Wiener Korporationsball

Demonstration sorgt für politische Nachwehen

01. Februar 2010 14:50
  • Artikelbild
    Foto: apa/herbert oczeret

    Die Wiener Polizei spricht nach der Demonstration am Freitag von einem Erfolg. Es sei gelungen "die öffentliche Sicherheit in der Stadt zu schützen."

Prammer übt Kritik an Burschenschafter Martin Graf - FPÖ attackiert Öllinger, der bei Demonstration anwesend war - 700 Anzeigen

Wien - Der Ball des Wiener Korporationsrings und die untersagte Demonstration dagegen am vergangenen Freitag sorgen für politische Nachwehen. Nationalratspräsidentin Barbara Prammer übte in der ORF-Pressestunde massive Kritik an ihrem Präsidiumskollegen Martin Graf, da dieser das Parlaments-Plenum vorzeitig verlassen hatte, um an dem Ball der schlagenden Burschenschafter teilzunehmen: "Wo wir wissen, dass Kräfte da waren, die in der österreichischen Politik nichts verloren haben".

FPÖ: "Öllinger eine Schande"

Auf der anderen Seite attackiert die FPÖ den Grünen Abgeordneten Karl Öllinger, der sich zu den Demonstranten gesellt hatte und folglich ebenfalls ab dem frühen Abend nicht im Nationalratssitzungssaal zugegen war. Öllinger wiederum kündigt Rechtsmittel "notfalls bis zum Verfassungsgerichtshof" an, weil die Polizei die Demo untersagt habe und bei ihrem Vorgehen die Verhältnismäßigkeit der Mittel außer Acht gelassen habe.

FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky stellte per Aussendung zur Debatte, ob Öllinger durch seine Teilnahme an der Demonstration "an strafrechtlich relevanten Handlungen" beteiligt war. Die FPÖ will Details in einer parlamentarischen Anfrage erkunden. "Öllinger ist eine Schande für das Parlament und die Demokratie", weiß Vilimsky aber schon jetzt.

"Eskalierender und provokanter" Einsatz

Öllinger wiederum erklärte per Aussendung, er habe sich zum Versammlungsort begeben, um den dort Anwesenden mitzuteilen, dass die Kundgebung untersagt war. Seiner Ansicht nach erfolgte das Demo-Verbot "aus fadenscheinigen Gründen", weswegen die Grünen "alle rechtlichen Mittel" ausschöpfen wollen. Der Polizei warf er einen "eskalierenden und provokanten" Einsatz vor. "Wer dann wann und wo von Seiten der Demonstranten Gewalt eingesetzt hat, ist unklar", so Öllinger.

Öllingers Sicht der Dinge wurde von anderen Augenzeugenberichten gegenüber derStandard.at bestätigt. So hielt die Polizei die Demonstranten in Form eines Kessels am Christian-Broda-Platz bei der Mariahilferstraße/Höhe Kaiserstraße stundenlang fest. Diese Sperre konnte zeitweise gar nicht und wenn dann nur tröpfchenweise und unter Erhalt einer Anzeige verlassen werden - diese Maßnahme betraf nicht nur die Protestierenden sondern auch Passanten, die Freitagabend Einkäufe erledigten. 

Eine Demonstration war zuvor untersagt worden - als die Demonstranten sich als Zug von dem Versammlungsort wegbewegen wollten, geriet die Polizei unter Druck, reagierte laut Augenzeugen mit Gewalt und sperrte die Menge mittels Barrikaden und zwei Wasserwerfern ein.

Einsatz von Pfefferspray, 700 Anzeigen

Die Polizei hat auch Bilanz gezogen: Insgesamt wurden rund 700 Anzeigen erstattet. 15 Exekutivbeamte und eine Demonstrantin wurden bei den Protesten leicht verletzt. Im Zuge der Auflösung der Demo wurden laut Polizei 14 Personen wegen strafrechtlicher sowie verwaltungsrechtlicher Tatbestände festgenommen und in das Polizeianhaltezentrum gebracht. Für einen Verdächtigten klickten die Handschellen, nachdem er bei einem Geschäftseingang einen Brandsatz gezündet hatte. Zwei weitere hatten versucht, ein Polizeiauto anzuzünden. Bei insgesamt 673 Personen wurde die Identität festgestellt - sie wurden nach dem Versammlungsgesetz angezeigt.

Die Wiener Polizei hatte abschließend konstatiert, es sei gelungen, "die öffentliche Sicherheit in der Stadt zu schützen, Gesetzesübertretungen zu minimieren und die begangenen Delikte konsequent zu verfolgen". Anders sahen die Stellungnahmen der an der Kundgebung beteiligten Organisationen aus. Beklagt wurde "brutale Polizeigewalt", die unter anderem diverse Knochenbrüche als Folge gehabt habe, der Einsatz von Pfefferspray aus nächster Nähe und "konstruierte Vorwürfe" und Anzeigen. (red, derStandard.at/APA)

Link: Fotos zu der Demonstration hier (Fotograph: Martin Juen).

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 1117
Franjo Fastowitsch
11.03.2010 19:39
Nazihysterie.....! Vieleicht nur ein Vorwand?!

Ordnung ist Ordnung egal wer sie stört. Nur mit der "Naszikeule" Unruhe stiften ist halt auch nicht in Ordnung. Da muß eben die Polizei einschreiten. Auch wenns den LINKEN nicht ins so recht passt. Als stiller Beobachter muß ich leider feststellen, daß die Unruhestifter meist aus linken Reichshälfte kommen.
Mit Radau kann man halt sehr viel überdecken.

Schwargeschützter brauner Sauhaufen!
09.02.2010 21:53
Das das alles was Strache da angerichtet hat noch

immer gut geht ist ein größeres Wunder als die Lourdes Grotte!
Ich stehe für die Ausländer gerade, denn da sieht man was das für ordentliche und gutmütige Menschen sind, niemand hat ihm noch eine am Plutzer gehaut, aber ein Industriellensohn hat ihn angeblich schon mit einem Wasserglas angeschüttet!
Dabei ist Wasser das Kostbarste, was es auf der Erde gibt - Schade darum!

Werbung für einen Volkskomiker!
09.02.2010 21:26
Strache sagt:

Die Zigeuner gehören alle umgebracht!
Und keiner macht etwas gegen diese Aussage?
http://docs.google.com/viewer?a=... -v1rXfg39Q

Herr und Frau Österreicher
 
08.02.2010 11:48

KeinE "gewaltbereite Vermummte" DemonstrantIn kann die öffentliche Sicherheit derart bedrohen wie DIESE POLIZEI und keine noch so verrückte Handlung in diesem Zummenhang kann den Eskapaden der Krypto- und sonstigen tanzenden und parlamentARISCHEN Nazis das Wasser reichen! Schande!!!

the photographer
04.02.2010 19:12
Wie immer...

....schwingen unsre "Ordnungshüter" die Polizeiknüppel und die Schilde in die falsche Richtung.
Den Ewiggestrigen, den Unbelehrbaren, den Wiederbetätigern gibt man jeden Raum.
Wenn das dünne Eis, auf dem wir stehen, nicht irgendwann bei der nächsten Belastung bricht?
Könnte sein, dass die barbarischen Zeiten wieder an die Tür klopfen.
Auf einschlägigen Internetseiten bereiten sich die "Völkischen" schon auf die "große Schlacht" vor.
Auch jetzt hetzen sie bereits gegen bestimmte Personen und Persönlichkeiten.
Das Innenministerium schweigt dazu, unternimmt nichts dagegen oder meint lapidar: "Dagegen können wir nichts tun, der Server steht in den USA."
WEITER SO!

boro boros
 
09.02.2010 21:54

sollen sie sich doch auf dir grosse schlacht vorbereiten, dann rotten sich die türken im prater zusammen und die rechten ziehen vor angst ihr zumpferl ein.

Andreas Zwettler
07.03.2010 14:31

Ich fände es schön wenn Österreich seinen Kampf gegen Rechtsextreme nicht an Türken und Österreicher mit türkischer Abstammung outsourcen müsste.
Es sollten meines Erachtens alle Österreicher verstärkt gegen Rechtsextremismus und seine Auswüchse auftreten.

Aber beruhigend zu wissen, dass sie meinen das wenigstens irgendjemand in Österreich noch gewillt ist dagegen aufzutreten :-)

Frankensteins Fekternich
04.02.2010 12:27
Wenn....

....die Fekter 1989 Innenministerin der DDR gewesen wäre und ihre WEGA zur Verfügung gehabt hätte, würde noch heute die Mauer in Berlin stehen und der "Arbeiter und Bauernstaat" würde noch existieren.

Herr und Frau Österreicher
 
08.02.2010 11:50

Nein, die DDR wäre trotzdem untergegangen und die Fekter und ihre Prügelbullen wären jetzt offiziell Verbrecher!
So bleibts dabei: die öffentliche Sicherheit wurde hergestellt, koste es was es wolle.

Fwd Pol
 
04.02.2010 11:16
gewalt?

ich würde nur sagen:

"smithers lassen sie die hunde los"

auch demonstranten haben sich zu benehmen und nicht grenzen überschreiten.
ich finde , die gehören alle eingesperrt deise nestbeschmutzer

yotix
09.02.2010 11:55

Kritik an der Innenpolitik ist "Nestbeschmutzung"? Das ist eine gefährliche "can of worms", mit genau derm Gedankengang haben die Drecksnazis damals weit über 60.000 "arische" Österreicher für Witzchen oder beifällige Bemerkungen abgeknallt oder gehenkt.

Fwd Pol
 
04.02.2010 11:08
die armen demonstranten

komisch, dass man immerwieder einen deutschen dialekt raushört...
und die bösen polizisten...

guckt mal da:
http://www.youtube.com/watch?v=EqP4ZQGqi7M
ab 2:20 wirds lustig...
wer provoziert wen?

auch noch nette demostranten...
http://www.youtube.com/watch?v=BhJ7voSTpCo

WIDERSTAND GEGEN DIE STAATSGEWALT NENNT MAN DAS!!!

und wegen dem einen video, das der polizist meint, er bringt wen um... lüge...

FAKT ist, ich wurde mit meinem hund von demonstranten angegfirffen... hab ebenso an der polizei vorbei müssen ohne probleme. die hatten mir geholfen.
aber ebenso eine nette veralgemeinerung, nur weil ich einen schäferhund mischling habe als nazi zu gelten

ps: nett das der standard gerne auch zensiert...

boro boros
 
09.02.2010 21:55

allein deine rechtschreibung lässt darauf schliessen, dass du eines von den rechten weicheiern bist.

Kuehlschrank .
 
08.02.2010 15:11

Nein, Sie gelten als Nazi, weil Sie solche Postings verfassen.

Herr und Frau Österreicher
 
08.02.2010 11:53
die armen Kieberer...

...lassen sich so eicht provozieren? Falscher Beruf? Oder wird genau das von einem Kieberer erwartet? Wie auch immer, wenn ein paar DemonstrantInnen "provozieren" (innerhlab eines Polizeikessels, wohlgemerkt), muss man die die ganze Demo anzeigen und gleichmal ein paar niederknüppeln! Gründliche Polizeiarbeit, nennt man sowas...

max-1
06.02.2010 16:30

also, zu wismar:

ja, wer provoziert hier wen?
die antifas die nazis sicher nicht, die haben nur angemerkt, dass die fensterscheiben aus plexi sind
dann hat sich ein nazi gleich mal quarzhandschuhe angezogen und der andere jemanden als schlampe beschimpft...


zum polizeihund:

ist der polizist provoziert worden? wenn ja, wie bitte??? und wenn ja, ist es nötig, gleich einen hund auf einen freidlichen demonstranten loszulassen
mag sein, dass sie das befürworten, weil sie noch nie polizeihunde gesehen haben, ich aber schon

und die können ganz leicht ein stück fleisch ausm bein rausbeißen

HetztdieHetzer
04.02.2010 17:47
FAKT ist.....

sie und Ihr Polizeihund?
:-)))

Werbung für einen Volkskomiker!
09.02.2010 21:32
FAKT ist dass Fr. Fekter die Polizei nicht in Ihrer

Befugnis halten kann und dass sie dringendst ausgetauscht gehört!
Egal wer jetzt der böse war oder nicht!
Außerdem gehören nicht mehr Beamte her, sondern mehr Polizisten!
Ein Polizist muß nicht Polizeibeamter oder Major sein um den Dienst ordentlcih ausführen zu können, er muss nur die Befugnisse haben, die er zum Job benötigt und braucht auch nicht als sechs Leute zählen, so dass man ihn nie verurteilen kann!

DrachiHR
04.02.2010 16:40
Es gab Zeiten

wo die Polizei in erster Linie drauf aus warm Konflikte zu vermeiden und zu deeskalieren.
Warum hat sich das geändert? (Spätfolgen der Strasserschen Bemühungen?)

Sanitätsgefreiter Faymann
02.02.2010 22:10
Wer hat in der österreichischen Politik nichts verloren?

Die Aussage der Frau Präsidentin ist - nimmt man sie (oder sie) denn ernst - eine ziemliche Frechheit und einer Vertreterin der Legislative absolut unwürdig. In der österreichischen Politik haben alle "Kräfte" etwas verloren, die sich auf dem Boden der Verfassung befinden. Und ob das bei den Kräften, die Frau Prammer auf dem WKR-Ball ortet, der Fall ist, das entscheiden in einem Rechtsstaat allemal Gerichte und nicht der Nationalrat oder dessen Präsidentin.

Die Frau Präsidentin soll ihre Informationen, die sie zu haben vermeint, den zuständigen Gerichten unterbreiten oder sonst sie soll, na ja, sagen wir halt einmal schweigen.

Werbung für einen Volkskomiker!
09.02.2010 21:35
Das Braune hat in einer Politiok nichts verloren!

Aber absolut NICHTS!!!
Jeder Mensch muss auch als Mensch zählen dürfen und wenn sie das nicht begreifen können dann schleichen sie sich aus diesem Land und gehen in die Länder wo das so üblich ist, dass man einen Unterschied zwischen Menschen macht!
Aber nehmen sie gleich Ihre Brut mit!!!!

Sanitätsgefreiter Faymann
09.02.2010 23:55

Sehen Sie, das ist das Schöne an Ihrem Wutausbruch. Er ist so schräg und lustig, dass ich wirklich nicht tolerant sein muss, um nicht beleidigt zu sein. Also posten Sie ruhig weiter so, es macht immer Freude, mit einem so lupenreinen Demokraten und Vertreter der Mescnhlichkeit zu kommunizieren.

Dieser kraftvolle Spachstil, diese stringente Argumentation, diese feine Ironie - Cato (der 85jährige) hätte seine helle Freude.

Tief getroffen von der mir von Ihnen mitgeteilten ewigen Wahrheit, dass der Mensch als Mensch zählen dürfen muss (ist vom Gusi, aber das übernehm ich gerne), verbleibe ich Ihr San. Gef. Faymann.

DrachiHR
04.02.2010 16:41
Die Anzeigen

gibts schon.

t-bonesteak
03.02.2010 15:15
Viele Deutsche (und dazu zählen auch die Österreicher)

das stammt von grafs burschenheimseite. das ist seine gesinnung.

das ist mit dem amt des 3. nr-präsidenten oder einer anderen funktion der republik österreich nicht zu vereinbaren.

Harry Y.
 
03.02.2010 12:29
Wenn diese Leute sich verfassungskonform betätigen,

dann muß die Verfassung geändert werden.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 1117

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.