AMS

Ansturm auf Schulungen

31. Jänner 2010, 19:11

Vor allem Jugendliche suchen nach Möglichkeiten zur Weiterbildung

Wien - Die Wirtschaftskrise hat bundesweit zum Ansturm auf Schulungen des Arbeitsmarktservice (AMS) geführt. Insbesondere arbeitsuchende Jugendliche versuchen, durch Weiterbildungsmöglichkeiten der Perspektivenlosigkeit zu entkommen. In Wien besuchten Ende Dezember um 8619 Personen mehr Schulungen, insgesamt 26.107. Das Plus in NÖ fiel mit rund 2000 auf 10.163 geringer aus. Burgenland kommt beinahe auf ebenso viele Schulungen wie der große Nachbar. Die Zahl der Schulungsteilnehmer stieg von 7987 im Jahr 2008 auf 9009 im Vorjahr.

Oberösterreich meldet so viele Arbeitssuchende in Schulung "wie noch nie zuvor", wodurch die Mittel bereits knapp würden. Ende Dezember seien 11.590 Menschen in Schulungen gewesen, 3723 mehr als im Vorjahr. Auch in allen übrigen Bundesländern gab es Zuwächse.

Ein Sprecher des AMS versuchte die Besorgnis zu zerstreuen, dass dem AMS für aktive Arbeitsmarktpolitik das Geld ausginge. Das Budget 2009 sei mit 1,005 Milliarden Euro zwar ausgeschöpft worden, 2010 wurde jedoch auf 1,22 Mrd. Euro aufgestockt. (APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1.2.2010)

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16 Postings
Überwachungskamera1
01
17.2.2010, 07:06
kling wie werbefolder vom ams.....

wie großzügig ams doch sei.... man könne sich die schulung aussuchen....
naja der standard kann und will einfach nichts dazulernen u. sich selbst davon überzeugen was er schreibt...

Martin J. H. Mair
08

Wieso äfft der Standard den Regierungsfunk ORF nach? War die Propagandameldung der regierungstreuen ZiB 1 schon peinlich, beim Standard, der von LeserInnen und Werbung lebt umso mehr.

Die Schulungen werden unter menschenrechtswidriger Androhung des Existenzentzuges den Arbeit suchenden aufgedrückt und bringen, wie eine Studie der Arbeitsagentur in Deutschland belegt, recht wenig.

Wer sich selbst eine sinnvolle Ausbildung aussuchen will, muss oft darum lange kämpfen.

Arbeitslose! Organisiert Euch gegen diesen Wahnsinn.

Martin Mair
AKtive Arbeitslose
http://www.aktive-arbeitslose.at

jo eh
05
zustimmung

viele dieser "maßnahmen" gehen an den tatsächlichen fähigkeiten, neigungen und interessen der arbeitslosen vorbei.
das ist im grunde völlig kontraproduktiv, in menschlicher wie in wirtschaftl. hinsicht.

manche dieser "maßnahmen" dienen einer fragwürdigen "erziehung", gängelung, demütigung und kontrolle verzweifelter arbeitsloser - im beliebten orwell'schen neusprech "motivation" genannt.
der letzte funken selbstwertgefühl wird abtrainiert.
und solche menschen sollen sich dann auf dem arbeitsmarkt gut präsentieren?

das system ist eine schande für e. sich "zivilisiert" nennenden staat.

last but not least:
wäre schön, wenn sie sich die grünen mal den menschenrechten arbeitsloser mit vglbarer intensität wie beim fremdenrecht widmeten.

Hercules
09
Wer bitte glaubt den Schmus?

Der "Boom" an Schulungen ist doch in Wirklichkeit ein Boom an Zwangszuweisungen!
Geht man hier wirklich dem AMS in die Falle und verweigert die Realität?
Schlußendlich dient der Schulungsboom nur dem Zweck, sich selbst, in Form von BFI, Trendwerk oder sonst verbundenen Unternehmen zu sponsern und den ansonsten arbeitslosen, da unterqualifizierten Trainern einen Job zu verschaffen. Bis auf einige Ausnahmen findet sich in diesen "Instituten" der Ruß der Trainergilde, die ansonsten keine Job finden würden.

Den Arbeitslosen hilft das meist nicht, da 3/4 aller Maßnahmen (schönes Wort, nicht...) nicht bildungserhaltend oder -steigernd sind. Vielmehr dienen sie der Kosmetik der Arbeitslosenstatistik. Ein reines Verbraten von Steuergeld.

Walter Bimini
08
billige ams propaganda

scubaman
03
Das Problem

liegt in erster Linie an der Struktur der Kursvergaben - die p.t. Damen und Herren der Redaktion mögen da mal ein wenig nachwassern:

Das AMS schreibt eine Fortbildung mit n Maßnahmeneinheiten (IIRC) aus, wobei eine "Maßnahmeneinheit" eine Personenstunde eines Schülers ist. Das wird einmal jährlich gemacht. Die Schulungszentren suchen dann händeringend nach "Trainern", die bereit sind, zum AMS hin als offizielle Trainer zu agieren. In Wirklichkeit halten die Kurse dann ganz andere Personen (als "Vertretung"). So kann ein offizieller Trainer dann schnell einmal auf >50h pro Woche kommen.
Nett ist dann der Jahresablauf: Hat das AMS beim Schulungscenter einen Kurs über ein Jahr mit, sagen wir mal 1000 Einheiten gekauft, so

oblivion
08
'Ansturm auf Schulungen durch Zwangszuweisung mit Drohungen der Sperre' müsste das heissen

victor lazlo
012
Irredführend!

Schulungen sollten nur "Schulungen" genannt werden, wenn die Betroffenen im Anschluss besser qualifiziert sind als zuvor.

Der überwiegende Teil der AMS -Schulungen dient nicht der Qualifikation sondern der Disziplinierung ("Motivation" genannt).

Schulungen die nicht mindestens das Äquivalent eines (weiteren) Lehrberufs oder eines Sprachzertifikates bieten, sollten verboten werden.

Abendschulen und Studiengänge werden durch das AMS sogar aktiv be- bzw. verhindert!

gratis trinken
92

arbeitslose sind alle topmotiviert und brauchen solche kurse nicht,oder?

und das ams ist nicht dazu da, abendschüler und studenten zu subventionieren.

Walter Bimini
06
viele ams kurse braucht niemand außer rotschwarzen freunderlfirmen

victor lazlo
04
Ich dachte Qualifikation ist das zentrale Problem bei der Vermittlung?

wer?ich??
01
was bitte, trawniczek, war an meinem posting so falsch, dass es wieder der zensur zum opfer fällt??

wer?ich??
05
soweit ich weiß

ist die allererste reaktion des ams: "suachens ihna a schulung und wir prüfen des daun". wenn der/die arbeitssuchende nicht binnen 14 tagen um eine entsprechende schulung ansucht (weil er/sie keine zum beruf passende findet - z.b. seniorenfachkraft) wird er/sie in eine bewerbungsschulung gesteckt. die unternehmen, die mit dem ams zusammenarbeiten und die schulungen durchführen, haben wegen der einfallslosigkeit des ams und dem nicht-arbeiten-wollen der arbeitssuchenden hochkonjunktur und der steuerzahler trägt die kosten für sinnlose aktionen

Paolo79
03
sehr gut - teilweise richtig

Das mit dem "Suachens ihna a schulung und wir prüfen des daun" geht eigentlich erst gegen Ende der 6 Monate Arbeitslosengeldbezugsdauer los. Bis dahin wird man normalerweise in Ruhe gelassen - abgesehen von den Beratungsterminen (die in meinem Fall als Student natuerlich genau auf Semesterbeginn/ende gelegt worden sind...) Wenn man dann einen Kurs gefunden hat, der auch wirklich etwas kann, bekommt man nur die Antwort:" Geht nicht - wird nie bewilligt -viel zu teuer - wie stellen Sie sich das vor?"
Fazit: um selbst nicht in die Bredouille zu kommen, bucht einen der Berater in einen der bekannten Kurse, nur damit seine Statistik passt. So läuft der Hase.

Keyser
012
31.1.2010, 21:24

Auf der Suche nach Qualifizierungen, landen die Jugendlichen in AMS Deppenkursen - mitten in der AMS Falle.

Wieviel hat diese Propaganda Aussendung das AMS wohl gekostet ... ?

Sarah "Vlad" die Palin
05
31.1.2010, 20:58
Propaganda für Presseförderung: Don't bite the hand that feeds you

Ja sicher, alle strömen begeistert in die AMS-Kurse, die Hort der Bildung sind und das Rückgrat der Intelligenz in unserem Lande. Ich habe es im Standard gelesen.

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