Jagd nach einem Phantom

21. Mai 2010, 20:49
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Bei der Aufklärung von Verbrechen spielen DNA-Spuren heute eine wichtige Rolle - Allerdings hat die Suche nach Tätern mittels genetischem Fingerabdruck auch ihre Tücken

Frage: Wie können Ermittler durch winzige Spuren Verbindungen zu Verbrechern herstellen?

Antwort: Es reichen Haare, Hautpartikel, Spucke, Blut oder andere Körperflüssigkeiten an einem Tatort, um zu ganz wichtigen Informationen zu kommen: nämlich Spuren der DNA (Desoxyribonukleinsäure), die Trägerin der Erbinformationen ist. Allerdings schaffen solche genetischen Fingerabdrücke keine hundertprozentigen Sicherheiten.

Frage: Gab es bei Ermittlungsarbeiten mit DNA-Spuren auch schon große Reinfälle?

Antwort: Ja, die gab es. Ein Problem ist beispielsweise, wenn die Wattestäbchen, mit denen die Spuren aufgenommen werden, verschmutzt sind. Ein großer, mysteriöser Fall über das angebliche "Phantom von Heilbronn" kam so zustande. Jahrelange Ermittlungen verliefen im Sand.

Frage: Was war da los?

Antwort: Es gab mehrere Verbrechen in Deutschland, Österreich und Frankreich, bei denen immer die gleiche DNA gefunden wurde. Es gab scheinbar keinen Zusammenhang zwischen den Vorfällen - Einbrüche, aber auch der Mord an einer Polizistin in Heilbronn. Man wusste nur, dass die DNA von einer Frau stammte. Nach Jahren entdeckte man, dass sich die DNA-Spuren bereits auf den Wattestäbchen befanden, bevor die noch ausgeliefert worden waren. Laut dem Hersteller waren die Wattestäbchen nicht für die Aufnahme von DNA-Spuren konzipiert gewesen.

Die nächste Ö1-Kinder-Uni am Sonntag um 17.10 Uhr widmet sich dem Thema "Wie kommt meine E-Mail ans andere Ende der Welt? Ein Ausflug ins weltumspannende Internet". Am Samstag im Standard. (Gudrun Springer/DER STANDARD, Printausgabe, 30./31. Jänner 2010)

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    "Phantom" Wattestäbchen

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