Vor "AUA-Gipfel"

Robin Hood will Finanzhilfe

01. Februar 2010 15:04

Die steirische Regionalflugfirma wirft AUA einen Vernichtungsfeldzug vor

Wien - Vor einem vom steirischen Landeshauptmann für Donnerstag (4. Februar) einberufenen Gespräch mit der AUA-Spitze schießt der steirische Regionalflugunternehmer Georg Pommer ("Robin Hood Aviation GmbH") scharf gegen die jetzt der Lufthansa gehörende Austrian Airlines (AUA). Er wirft der AUA vor, mit steuerfinanzierten Marktverdrängungstarifen auf Bundesländerstrecken Verluste zu machen, "die man von den Ländern bezahlt haben möchte."

"Lang halten wir das nicht durch", sagte Pommer am Montag zur APA. Er hat deshalb an den steirischen Landeshauptmann Franz Voves (S) geschrieben. Zugleich kündigte Pommer an, dass steirischen Unternehmern noch im ersten Quartal Anteile an der Gesellschaft Robin Hood zum Kauf angeboten werden sollen. Im Lauf des Jahres könnten Private und Wirtschaftstreibende die Mehrheit übernehmen.

"Wir urgieren insbesondere wegen des Vernichtungsfeldzugs und des Angriffs auf steirische Arbeitsplätze die aliquote Unterstützung des Landes im selben Ausmaß, wie sie die AUA 2009 als Rettung in Form einer Staatshilfe bekommen hat", heißt es im Schreiben an Voves.

Pommer spricht von "steuerfinanzierten Kampfpreisen" bei der AUA, die zur Zeit auf der Strecke nach Zürich "ebenso skandalös wie unverschämt" gegen Robin Hood vorgehe und Zürich-Flüge um 50 Euro verkaufe, das bedeute 12,50 Euro je Teilstrecke (Graz-Wien-Zürich und zurück). Auf der Stuttgart-Route habe Austrian Robin Hood schon "weggedumpt."

Dass die AUA jetzt bei Landeshauptleuten regionale Unterstützungen verlangt (Pommer: "die Verluste der Zubringerverbindung nach Wien sollen vom Land Steiermark übernommen werden") empört den Regionalflieger besonders. Zumal die Verluste "ganz offenbar auch deswegen zustande kommen, weil man damit ein steirisches Unternehmen aus dem Markt werfen möchte."

Fluglinie fühlt sich gefährdet

Robin Hood (35 Mitarbeiter) fühlt sich damit jetzt zunehmend in der Substanz gefährdet. Man werde im Februar "während der politischen und internen Entscheidungsfindung", wie Pommer erklärt, den Verkehr nach Zürich reduzieren müssen. "Aus Protest gegen die eklatante Ungleichstellung ..." habe das Robin-Hood-Personal eine Bestreikung der Flüge vom 15. bis 19. Februar angekündigt, schrieb Pommer am Montag an die Medien.

Zur AUA-Forderung nach regionaler Subvention vom Land verlangt Robin Hood die "sofortige parallele Einbeziehung in ebensolche Verhandlungen", wie Pommer formuliert. Auch müsse offengelegt werden, wie (Wirtschaftsförderung, Marketingzuschüsse mittels Tourismusförderung, Flughafengebührenermäßigung) eine solche Förderung fließen soll.

Die AUA-Spitze hat mehrere Länderchefs (Kärnten, Steiermark, Oberösterreich) angeschrieben, Kernforderung: Verlustabdeckung oder radikale Ausdünnung der Flüge bzw. Ersatz durch Bus-Shuttle. Am Donnerstag stellt der AUA-Vorstand bei Voves die Sparpläne vor. (APA)

Kommentar posten
11 Postings
Cuzco
04.02.2010 08:50
Dreht seine Bude zu!

Der Typ ist einfach entbehrlich.

hui_buh
04.02.2010 16:38
-

genauso wie dein kommentar

mortibus
02.02.2010 14:04
Wie kommt eigentlich die Allgemeinheit dazu...

...für sinnlose Kurzstreckenflüge inklusive Umweltverschmutzung und Lärmbelästigung mit Steuermitteln zu zahlen? So weit kommt's noch.

Jukebox
01.02.2010 16:50

Zusperren - jetzt!
Darin hat Pommer, nach StyrianSpirit (Pleite), FairLine (Pleite), ClevAir (nicht mal gestartet) und jetzt Robin Hood, für die letzten acht Jahre eine beachtliche Erfahrung.

Und wer ist schuld? Immer die anderen. Natürlich.

Radi Ator
02.02.2010 08:04
styrian spirit

was hat pommer mit der pleite von styrian spirit zu tun? dort war meines wissens ein gewisser lenz (aber auch mit einschlägiger erfahrung) am werk.

Jukebox
04.02.2010 22:31

Pommer war vor der FairLine im Management von Styrian.

hui_buh
01.02.2010 22:24
Sie verstehen es anscheinend nicht.

Birnen bitte nicht mit Äpfeln vergleichen, die vorigen Airlines sind nicht mit der aktuellen Lage zu vergleichen und sollten nicht als Urteil dienen.
Hier geht es um die bereits bezahlte "Förderung" von 500mio eur an den Stärksten am österreichischen Markt (niemand sonst hat Förderungen dieser Art erhalten und allen geht es schlecht)
und der jetzigen Forderung an ein Bundesland "verlustbringende" Strecken wie Graz-Wien mit Steuermitteln abzudecken.
Wenn diese verlustbringende Strecke nur deshalb Verlust einbringt weil man zB. Niedrigstpreise gegen die steirische Airline auf de(re)n Markt bringt dann sollte das einem steir. Landeshauptmann schon zu denken geben für wen/was er da ein paar mühsam zusammengesparte stEUROS ausgibt!

jeffk
01.02.2010 16:23

sorry aber die zeiten in denen man ~500€ für ein graz - zürich verlangen konnte sind vorbei
und mit einer saab 340 wird man heutzutage nicht mehr leben können, ist halt mal so

super web checker
01.02.2010 15:32
steirischer Kasperl,

sag doch gleich was du willst: Geld vom Steuerzahler!

stare @ goats
01.02.2010 15:45

Das sagt er gerade nicht. Die AUA bietet die Flüge zu Dumping-Preisen an. Hier geht es um den Missbrauch von Marktmacht.

Peter Pan
03.02.2010 00:50

Wenn der Niki um ein paar Euro fliegt, dann ist es ein SUUPER ANGEBOT!!!
Wenn die AUA um ein paar Euro fliegt sind es UNERLAUBTE DUMPINGPREISE!!!!!

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