Steuern

Wo der Staat Geld holen will

01. Februar 2010 17:48

SPÖ und ÖVP planen neue und höhere Steuern

Wien - Angesichts des hohen Budgetdefizits bereitet die Regierung die Österreicher langsam, aber sicher auf Steuererhöhungen vor. Die SPÖ wälzt derartige Pläne schon länger, zuletzt kamen auch von ÖVP-Seite mehrere Vorstöße.

Aus welchen Steuererhöhungen könnte oder will die rot-schwarze Regierung schöpfen?

  • Mehrwertsteuer: Der einfachste Weg zur Budgetsanierung wäre wohl eine Anhebung der Mehrwertsteuer. Ein Weg, den Deutschland 2007 ging mit einer Erhöhung von 16 auf 19 Prozent. In Österreich liegt der Mehrwertsteuersatz derzeit bei 20 Prozent. Eine Anhebung um einen Prozentpunkt würde rund eine Milliarde Euro bringen. Vor allem SPÖ-Chef Werner Faymann lehnte bisher eine Anhebung der "Massensteuern" ab.
  • Mineralsteuer: Viel Geld ließe sich auch mit der von der ÖVP angedachten Erhöhung der Mineralölsteuer (MöSt) holen. Bei einer Erhöhung um zehn Cent pro Liter (derzeit 44,2 Cent für Benzin, 34,7 Cent für Diesel) könnte der Staat laut Wifo eine Milliarde Euro zusätzlich lukrieren. Im Vorjahr flossen 3,8 MöSt-Milliarden in die Staatskasse. Weil der Steuersatz in Deutschland deutlich höher ist (um 21,2 Cent je Liter Benzin bzw. 12,3 Cent je Liter Diesel), kommen viele Deutsche zum Tanken nach Österreich - gut für die Tankstellen in der Grenzregion, schlecht für die heimische Klimabilanz. Daher stellte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) zuletzt die Anhebung der MöSt auf deutsches Niveau in den Raum. Er liegt damit auf einer Linie mit den Empfehlungen von Experten wie Margit Schratzenstaller (Wifo) und Karl Bruckner (Kammer der Wirtschaftstreuhänder), die auch für zusätzliche Steuereinnahmen über Energiesteuern plädieren.
  • Vermögenszuwachssteuer: Sowohl SPÖ als auch Teile der ÖVP sprechen sich für eine Ausdehnung (VP) bzw. Streichung (SP) der Spekulationsfristen auf Aktiengewinne und Immobiliengeschäfte aus. Eine Streichung der Spekulationsfrist könnte laut Wifo rund 200 Millionen Euro bringen, die AK rechnet mit bis zu 400 Millionen.
  • Bankenabgabe Da gilt derzeit: Die SPÖ will sie, die ÖVP schwenkt zunehmend darauf ein. Außenminister Michael Spindelegger (VP) schlug beim Weltwirtschaftsforum in Davos eine risikoabhängige Abgabe vor, die 500 Millionen Euro bringen könnte, eine Summe, die auch Faymann anstrebt.
  • Finanztransaktionssteuer: Wird von Rot und Schwarz begrüßt und würde jede Art von finanzieller Transaktion (z.B. Devisengeschäfte) mit einer Steuer im Promillebereich belasten, könnte nach Expertenansicht aber nur im europäischen Gleichklang eingeführt werden. Die Schätzungen reichen je nach Höhe der Abgabe von 320 Millionen bis 2,2 Milliarden Euro.
  • Börsenumsatzsteuer: Sollte die Einführung einer europäischen Finanztransaktionssteuer nicht gelingen, plädiert die SPÖ für die Wiedereinführung der von der schwarz-blauen Koalition abgeschafften Börsenumsatzsteuer. Bis 1. Oktober 2000 mussten Anleger für alle Aktiengeschäfte 0,15 Prozent des Geschäftsvolumen an den Staat abführen. Derzeit haben laut Wifo noch neun EU-Staaten inklusive Großbritannien mit dem wichtigen Börsenplatz London so eine Abgabe. Einnahmenpotenzial laut Wirtschaftstreuhänderkammer: 100 bis 150 Millionen.
  • Stiftungen: Die SPÖ drängt seit Jahren auf höhere Steuern für Stiftungen und will die ermäßigte Kapitalertragssteuer innerhalb von Stiftungen (12,5 statt 25 Prozent für nicht entnommene Kapitalgewinne) streichen. Die AK hält Zusatzeinnahmen von mehreren 100 Millionen für möglich. (APA, nim/DER STANDARD-Printausgabe, 2. Feber 2010)
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Posting 1 bis 25 von 35
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naihoit
02.02.2010 07:52
Was denen alles einfällt,

nur um manche Formen von Einkommen nicht Einkommen nennen und gleich wie Lohn oder Gehalt besteuern zu müssen.

mikromalist
 
02.02.2010 09:58
Völlig korrekt,

besser wäre, alles Erträge nennen und Summen-Erträge besteuern. Ich befürchte aber, die meisten Parlamentarier verstehen nicht, was Erträge sind.
Dann sagen wir eben einfach: alles, was von einem Wirtschaftskörper in eine private "Tasche" fliesst (Einkommen+Gewinn+Dividenden+Zinsen+Tranferzahlungen) ?
Und umgekehrt. alles was von einer privaten Tasche in einen Wirtschaftskörper fliesst (MWST).
Die Ertragssteuer progressiv und eine hohe MWST mit eine fixen Rückzahlung (zB +10% und EUR 300 / Monat fix zurück) leistete auch noch eine einfache, wirksame Umverteilung.
Aber, DAS will die Almosenpolitik nicht. Da hechelt sie lieber hinter Vermögen, Erbschaften, Bilanzsummen, ... her. Als Placebo.

Minimonk
02.02.2010 06:46
Read my lipps: No more taxes


http://www.ots.at/presseaus... 01_OTS0077

Vorratsdatenspeicherung = Verfassungswidrig!
02.02.2010 01:21
ausgaben verringern - keine neuen steuern!

die österreichischen steuern sind im EU-Schnitt in den top 5!
wollen wir das land mit den meisten steuerabzügen werden?

Andreas B
01.02.2010 23:22
Eine Anhebung der Mehrwertssteuer...

... wäre ein Schlag gegen den "einfachen Mann" (von mir aus auch der einfachen Frau) sowie gegen die Mittelschicht. Es kann nicht sein, dass man die Massen besteuert, wenn diese Krise ganz klar von den reichsten Leuten der Welt herbeigeführt wurde. Deshalb lieber eine Finanztranskationssteuer, Vermögenszuwachssteuer, Börsenumsatzsteuer und auch Bankenabgaben.

also dann ...
01.02.2010 22:09
und immer wieder : steuern auf vermögen RAUF - auf arbeitseinkommen RUNTER !

wenn man die vermög.bez.steuern auf eu-niveau
(2,1 % des BIP - Ö 0,6%) erhöht, ergäbe dies
ca. 4,2 mrd ( ! ) an mehreinnahmen.
diese wohlfeil... auf
- z.b. grundsteuern (privatvermögen)
- vermög.zuwachststeuern
- und kapitaltransfersteuern (die böst beträgt in GB ca. 0,5 % = für Ö allein ca. 600-700 mio !)
aufgeteilt, ist allemal konj.schonende möglich.

eine mwst-erhöhung in der rezession (das wachstum f. 2010 ist ja wishfull thinking) ist kontraproduktiv
- ist auch kein geheimnis.

energiesteuern - ja, mit rücksicht auf geringverdiener/verbraucher.

banken-sondersteuer :
ja - das sie ja die st.hilfen als dividenden ausschütten...
besser wäre :
- pflicht zur eig.kap.erhöhung
- umwandlg. d. partiz.kap. in eigenkapital !

Abzocke
01.02.2010 22:05
Was brächte denn die Streichung der Parteienfinanzierung?

Andreas B
02.02.2010 00:37

ein Ende der Demokratie.

xerxes
02.02.2010 07:47

...welcher Demokratie ?

p.s. Ist unsere Kleptokratur erstrebens- und förderungswert ?

xerxes
02.02.2010 11:56

Rote Stricherln beantworten keine gerechtfertigten Fragen...

Achilles pseudonym
 
01.02.2010 23:12
korrupte politiker

die nur noch tun, was das spendende kapital von ihnen will.

xerxes
02.02.2010 08:02

Bitte zwischen Theorie und Praxis unterscheiden.

Ö hat eine der höchsten staatlichen Parteiförderungen weltweit.

Und wie wirkt sich das auf das Verhalten unserer Volks[ver]treter aus ?

Naja, wir erleben es täglich...

Gobi Todic
01.02.2010 21:37
Finger weg von Massensteuern!

Mehrwert- und Mineralölsteuer in Ruhe lassen. JETZT sind endlich mal die Reichen dran, und nicht die Mittel und Unterschicht.
...
Bitte folgende Themen umsetzen, dann wird auch kein Arbeiter, Angestellter, Beamter oder Bauer geschröpft, sondern dezidiert nur die REICHEN:
...
http://www.akstmk.at/online/6-... 51870.html
...
p.s.: bei der Mineralölsteuer wird immer auf die österreichische Nova vergessen - Absicht?

Achilles pseudonym
 
01.02.2010 23:13
stimmt...

die nova könnte ma auch noch erhöhen. danke. gute idee!

Gobi Todic
01.02.2010 23:36
sie schauen also

weiterhin darauf dass die oberschicht nichts brennen muss. sehr brav.

Achilles pseudonym
 
02.02.2010 12:29
wenn ich mich nicht täusche...

kauft die oberschicht die grossen teuren neuwagen.

die unterschicht die alten gebrauchten oder gar keinen.

der motorisierte individualverkehr ist ökonomischu nd ökologisch eine sackgasse. hohe steuern um diesen einzudämmen und neue wege zu finden ist daher sinnvoll.

Gobi Todic
02.02.2010 13:07
auch die

mittelschicht und die arbeitende unterschicht zahlt nova - vonn 500 euro bei einem kleinwagen bis 2000 euro bei einem familienvan ist alles drin.

und was sie vergessen: die nova ist ja auch im gebrauchtpreis enthalten - vergleichen sie einfach mal die gebrauchtpreise österreich /de /it.

die working poor am land kaufen sich eben einen 1000 euro corsa oder fiesta - die sind dann eben wieder mit höheren mineralölsteuern dran.

Achilles pseudonym
 
02.02.2010 19:04
hab nie behauptet...

das die nova verschwindet, wenn die autos gebraucht sind.

übrigens, noch nicht gesagt, die deckelung der nova mit 16% ist ebenfalls ein zu streichen.

Marilynn E.
Marilynn E.
01.02.2010 21:55

Also die Luxussteuer bei der USt ist wohl etwas lächerlich. Bei der Grundsteuer wird das nicht so einfach sein, alle bis 500.000 aus Erhöhungen auszunehmen und dafür bei den anderen 1 Milliarde draufzuschnalzen. Da wird man wohl für alle die Grundsteuer erhöhen müssen - die ist derzeit aber eh so lächerlich niedrig, daß das kein Problem sein sollte.

Das Problem ist eher, daß diese Vorschläge zur Budgetsanierung gedacht sind. Wir haben jetzt schon eine extrem hohe Abgabenquote auf den Faktor Arbeit. Wenn man da jetzt andere Bereiche mehr besteuern will, müssen dort die Steuern runter.

Anton D.
01.02.2010 22:43
Was spricht dagegen, mit einer spürbaren Grundsteuer

- seit Jahrzehnten wurden die Einheitswerte nicht angepaßt- auch den Gemeinden eine ordentliche Finanzbasis zu geben. Natürlich müßten auch die großen Grundvermögen endlich in eine wirksame Besteuerung einbezogen werden. Mit Freigrenzen könnten man die irrationalen Ängste der Eigenheimbesitzer beruhigen. Sollte das wegen des Bauernbundes nicht möglich sein, muß man wohl in Zeiten wie diesen an die Streichung von Subventionen denken.

Marilynn E.
Marilynn E.
01.02.2010 23:15

gar nichts spricht dagegen, würde die grundsteuer sofort verdreifachen. allerdings eben für alle und nicht nur für eine kleine menge - da kommt nicht viel raus oder die werden extremst belastet.

schauen Sie sich mal die immobilienpreisetnwicklung der letzten 10 jahre an. da sind die preise explodiert, was in den meisten fällen überhaupt nichts mit einer steigerung der leistungsfähigkeit der eigenheimbesitzer zu tun hatte.

die zwei größten grundeigentümer in österreich sind der staat und die kirche. beide sind befreit, ersterer naheliegender weise. würde die kirche grundsteuer zahlen wie alle anderen auch, dann würde da wahrscheinlich schon einiges reinkommen.

Streichholzmädchen
 
01.02.2010 21:33
also...

... ich finde alle Vorschläge bis auf die Mehrwertssteuer sehr angenehm und sinnvoll. Vor allem die Mineralölsteuer (und ja, ich fahre 2 Autos!)

Charly Blecher
02.02.2010 08:13
zwei autos fahren?

wie geht das?

datenPunk
01.02.2010 20:54
als ich heute die gehälter überwiesen habe

und dann so dinge wie dienstgeberbeitrag und zuschlag zum DB eingegeben habe, die ich zusätzlich zu allen lohnnebenkosten löhen darf, habe ich mich gefragt ob ich eigentlich deppert bin.
aber was solls - im sommer und zu weihnachten zahl ich ja dann eh alles doppelt.
bsonders bei der GKK verstehe ich das ja total ....

die sollen alle ....

Achilles pseudonym
 
01.02.2010 23:14
schauen sie halt mal...

wie gut ihr geschäft ohne mitarbeiter geht, und ob dann mehr oder weniger übrig bleibt.

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