Gaza-Krieg 2009

Israels Armee bestraft zwei Offiziere wegen Phosphor-Einsatzes

1. Februar 2010, 19:00

Soldaten hatten Beschuss einer UN-Einrichtung mit umstrittenen Granaten angeordnet

Jerusalem - Die israelische Armee hat zwei ranghohen Militärs eine Rüge erteilt, weil diese mit dem Einsatz von Artilleriefeuer in Wohngebieten während des Gaza-Kriegs Menschenleben gefährdeten. Ein israelischer Armeesprecher sagte am Montag weiter, es liefen noch 150 Untersuchungen gegen israelische Soldaten, davon mindestens 29 wegen des Verdachts einer kriminellen Absicht. Nach dem Vorwurf der Kriegsverbrechen während der dreiwöchigen Offensive vor einem Jahr hatte Israel am Freitag bei den Vereinten Nationen in New York eine schriftliche Antwort übergeben. Seitdem sind Details aus dem Dokument bekanntgeworden, wie der Fall der beiden ranghohen Offiziere.

Nach israelischen Medienberichten vom Montag handelt es sich bei den gerügten Militärs um den Gaza-Kommandeur Ejal Eisenberg und einen Brigadekommandeur der Infanterie-Einheit Givati. Am 15. Jänner 2009 hatte die israelische Armee während eines Feuergefechts mit militanten Palästinensern in Gaza ein Gebäude des UN-Flüchtlingshilfswerks UNRWA getroffen, in dem Hunderte von Zivilisten Schutz gesucht hatten. Mit dem Einsatz von Artilleriefeuer in zivilem Wohngebiet hätten die Militärs ihre Kompetenzen überschritten und Menschenleben gefährdet, hieß es laut Medienberichten in der Antwort Israels.

Drei Artilleriegranaten und sieben Phosphorbomben

Nach dem Untersuchungsbericht des südafrikanischen Richters Richard Goldstone zum Gaza-Krieg wurde das UNRWA-Gebäude von drei Artilleriegranaten und sieben Phosphorbomben getroffen. Die Rüge bezog sich jedoch nach Angaben des Armeesprechers nur auf das Artilleriefeuer. Israel hatte in dem 46 Seiten langen Schreiben an UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon darauf hingewiesen, dass sein Militär die Anschuldigungen bereits gründlich untersucht habe. Auch die Palästinenser teilten Ban mit, dass sie einen Ausschuss aus angesehenen Richtern und Rechtsprofessoren gebildet hätten, der jetzt umfangreiche Ermittlungen einleiten werde.

Ban will die Informationen am kommenden Freitag (5. Februar) an die UNO-Vollversammlung weiterreichen. Das Gremium hatte die beiden Konfliktparteien im November aufgefordert, innerhalb von drei Monaten Untersuchungskommissionen einzusetzen, die dem Vorwurf der Kriegsverbrechen unabhängig und glaubwürdig auf den Grund gehen. Israel hat jedoch eine weitere Untersuchung bislang abgelehnt und hofft, mit der schriftlichen Antwort entsprechenden Forderungen ausweichen zu können. Während des Kriegs wurden nach palästinensischen Angaben mehr als 1.400 Menschen getötet und weitere 5.500 verletzt. Auch 13 Israelis kamen ums Leben.

Irit Kahan, ehemalige Leiterin der internationalen Abteilung der israelischen Generalstaatsanwaltschaft, sagte am Montag, die Militärs hätten möglicherweise eine Strafverfolgung vor einem internationalen Gericht zu befürchten. "Wenn der Vorfall als Kriegsverbrechen eingestuft werden sollte, ist aus internationaler Sicht ein Disziplinarverfahren der Armee nicht ausreichend", sagte sie dem israelischen Online-Dienst "ynet". Sie bemängelte die Tatsache, dass keine unabhängige israelische Untersuchungskommission zum Gaza-Krieg eingerichtet wurde. "Die ganze Sache würde dann anders aussehen", sagte sie.

Racheakte befürchtet

Der mysteriöse Tod eines Hamas-Funktionärs in Dubai hat Sorge vor Racheakten geweckt. Die israelischen Streitkräfte bestätigten, dass sie ihren ranghohen Offizieren im Ausland zu erhöhten Sicherheitsvorkehrungen geraten haben, nachdem die Hamas Israel Vergeltung für den Tod Mahmud al Mabhouhs angedroht hatte. Mabhouh soll eine zentrale Rolle beim Waffenschmuggel in den Gazastreifen gespielt haben. Die Hamas hat den israelischen Geheimdienst Mossad für seinen gewaltsamen Tod verantwortlich gemacht.

Mabhouh war nach israelischen Angaben maßgeblich an der Beschaffung moderner Raketentechnologie aus dem Iran beteiligt. Nach Hamas-Angaben wurde er am 20. Jänner in seinem Hotelzimmer in Dubai mit einem Stromschlag bewegungsunfähig gemacht und stranguliert. Frühere Hamas-Angaben, wonach Mabhouh vergiftet worden sei, wies ein Führer der Bewegung am Montag zurück.

Vor einem israelischen Gericht wurden unterdessen zwei mutmaßliche Hamas-Mitglieder angeklagt, Anschläge auf zivile Ziele in Israel geplant zu haben. Der 24-jährige Marad Kamel und der 25-jährige Marad Namr sollen nach Informationen des Inlandsgeheimdienst Shin Bet von der Hamas in Jordanien angeworben sein. Zu ihren Zielen gehörten Busbahnhöfe in Beer Sheva und in Jerusalem, ein Einkaufszentrum in Jerusalem, ein Tel Aviver Hotelviertel und ein Militärstützpunkt im Raum Tel Aviv. Auf einem USB-Stick seien Fotos, Videos und Anschlagspläne gefunden worden. (APA/apn)

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der Rabe
13
eine Rüge - für Kriegsverbrechen!


das nenne ich eine humane Justiz!

FSK
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hier zeigt sich wieder was israel von anderen unterscheidet:

hart zu sich selbst und zu den eigenen Leuten, während man den Terroristen Freischüsse noch und noch zugesteht

Carlito336
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ja, man kann so was auch mit Humor nehmen

zimbo
 
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Wie lächerlich !

tarte tatin
27
nebelkerzen

na, und ich dachte, es wären gar keine phosphorbomben eingesetzt worden, wie uns die isr. soldateska und ihre apologeten hier immer wieder eingetrichert haben...

egal, den opfern nützt das alles nichts mehr.

Andreas S.
11

vor einem jahr wurde es dir erklaert, und du hast es nicht verstanden? Noch ein versuch:

es wurden keine WP brandbomben verwendet.
es wurden WP rauchbomben verwendet.

mistvieh666
 
01

es sind rauchgranaten mit weissen phosphor eingesetzt worden. die saloppe ausdrucksweise, derer sich der standard bei einigen themen bedient ist irrefuehrend. da geht es jetzt nicht darum waffenexperte zu sein, sondern das thema rauchgranaten ist vor einem jahr wochenlang diskutiert worden.
im ersten satz vom haaretz link steht ueberigens genau das gegenteil von der standard ueberschrift:
"The Israel Defense Forces on Monday denied that two of its senior officers had been summoned for disciplinary action."

Enrico Furioso
11
Hat Haaretz

den Artikel umgeschrieben? Denn in dem vom Standard zitierten Artikel heißt es nämlich:

"The Israel Defense Forces on Monday denied that two of its senior officers had been summoned for disciplinary action ... But the IDF on Monday flatly denied that Division Commander Brig. Gen. Eyal Eisenberg and Givati Brigade Commander Col. Ilan Malka been subject to disciplinary action by GOC Southern Command Maj. Gen. Yoav Gallant. It did not deny that the munitions were in fact used during the war, however."

Kurz: Israel (bzw. die IDF) gesteht zu, dass Granaten mit weißem Phosphor zum Einsatz kamen, der Vorfall als solches wird also eingestanden, aber die dafür verantwortlichen Offiziere wurde nicht bestraft.

miss chicken
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wird eine armee der kriegsverbrechen beschuldigt,


ist es sicher nicht sache dieser armee darüber zu gericht zu sitzen.
den bock zum gärtner machen, das ist nicht die lösung.
für kriegsverbrechen sind internationale gremien zuständig.

the falling man
73
und die zweite gute nachricht zum tag:

die hamas führung hat 3 kämpfer bestrafen lassen, weil sie im gaza krieg waffen und munition in ambulanz-fahrzeugen transportiert haben. hoppla -das war eine zeitungsente....

Miss Talisker
11
hoppla,

"Israels Armee bestraft zwei Offiziere" ist ja auch nur eine Ente!

http://www.haaretz.com/hasen/spa... 46638.html

Dark Angel
 
03

Würde mich interessieren, ob diese Disziplinarstrafe Tür und Tor für Zivilprozess öffnet (Schadenersatz etc..) bzw. ob die Staatsanwaltschaft jetzt wegen fahrlässiger Tötung (oder was ähnlichem) ermitteln wird.

Trotz allem und trotz häufiger Kritik meinerseits an Israel: Hut ab! Das waren keine Grundwehrdiener, die hier abgestraft wurden. Insofern bleibt die Hoffnung, dass der Staat Israel die Aufklärung möglicher Kriegsverbrechen doch intensiver betreibt als seinerzeit während der 82er Offensive.

flasitsch, 1.
10
und hier ein Artikel aus dem selben Blatt, in dem

das Gegenteil steht:

http://www.haaretz.com/hasen/spa... 46638.html

wieso ist die rosa Zeitung eigentlich immer so geil d'rauf aus haaretz zu zitieren?

ranchorelaxo
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hmmm...disziplinarstrafe bedeutet?

zwangsurlaub bei vollen bezügen wie bei unseren politkasperln, bankstern, managern,beamten?

Gegenstimme1
00
War ja eh klar

<strong>So und jetzt noch die Hamas</strong>

Kein Witz
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HTML Tags

funktionieren bei postings nicht!!!!

Der Waehlerwille
 
92
gut so und richtig so

aber selbst daraus werden israelfeinde diesem kleinen land wieder einen strick zu drehen suchen.

WAKU
28
Naivität

ist wenn man sich die Realität selber schafft.

der Rabe
11
Naivität ist auch,


wenn man Ablenkungsmanöver für das eigentliche Manöver hält,
oder wenn man sich blöder stellt als man ist.

entity13
67

Es ist zwar gut und richtig, das die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden, aber leider bleibt zu Vermuten, das sie die Bombardierung einer UNO-Hilfsorganisation mit Phosphorgranaten gut heißen (das braucht/kann man eigentlich eh' nicht weiter kommentieren).
Ist ihnen schon mal in den Sinn gekommen, das sie mit Aussagen wie dieser sicher die Feindschaften gegen Israel noch schüren? Aber wahrscheinlich ist das ja eh' Sinn der Sache.

Der Waehlerwille
 
33
womit Sie genau das tun was absehbar war "die j#den sind selbst schuld am j+denhass"

dass genau ist Ihre aussage.

botschaft angekommen .. wiedermal.

4green2
10

und wiedermal schlüpfen sie in ihre opferrolle.

Der Waehlerwille
 
00
q.e.d.

entity13
21

Leider ist die Botschaft bei ihnen ganz sicher nicht agekommen .. ich habe über ISRAEL geschrieben (und das auch gemeint).
Vielleicht sollten sie sich mehr auf das stützen, was hier gepostet wurde und ihre "Interpretation" hinten anstellen?
Aber wahrscheinlich ist das ja eh' auch nicht Sinn der Sache

Rächer der Zensierten
21

Bei den Moslems ist es aber so, oder?

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