was!

Bin ja als progressief-Schwarzer eher ein Gegner der 'Sanktionen' gewesen, aber ich beginne die Sache jetzt auch mit anderen Augen zu sehen!

Bluestone
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Entschuldigung: was ist ein "progressief-schwarzer"?

Hafner
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Gibts schon eine Bürgerinitiative ...

.. Austritt aus der EU?

net-diver
 
01
Na...

... dann wollen wir mal demokratisch sein: Schauen Sie mal auf die Seiten der NFÖ (www.nfoe.at) und werden Sie 21. Mitglied.

diamant
01
Gruenden sie halt eine! Dies ist ein freies Land!

Viel Glueck dabei, denn als Dinosaurier werden sie es brauchen.....

Gegen Gewalt durch Gegengewalt
00

Nein, aber etliche Bürgerinitiativen für Austritt aus Nationalbarbareien, aber diese Bürger werden durch den Staat kriminalisiert ... unglaublich aber wahr

derfalke
14
An den EU-Sanktionen war nichts Gutes.

Das sieht man inzwischen in ganz Europa sogar bei den Sozialdemokraten ein.

Nur bei uns in Österreich gibt es immer noch einige ewig gestrige Linkslinke, die dieser illegalen Mobbingaktion krampfhaft etwas Positives abgewinnen wollen.

Pefo
00

Naja, falke,

ich bin zwar ein Flüchtling aus einem ehemals "kommunistischen" Land, muß aber ehrlich gestehen, daß mir "diese Linkslinken" bedeutend sympathischer sind als die Vögel, die sich in der braunen Sauce suhlen.

Bluestone
00

Warum sind Sie sich dann von der linslinken-kommunistischen Umgebung geflohen, wenn Sie Ihnen so sympathisch ist?

Unser Sozialsystem finden viele sympathisch.....

Pefo
00

Sie haben Probleme mit dem sinnerfassenden Lesen, Bluestone.

Ich habe nur erklärt, für Sie natürlich schwer verständlich, daß mir die braune Brühe unsympatisch ist, nicht aber, daß ich die Mehrheit der Österreicher dort ansiedle. Daher kann ich hier gut und angenehm leben.
Das Sozialsystem war auch in der CSSR kein schlechtes, hier aber konnte ich mich selbständig machen und dank meiner Leistung unabhängig von Seilschaften gut leben, ohne die es in Österreich schwer ist, voranzukommen. Schauen Sie bspw nach Kärnten, wo die, die sich als "Fleißige und Anständige" bezeichnen, eigentlich auf Kosten des Staatsbürgers leben, nur weil sie rücksichtslos genug sind.
Übrigens, ich käme auch in Prag sehr gut zurecht, unabhängig vom Sozialsystem, Sie

Bluestone
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Pefo, Sie scheinen noch nicht lange genug in diesem Land zu sein, um zu wissen, was ihre "linkslinken" chaotischen Freunde unter Umverteilung verstehen.

Ein Paradebeispiel in Österreich dafür ist die Pankahyttn. Solche sinnlosen Projekte, die nur die die Sozialschamarotzer still halten sollen, gibt hier zu Haufe.Das dürfen Sie mit Ihren Steuern gleich mitfinanzieren, sollten Sie Gewinne ausweisen.

Sie haben leider übersehen, daß es zwischen der "braunen Sauce" und "linkslink" auch noch die Mitte gibt.

Pefo
00

Ich habe Ihnen schon erklärt, Bluestone,

daß Sie zweifelsohne Probleme mit sinnerfassendem Lesen haben, denn sonst hätten Sie verstehen müssen, daß ich die Mehrheit der Österreicher in der Mitte des politischen Spektrums sehe, wo auch ich mich befinde (dies haben Sie entweder über"lesen" oder konnten es sich einige Minuten lang nicht merken).

Wenn Sie mich in Ihrem Wahrnehmungsbild linkslink sehen, müssen Sie sich rechtsaußen befinden, dort, wo man sich wieder einen Adolf H. wünscht.

Jedenfalls finanzierte ich mit meinen Steuern, müßte ich mich entscheiden, lieber die Pankahyttn als Naziideologien.

net-diver
 
01
Hehe...

... wenn Sie sich über ewig Gestrige aufregen hat das schon was.

skip it
10
es war hoch an der zeit,...

...diesem misthaufen einmal einen spiegel vorzuhalten.

KTHXBYE
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Die Eingriffe der Union in den Nationalstaaten werden zunehmen: Das ist gut so

Die Austritte der Nationalstaaten aus der Union werden zunehmen: Das ist gut so

Pefo
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Na, Prophet KTH...,

wenn Sie schon alles so genau wissen, sagen Sie uns, welcher Staat wird als erster austreten?

net-diver
 
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Hmmm...

... 0x1=?, 0x2=?

diamant
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Also ich google und google und find keinen Staat der jemals aus der EU ausgetreten ist!

Helfens ma weiter?

Bluestone
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werden austreten...Zukunft-daher nichts im Google ;-)

Bluestone
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...."werden zunehmen"..... Zukunft

Suchen im Google....Vergangenheit+Gegenwart

Blick Winkel
17
"Die Distanz zum Geschehenen hat hierzulande nicht zu einer abgeklärteren Betrachtungsweise, zu einem besseren wechelseitigen Verstehen der Ereignisse geführt"

Was ist da so schwer zu verstehen?

Das war einer der größten EU Skandale überhaupt, den jetzt manche Leute zwanghaft schönreden wollen.

Die "diplomatischen Maßnahmen" haben unserer Wirtschaft einen enormen Schaden hinzugefügt und soll werden nicht so schnell in Vergessenheit geraten. Wenn man den aktuellen Rechtstrend in allen EU Staaten beobachtet, dann fragt man sich schon wo jetzt das politsche Gewissen ist?

Österreich wurde im Kollektiv zum Sündenbock gemacht und auf unterstem Niveau behandelt wie ein Schwerverbrecher.

net-diver
 
01
Welchen...

... wirtschaftlichen Schaden denn? Bitte um konkrete Beispiele.

Blick Winkel
01
Es wurde sogar gezielt dazu aufgerufen

keine Produkte aus Österreich zu kaufen! Und was glauben sie wie lange sich solche Sachen in den Hinterköpfen gespeichert halten ("Haider=N.ziland"). Es vergeht viel Zeit bis der dieser negative Beigeschmack verschwunden ist..

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